05. Juni 2020 / 17:44 Uhr

Aufrappeln für den Endspurt: Turbine Potsdam empfängt Bayern München

Aufrappeln für den Endspurt: Turbine Potsdam empfängt Bayern München

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Turbine-Coach Matthias Rudolph.
Mit Mundschutz am Spielfeldrand: So wird man Turbine-Trainer Matthias Rudolph auch am Sonntag gegen die Bayern sehen. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Nach dem Pokal-Aus geht es für Turbine Potsdam darum, die Saison vernünftig abzuschließen. Am Sonntag kommt der FC Bayern zum Geisterspiel ins Karl-Liebknecht-Stadion.

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Dass seine Mannschaft die jüngste in der Bundesliga ist, darauf wies Matthias Rudolph auch nach dem verpassten Halbfinaleinzug im DFB-Pokal am vergangenen Mittwoch (1:3 gegen Essen) wieder hin. „Da passieren einfach immer wieder Fehler“, sagte der Trainer von Turbine Potsdam. Der 37-Jährige ist ja seit Saisonbeginn fast ununterbrochen darum bemüht, seine zum Teil sehr jungen Schützlinge vor äußerem Druck abzuschirmen. Am Sonntag dürfte ihm das nicht allzu schwer fallen, denn wenn um 14 Uhr der FC Bayern München im Karl-Liebknecht-Stadion gastiert, geht es für die Turbinen nicht mehr um sonderlich viel.

Darüber, wie er die Spannung für das Spiel gegen die Münchnerinnen wieder aufbaut, wollte Rudolph am Mittwoch so kurz nach dem enttäuschenden Resultat noch nicht nachdenken. „Erstmal müssen wir dieses Ausscheiden verdauen“, sagte er. Turbine Potsdam bleibt damit im achten Jahr in Folge titellos. Der Traum vom Pokalfinale in Köln, das dort am 4. Juli ausgetragen werden soll, ist geplatzt. Und auch in der Liga ist die Rudolph-Elf Mittelmaß. Rang 6 steht nach 17 Partien zu Buche. Nach hinten hat Potsdam auf den SC Freiburg ein Fünf-Punkte-Polster und auf die besser platzierten Essenerinnen hat man zwar nur einen Zähler Rückstand, die SGS aber noch ein Spiel weniger auf dem Konto.

In Bildern: Turbine Potsdam unterliegt der SGS Essen im DFB-Pokal-Viertelfinale.

Geisterspiel im Karl-Liebknecht-Stadion: Turbine Potsdam vor dem Anpfiff des DFB-Pokal-Viertelfinals gegen die SGS Essen. Zur Galerie
Geisterspiel im Karl-Liebknecht-Stadion: Turbine Potsdam vor dem Anpfiff des DFB-Pokal-Viertelfinals gegen die SGS Essen. © Jan Kuppert

Von der berühmten „Goldenen Ananas“ will Rudolph natürlich trotzdem nicht reden. Man wolle sich vernünftig aus der Saison verabschieden, sagt er mit Blick auf die fünf ausstehenden Partien. „Und gerade für unsere jungen Spielerinnen ist jedes Spiel gut. Darum sind diese Partien trotzdem auch enorm wichtig für die Entwicklung unserer Mannschaft.“ Für diese wird auch Merle Barth, die am Donnerstag als dritter Neuzugang präsentiert wurde, künftig von Bedeutung sein. Die 26-Jährige ist aktuell Kapitänin bei Bayer 04 Leverkusen und bringt Erfahrung in den Potsdamer „Jugend forscht“-Kurs ein. Nach dem feststehenden Abgang von Spielführerin Sarah Zadrazil sei klar gewesen, dass man im Mittelfeld noch eine erfahrene Spielerin brauche, so Rudolph. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

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Am Sonntag kommt erstmal der Tabellenzweite aus München ins leere „Karli“. Ein hochkarätig besetztes Team sei das, findet Matthias Rudolph, das sich zuletzt immer mehr stabilisiert habe. Mit an Bord: Die Ex-Turbinen Amanda Ilestedt und Kristin Demann. Im Turbine-Lager sei die Besetzung dagegen offen. „Wir müssen sehen, wer fit ist. Die letzten beiden Spiele haben fürchterlich Kraft gekostet“, so Rudolph. Vize-Kapitänin Johanna Elsig ist nach ihrer Gelb-Roten Karte im Pokal in der Liga spielberechtigt. Keine Chance besteht dagegen für Anna Gerhardt. Die 22-Jährige hatte sich am Mittwoch am rechten Knie verletzt. Zwar steht die endgültige Diagnose noch aus, eine lange Ausfallzeit ist aber wahrscheinlich. „Das ist echt schade“, sagt ihr Trainer, „sie hatte von Spiel zu Spiel mehr Fuß gefasst und sich einen Stammplatz erarbeitet. Das ist für uns ein großer Verlust.“