09. Mai 2022 / 14:51 Uhr

Aufbruchstimmung und neue Wege: So plant Erzgebirge Aue die Zweitliga-Rückkehr

Aufbruchstimmung und neue Wege: So plant Erzgebirge Aue die Zweitliga-Rückkehr

Tom Bachmann, dpa
Präsident Helge Leonhardt spricht nach der Begegnung zwischen Aue und Werder Bremen zu den Fußballfans Erzgebirgsstadion.
Präsident Helge Leonhardt spricht nach der Begegnung zwischen Aue und Werder Bremen zu den Fußballfans Erzgebirgsstadion. © Robert Michael/dpa
Anzeige

Erzgebirge Aue werkelt bereits an der Drittliga-Saison. Es soll ein einjähriger Ausflug für den Zweitliga-Absteiger werden. In einer Woche könnte der neue Trainer offiziell verkündet werden.

Aue. Neuer Trainer, neue Träume – alter Geist. Mit der Siegermentalität von 2015 will Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue sich nur ein Jahr in der 3. Liga aufhalten. Mit dem designierten Coach Timo Rost soll eine Mannschaft geformt werden, die die Fans wieder mitreißt und die Gegner vor der Reise ins Erzgebirgsstadion zittern lässt. „Man muss Mentalität in die Mannschaft reinbekommen, dass wieder eine Aufbruchsstimmung wie 2015 herrscht. Sonst hat man keine Chance. Selbstmitleid bringt überhaupt nichts“, sagte Präsident Helge Leonhardt.

Anzeige

So viele Trainer wie Heimsiege

Der 63-Jährige hat harte Wochen hinter sich. Dass ihm der Abstieg persönlich nahe geht, merkt man dem Unternehmer an. „Die Fehler lagen klar bei uns“, betonte Leonhardt. Angefangen mit der gefloppten Verpflichtung des unerfahrenen Aljaksej Schpileuski als Cheftrainer und dem Abgang von Stürmer Pascal Testroet bis hin zur eklatanten Abwehr- und Heimschwäche. Am Ende dieser am Sonntag mit dem Derby in Dresden endenden Saison wird Erzgebirge Aue so viele Trainer wie Heimsiege gehabt haben.

DURCHSCROLLEN: Einige Bilder zum Remis von Aue gegen Rostock

Fehler und Patzer prägten das Ost-Duell zwischen Aue und Hansa. Die Erzgebirger können die zweimalige Führung nicht verteidigen. Endstand: 2:2-Unentschieden. Zur Galerie
Fehler und Patzer prägten das Ost-Duell zwischen Aue und Hansa. Die Erzgebirger können die zweimalige Führung nicht verteidigen. Endstand: 2:2-Unentschieden. ©

Immerhin gelang der Abschied von den Fans gegen Bremen am Sonntag, auch wenn das Ergebnis mit 0:3 aufgrund von zwei Gegentoren in der Nachspielzeit zu hoch ausfiel. „Die Mannschaft hat gekämpft. Am Ende war es eine Qualitätsfrage“, sagte Leonhardt. In seiner Rede vor dem Anpfiff teilte der Boss mit, dass man noch vor dem Start in die neue Saison eine außerordentliche Mitgliederversammlung abhalten werde. Dort solle das neue Konzept transparent vorgestellt werden.

Relativ zeitnah dürfte Timo Rost als neuer Trainer vorgestellt werden. Der 43-Jährige braucht mit seinem jetzigen Verein SpVgg Bayreuth noch einen Sieg, um den Aufstieg in die 3. Liga perfekt zu machen. Davor wird es keine offizielle Verkündung geben. Glaubt man den Spekulationen im Umfeld des Clubs, wird Rost nicht das einzige neue Gesicht im Trainerstab sein.

„Das Neue muss im Vordergrund stehen“

Spannend wird zudem sein, wie der neue Coach und der auf den Posten des Sportchefs zurückkehrende Pavel Dotchev zusammenarbeiten werden. Beides sind starke Charaktere mit festen Vorstellungen. Hier wird es im Fall von Uneinigkeiten an Leonhardt liegen, den Club auf Kurs zu halten.

Dass die Mannschaft ein neues Gesicht bekommen wird, bringt der Abstieg mit sich. Etwa ein Dutzend Spieler hat einen Vertrag für die 3. Liga, Leonhardt rechnet eher damit, „dass vielleicht noch sieben Spieler übrig bleiben“ und peilt etwa 18 Neuzugänge an. In Innenverteidiger Felix Göttlicher wurde einer schon verpflichtet. Der 20-Jährige steht sozusagen symbolisch für die Auer Zukunft, die Leonhardt so umschreibt: „Das Neue muss im Vordergrund stehen.“