28. Februar 2016 / 18:10 Uhr

Aufbruch der Stadtrandtöchter

Aufbruch der Stadtrandtöchter

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Das D-Juniorinnenteam des BSC Preußen.
Das D-Juniorinnenteam des BSC Preußen. © Lars Sittig
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Der BSC 07 trägt ein zweitägiges Frauen- und Mädchenfußballturnier aus und plant den Start eines Frauenteams auf Großfeld.

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Eine originelle Idee sollte es sein, ein verbaler Eyecatcher sozusagen. „Es soll kein Verein im Verein sein“, sagt Thomas Widdua, der Trainer des Frauenfußballteams des BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow, „wir wollten nur einen Namen und ein Logo mit Wiedererkennungswert. Stadtrandtöchter soll für Aufmerksamkeit sorgen. Man spricht darüber und viele sprechen uns darauf an. Wir wollten außerdem zeigen, das etwas passiert bei uns.“

Es passiert tatsächlich einiges in der Frauen- und Mädchenfußball-Abteilung des BSC Preußen, deren Nachwuchsteams sich seit einiger Zeit eben mit dem Namenszusatz Stadtrandtöchter in der Öffentlichkeit präsentieren: Seit dieser Spielzeit starten neben dem Frauenteam eine D- und eine C-Juniorinnenmannschaft im Spielbetrieb. Auch Mirko Schult, der Vereinsvorsitzende des BSC 07, sieht die Entwicklung der Frauenfußball-Fraktion „mit den Erfolgen der vergangenen Jahre und den neuinstallierten Mädchenteams positiv“.

Am Wochenende trug der BSC den zweitägigen „Preußen-Wintercup“ aus, ein Frauen- und Mädchenturnier, bei dem in drei Altersklassen in der Sporthalle in Dahlewitz gekickt wurde. Bei den C-Juniorinnen siegte Gastgeber BSC Preußen 07 vor dem SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen. Erster beim Kräftemessen der D-Juniorinnen wurde der SV Adler 1950 Berlin vor dem BSC Preußen. Das Turnier der Frauen startete am Nachmittag.

Initialzündung durch WM-Turnier

Zu einer Art Initialzündung der Mädchenabteilung kam es im Frühjahr des vergangenen Jahres: Nachdem im April 2015 die Oberschule Herbert-Tschäpe in Dahlewitz die 2. Schul-Fußball-WM für Mädchen durchführte, meldeten sich viele Mädchen bei der verantwortlichen Trainerin Carmen Bartels und wollten weiterhin Fußball spielen. Im Verein der Übungsleiterin, dem BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow, stieß man auf offene Ohren und schon ab Mai wurde zweimal die Woche dem runden Leder nachgejagt. Derzeit kicken fast 50 Frauen und Mädchen in den verschiedenen Altersklassen. Und: „Im Sommer soll der nächste große Schritt folgen“, hofft der BSC-Coach, „nach zwölf Jahren auf dem Kleinfeld des Kreises, wollen die Frauen im Land das Großfeld stürmen.“ Auf Landesebene – der BSC würde in der Landesliga antreten – wird im Gegensatz zu den Ligen des Kreises auf Großfeld gespielt.

Inoffizielle Hallenmeisterschaften

Insgesamt 23 Mannschaften hatten für die drei Wettbewerbe des Preußencups gemeldet. Da es im Fußball-Landesverband Brandenburg wegen der Futsal-Offensive im Nachwuchs und bei den Männern und Frauen keine Fußball-Hallenkreismeisterschaften mehr gibt, organisieren viele Vereine in Eigeninitiative kleine oder große Turniere. So richtet etwa die SG Großziethen am kommenden Wochenende den 1. Dahme/Fläming Cup für Frauen aus, der als inoffizielle Hallenkreismeisterschaft gelten kann.

Beim Preußen-Wintercup hatten bei den C-Juniorinnen alle Kreisligisten des Bereichs Dahme/Fläming/Havelland ihr Kommen zugesagt. „Inoffiziell konnte dem Turnier so der Charakter einer Hallenkreismeisterschaft verliehen werden“, sagt Widdua, „wenn es auch offiziell nicht so heißen darf.“ Demnächst soll nun beim BSC endgültig darüber entschieden werden, ob das Abenteuer der Damenmannschaft auf Landesebene starten wird. Und: „Auch eine B-Juniorinnen-Mannschaft soll in der kommenden Saison im Spielbetrieb integriert werden“, sagt Widdua.

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