02. Dezember 2021 / 21:26 Uhr

"Auffällig und ballsicher": Ex-Wolfsburg-Trainer Schmidt übers Wiedersehen mit VfL-Top-Sprinter Baku

"Auffällig und ballsicher": Ex-Wolfsburg-Trainer Schmidt übers Wiedersehen mit VfL-Top-Sprinter Baku

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Lobt die Entwicklung von Ridle Baku: Martin Schmidt (r.), der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg.
Lobt die Entwicklung von Ridle Baku: Martin Schmidt (r.), der ehemalige Trainer des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg muss am Samstag bei Mainz 05 ran. Das ist das Wiedersehen mit Ex-VfL-Trainer Martin Schmidt, der sich wiederum auf einen Ex-Mainzer im Wolfsburger Team freut.

Der VfL am Samstag (15.30 Uhr) in Mainz – das ist auch das Wiedersehen zwischen Martin Schmidt, dem ehemaligen Wolfsburger Trainer und aktuellem 05-Sportdirektor, und Ridle Baku, dem aktuellen VfLer und Ex-Mainzer. Beide kennen sich schon ganz lange. Denn Schmidt trainierte den Nationalspieler des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten bereits als Jugendlichen – und erinnert sich noch bestens daran.

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„Ich habe Ridle hier trainiert, als er zwölf, dreizehn Jahre alt war“, so Schmidt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. „Das waren damals Fördertrainings, bei denen Top-Talente dabei waren.“ Top-Talente wie Suat Serdar, der heute bei Hertha BSC kickt und ebenfalls schon für Deutschland gespielt hat. Wie Baku. Schmidt erinnert sich: „Ridle und sein Bruder Rudi waren schon damals sehr auffällig, sehr ballsicher, da hat man schon gesehen, dass sie hier in Mainz sicher ihren Weg machen können. Die Voraussetzungen waren da.“ Makana Baku, der Rudi gerufen wird, spielte bis Sommer bei Zweitligist Holstein Kiel, jetzt kickt er in der türkischen Süper Lig bei Göztepe aus der Millionenstadt Izmir. Dass es für VfL-Top-Sprinter Ridle Baku mal bis in die Nationalmannschaft reichen könnte, sei damals noch nicht absehbar gewesen, gleichwohl schien der Schritt in die Lizenzspieler-Mannschaft des Klubs möglich, wie Schmidt betont. Der Schweizer war damals U23-Coach bei den Mainzern, sein Co-Trainer, bei Einheiten mit den Talenten mit dabei, war der heutige Dortmund-Coach Marco Rose.

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Schmidt warf schon damals ein Auge auf die Talente, auf die möglichen Stars von morgen. Das macht er auch heute in seinem Job als Sportdirektor bei den 05ern. Zuvor war der heute 54-jährige aus dem Kanton Wallis Trainer durch und durch. In Mainz wurde er Bundesliga-Coach. Von September 2017 bis Februar 2018 hatte er in Wolfsburg auf der Bank gesessen. In einer Zeit, in der sich der VfL auf Talfahrt befand, nachdem der Klub sich im Sommer 2017 erst in der Relegation hatte retten können.

Schmidt folgte damals auf Andries Jonker. Nach sieben Unentschieden zum Start (Bundesliga-Rekord) waren unter Schmidts Leitung beim VfL spielerische Fortschritte zu sehen, den angestrebten Mittelfeldplatz erreichte das Team aber nie. Ausgerechnet vor dem Spiel in Mainz trat Schmidt als Wolfsburger Coach zurück. Ein Rücktritt, der damals alle überraschte. Hat er ihn im Nachgang mal bereut? „Nein“, betont Schmidt. „In der damaligen Konstellation konnte ich als Trainer nicht so arbeiten, wie ich mir das vorgestellt habe, und dann muss man auch konsequent sein.“

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Noch vorm Saisonende musste damals Sportdirektor Olaf Rebbe (heute 1. FC Nürnberg) gehen, mit Bruno Labbadia als Schmidt-Nachfolger gelang erst in der Relegation gegen Kiel der Klassenerhalt. Erst mit der Verpflichtung von Jörg Schmadtke als Manager und Marcel Schäfer als Sportdirektor im Sommer 2018 ging es beim VfL wieder bergauf. Schmidt lobt: „Mit ihnen ist beim VfL sehr viel Ruhe, Kontinuität und Fachkompetenz da, der Klub hat einen guten Weg genommen.“

Aber auch die Mainzer haben unter Schmidt, Trainer Bo Svensson und Boss Christian Heidel eine starke Entwicklung genommen, in der vergangenen Saison nach einer fulminanten Rückrunde den fast für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt geschafft – und haben jetzt vor dem Duell mit dem VfL gerade mal zwei Punkte weniger auf dem Konto. Schmidt, der noch viele Freundschaften aus seiner Wolfsburger Zeit pflegt, sagt über das Spiel: „Wir wollen gewinnen, das wollen die Wolfsburger aber auch.“ Allen voran Ridle Baku. Auf der 05-Homepage sagte der ehemalige Schmidt-Schützling. "Wir wollen uns oben festsetzen, das ist unser Anspruch und dafür müssen wir 'leider' die drei Punkte aus Mainz mitnehmen." Schmidt, der die Entwicklung des Ex-Mainzers immer verfolgt hat, sagt vorm Wiedersehen schmunzelnd: „Gegen uns darf er kein Tor schießen - aber danach soll er bitte viele machen.“

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