23. April 2021 / 10:24 Uhr

Aufregung um den Fußball-Landespokal: So reagieren die Vereine

Aufregung um den Fußball-Landespokal: So reagieren die Vereine

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Landespokal-Viertelfinale wurde am Mittwochabend ausgelost.
Das Objekt der Begierde: der Landespokal. © Johannes Weber
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Nach einer Konferenz des MV-Verbandes mit den 16 Achtelfinalisten ist offen, ob der Wettbewerb weitergeht. Mehrere Optionen sorgen für Diskussionen

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 ​Noch hat der Landesfußballverband (LFV) keinen Beschluss getroffen, ob und wie der Landespokal in dieser Saison weitergeht, doch es herrscht bereits große Aufregung. Mit den 16 noch im Wettbewerb vertretenen Mannschaften beriet sich der LFV am Mittwochabend per Videoschalte – ohne konkretes Ergebnis. Bis Mitte Mai soll Klarheit über die Fortsetzung herrschen.

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Der LFV unterbreitete zwei Vorschläge, wie es mit dem Wettbewerb in der Corona-Pandemie weitergehen soll. Erste Variante: Der Landespokal soll sportlich beendet werden, auch ohne Zuschauer. Eine Option, die bei den meisten Vereinen auf Zustimmung trifft – wie beim FC Schönberg: Der Sportliche Leiter Sven Wittfot meint: „Der Verband sollte bis zur letzten möglichen Option gehen, um einen Pokalsieger sportlich zu ermitteln.“

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Angesichts der Corona-Situation im Land wirkt es momentan allerdings unrealistisch, Partien durchzuführen. Bis zum 17. Mai ist in MV der Trainingsbetrieb und die Austragung von Sportveranstaltungen im Amateurbereich untersagt.



„Im Lockdown werden wir den Rasen weiterhin erst einmal nur aus weiter Ferne betrachten“, meint Stephan Neubauer, Präsidiumsmitglied der TSG Neustrelitz. Einen Abbruch würde er für fatal halten. Wenn es nach ihm geht, müssten nicht einmal die regulären K.o.-Spiele, verteilt über mehrere Wochen, zum sportlichen Vergleich her. „Denkbar wäre auch eine Endrunde an einem Wochenende mit Spielen über 45 Minuten oder sogar ein Elfmeterschießen.“ Optionen gäbe es viele. „Dann hat man am Ende wenigstens ein Kriterium, mit dem man sich seine Platzierung verdient hat“, so Neubauer.

Als zweite Möglichkeit schlug der Verband vor, seine vor der Saison getroffene Regelung anzuwenden, falls keine Partien mehr ausgetragen werden können. Demnach würde die Mannschaft für den DFB-Pokal 2021/22 gemeldet, die von den noch im Landespokal vertretenen Teams in der höchsten Spielklasse am besten platziert ist.

Peter Franke, Präsident von Blau- Weiß Polz, sieht das als akzeptable Lösung: „Wir tappen im Dunklen. Man kann nicht abschätzen, wie lange wir uns noch gedulden müssen, bis der Ball wieder rollt. Die Vereine werden stetig neu vertröstet. Es ist am besten, in der kommenden Saison wieder neu zu starten.“

Da der FC Hansa Rostock (aktueller Drittliga-Spitzenreiter) als einziges Profiteam aus MV auf dem besten Weg ist, sich direkt als mindestens Tabellenvierter über die 3. Liga für den DFB-Pokal zu qualifizieren, würde der Greifswalder FC als Dritter der NOFV-Oberliga Nord als weiterer MV-Teilnehmer nachrücken. Nach OZ-Informationen lehnte ein Großteil der Achtelfinalisten diese Regelung jedoch ab.

Michael Lau, Vorstandsvorsitzender des FSV Bentwisch, meint: „Der LFV kann es nicht allen recht machen. Die Bestplatzierten-Regelung wäre aber für viele Vertreter ein Schlag ins Gesicht.“ Der Chef des frischgebackenen Verbandsliga-Aufsteigers plädiert für ein sportliches Ende: „Der Verband hat seine Regelung festgesetzt, ohne dabei ordentlich mit seinen Vertretern zu sprechen. So lange es geht, sollte man versuchen, den DFB-Pokal-Teilnehmer auf dem Platz zu ermitteln.“ Sei dies nicht möglich, schlägt er das Losverfahren vor: „Das wäre noch die fairste Lösung.“

So sieht die Top-20-Torjägerliste im Landespokal 2020/21 nach der 3. Runde aus (Stand: 11. Oktober):

1. Platz: Tom Müller (FSV Bentwisch) - 6 Tore Zur Galerie
1. Platz: Tom Müller (FSV Bentwisch) - 6 Tore ©

Auch der FC Förderkader René Schneider oder der Doberaner FC sollen sich nach einem sportlichen Ende sehnen. Selbst der Greifswalder FC würde diesen Weg bevorzugen. Da die Zeit für die Durchführung des Wettbewerbs zunehmend schwindet, sei die satzungsgemäße Wertung durch den Landesverband aber zulässig. Ein Losverfahren lehnt GFC-Sportvorstand Daniel Gutmann hingegen ab: „Der Sport ist kein Casino.“ Generell wolle man derzeit noch nicht über eine Teilnahme am DFB-Pokal spekulieren. „Dafür ist es zu früh, denn die Entscheidungen stehen noch aus.“

Der Verband ist beim Landespokal in Zeitnot geraten. Ursprünglich ging er davon aus, den Wettbewerb auch über das offizielle Saisonende (30. Juni) hinaus austragen zu können. Allerdings verlangt der DFB bis zum 1. Juli aus den Landesverbänden die Meldungen für den DFB-Pokal.

Als weiterer Streitpunkt gilt die Verteilung der TV-Gelder des DFB-Pokals. Normalerweise erhält der MV-Teilnehmer in der 1. Runde 75 Prozent der Ausschüttung. So will es die Landespokal-Teilnahmevereinbarung, die von allen Klubs im Vorfeld der Saison unterzeichnet wurde. Die restlichen 25 Prozent würden anteilig auf die verbliebenen Mannschaften bis zum Achtelfinale verteilt. Allerdings soll bei der Konferenz am Mittwoch mehrfach die Forderung laut geworden sein, das Geld bei fehlender sportlicher Qualifikation auf alle Vereine aufzuteilen. Auch diese Option soll bei der nächsten Video-Konferenz diskutiert werden.

Verbliebene Teams im Landespokal: ​Brüsewitzer SV (Landesklasse), Doberaner FC, SV Blau-Weiß Polz, FSV Bentwisch (alle Landesliga), FC Mecklenburg Schwerin, FSV Kühlungsborn, FC Förderkader, FC Schönberg, Malchower SV, 1. FC Neubrandenburg (alle Verbandsliga), MSV Pampow, Rostocker FC, Greifswalder FC, TSG Neustrelitz, Torgelower FC Greif (alle Oberliga), FC Hansa Rostock (3. Liga).

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