05. März 2022 / 15:17 Uhr

Aufholjagd wird nicht gekrönt: BSG Chemie unterliegt Luckenwalde 3:5

Aufholjagd wird nicht gekrönt: BSG Chemie unterliegt Luckenwalde 3:5

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Anton Kanther (BSG 23)
Ein Spiel zum Haare raufen: Die BSG Chemie Leipzig unterlag beim SV Luckenwalde mit 3:5. © Christian Modla
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In einem turbulenten Spiel lagen die Leutzscher in Luckenwalde bereits schier aussichtslos mit 0:4 zurück, kamen auf 3:4 heran und verpassten doch die Sensation nur knapp.

Luckenwalde. Was für eine irre Partie! Die BSG Chemie Leipzig unterlag in der Regionalliga Nordost beim FSV Luckenwalde mit 3:5 und erlebte dabei ein Wechselbad der Gefühle. Das Team von Trainer Miroslav Jagatic lag bereits mit 0:4 zurück, kämpfte sich aufopferungsvoll heran und kassierte in seiner Drangphase den entscheidenden Gegentreffer. Dabei waren die Vorraussetzungen vor Beginn der Partie gar nicht schlecht: Die Ersatzbank der Leutzscher war etwas voller als zuletzt, immerhin sieben Spieler, unter ihnen Benny Boltze und Lucas Surek, nahmen als Einwechsler Platz. In Luckenwalde hatte die BSG Chemie ein Spiel auf Augenhöhe erwartet, immerhin standen sich beide Teams in der Tabelle sehr nahe. Doch das Spiel begann mit einem Paukenschlag, als nach einem Einwurf die Hausherren durch Rankic blitzschnell in Führung gingen (3.). Da hatten sich die Stefan Karau und Co. noch nicht richtig sortiert, als es bereits 1:0 stand. Danach musste man erst einmal bangen, als die Hausherren ein uns andere mal blitzartig das Tor von Benjamin Bellot berannten. Obwohl drei torgefährliche Offensivspieler der Luckenwalder gelbgesperrt fehlten, bestimmte die Heimelf zunächst das Geschehen.

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Chemie nach frühem Rückstand nicht geschockt

Doch Chemie hielt gegen und versuchte vor allem über Anes Osmanoski und den emsigen Anton Kanther, Bälle zu erobern und zu behaupten. Ein erstes eigenes Signal konnte Florian Kirstein setzen, dessen Schuss Torwart Thoms aber parieren konnte (11.). Doch immer wieder verloren die Leutzscher den Ball, Luckenwalde versuchte die Ungenauigkeiten auszunutzen und drangen immer wieder gefährlich in den Chemie-Strafraum ein. Gottschick und Becker verpassten den zweiten Treffer nur knapp. Dann hatte Trainer Miro Jagatic offenbar genug von den vielen Ballverlusten und brachte mit Paul Horschig einen Defensiven zur Stabilisierung der eigenen Reihen. Osmanoski musste für ihn weichen.

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Verrücktes Spiel in Luckenwalde: Die BSG Chemie Leipzig liegt bereits aussichtslos mit 0:4 zurück, kämpft sich bravourös zurück und kassiert in der eigenen Drangphase das bittere fünfte Gegentor Zur Galerie
Verrücktes Spiel in Luckenwalde: Die BSG Chemie Leipzig liegt bereits aussichtslos mit 0:4 zurück, kämpft sich bravourös zurück und kassiert in der eigenen Drangphase das bittere fünfte Gegentor ©

Chemie zweimal mit Pech und Unvermögen, als erst Timo Mauer mit einem tollen Lupfer ans Lattenkreuz scheiterte (38.) und dann Paul Horschig freistehend über den Ball schlug statt ihn ins leere Tor zu schießen (41.). Im Gegenzug der Schock, als Becker zum 2:0 traf – ein Tiefschlag so kurz vor dem Halbzeitpfiff.

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Was auch immer sich Chemie in der Halbzeit vorgenommen hatte – es war 20 Sekunden nach Wiederanpfiff Makulatur. Göth hatte blitzschnell reagiert und zum 3:0 getroffen (46.). Erinnerungen wurden wach an den letzten Auftritt 2017, als Chemie hier sang- und klanglos mit 0:3 unterging. Die Gäste nun von allen guten Geistern verlassen, es ging gar nichts mehr. Butendeich lupfte und traf zum 4:0 (51.), jetzt glaubte auch der kühnste Optimist mehr an irgendeine Wende.

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Chemie irre Aufholjagd: Von 0:4 auf 3:4

Aber der Fußball und seine wundersamen Wendungen… Ein Dreifachwechsel folgte, Simran Dhaliwal, Dennis Jäpel und Lucas Surek kamen, und als Anton Kanther nicht aufgab, den Ball behauptete und zum 1:4 traf (59.), hakten das viele als Ehrentreffer ab. Kurz darauf setzte sich Jäpel gegen zwei Gegenspieler durch und traf mit seinem fünften Saisontreffer zum 2:4 (64.). Was war denn hier los? Ab sofort bestimmte Chemie die Szenerie, gewann praktisch jeden Zweikampf. Als Torwart Thomas an Kanther hängenblieb, rollte der Ball vor das leere Tor, wo Timo Mauer nur noch einschieben musste (68.).

Nur noch 3:4! Stand das Spiel endgültig auf der Kippe, doch die Sensation kam nicht zustande. Stefan Karaus Schuss wurde auf der Linie geklärt, und im Gegenzug traf Gottschick zum 5:3 (81.). Am Ende noch unschöne Szenen, als Luckenwalde das Zeitspiel übertrieb und es nach dem Abpfiff noch Rangeleien mit Trainer Braune gab, der sich übertrieben theatralisch mit einigen Gästespielern anlegte. Auch fair gewinnen will gelernt sein – verdient war es sicherlich für die Luckenwalder.

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