16. Juni 2021 / 11:59 Uhr

Aufsteiger und U21-Europameister: So erlebte Ex-Wolfsburger Stach sein Wahnsinns-Jahr

Aufsteiger und U21-Europameister: So erlebte Ex-Wolfsburger Stach sein Wahnsinns-Jahr

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Den Pokal in den Händen: Ex-VfLer Anton Stach darf sich jetzt U21-Europameister nennen.
Den Pokal in den Händen: Ex-VfLer Anton Stach darf sich jetzt U21-Europameister nennen. © imago images/MB Media Solutions
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Anton Stach, ehemaliger Spieler des VfL Wolfsburg, hat es geschafft - er ist mit Greuther Fürth in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen und hat mit Deutschland die U21-EM gewonnen. Doch erst so langsam realisiert er das alles.

Wenn ihm vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass er im Juni 2021 Bundesliga-Fußballer und U21-Europameister ist, hätte er "diejenigen überhaupt nicht ernst genommen" und sich "darüber tot gelacht", sagt Anton Stach, der von 2018 bis 2020 noch in der Regionalliga-Mannschaft des VfL Wolfsburg gespielt hatte. Doch nun ist es tatsächlich Realität, der Mittelfeldspieler hat mit der SpVgg Greuther Fürth den Sprung ins Oberhaus geschafft und mit der DFB-Elf den Titel gewonnen - begreifen kann er es aber nun langsam erst alles.

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Bis zum Sommer vergangenen Jahres hatte Stach noch in der 4. Liga gekickt und sich darüber geärgert, dass er mit der U23 des VfL den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse knapp verpasst hat. Das alles ist Geschichte. Der 22-Jährige schloss sich den Fürthern an, wollte den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen. Aber dass es nun so rasant nach oben ging, hätte er selbst nicht erwartet. "Auf jeden Fall muss ich mich manchmal kneifen. Ich realisiere das jetzt alles erst so richtig und denke mir: Krass, wie schnell es ging", so der Abräumer, der viel Zuspruch von ehemaligen und aktuellen Wegbegleitern sowie von Freunden und aus der Familie bekam: "Einige haben gesagt, ich bin ein Beispiel dafür, wie schnell es aus der Regionalliga nach oben gehen kann, wenn man dran glaubt. Das fand ich bemerkenswert und hat mir ein gutes Gefühl gegeben."

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Insgesamt 30 Spiele bestritt Stach in seiner ersten Zweitliga-Saison, etablierte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Fürhter Startelf. Ein Tor gelang ihm - beim 1:2 gegen Meister VfL Bochum. Aber es lief nicht alles glatt. Am letzten Spieltag hatte Stach seiner Mannschaft im Aufstiegskampf einen Bärendienst erwiesen, nach einem harten Foul an Düsseldorfs Shinta Appelkamp musste der Ex-Wolfsburger mit Rot kurz vor der Pause vom Platz. "Ich wollte mich aufdrehen und drehe mich halt auf seinem Knöchel auf. Ich beschwere mich nicht über die Rote Karte", sagt Stach.

Doch seine Mannschaft lieferte ab, gewann trotz zweimaligen Rückstands in Unterzahl mit 3:2 - und stieg auf. So richtig freuen konnte sich Stach nach dem Schlusspfiff aber noch nicht. "Auch nach dem Spiel, als wir schon aufgestiegen waren, hatte ich daran noch zu knabbern, weil ich jemand bin, der sich seine Gedanken macht. Es tat mir leid für die Mannschaft und es war überragend, dass sie es noch gedreht haben." Nun geht's hoch in die 1. Liga, doch die ersten beiden Partien wird Stach verpassen.

Da wäre es doch ärgerlich, wenn's zum Start gegen Bayern oder Dortmund gehen würde, oder? "Das ist eigentlich egal", sagt Stach. "Es sind alles Top-Mannschaften in der 1. Liga." Gleichwohl bieten diese Mannschaften genau wie RB Leipzig für Stach einen speziellen Reiz. Er freue sich "aber auch auf Wolfsburg. Das wird wegen meiner Vergangenheit ein besonderes Spiel für mich", sagt der Ex-VfLer.

Diese Aufgaben kann er aber nicht nur als Aufsteiger, sondern auch als U21-Europameister angehen. In der Endrunde hatte er im Viertelfinale gegen Dänemark in der Startelf gestanden, in den beiden Partien danach Kurzeinsätze bekommen. "Es war eine super Zeit", blickt Stach zurück. "Es war anstrengend am Saisonende, aber wir hatten eine gute Mannschaft, die Rahmenbedingungen waren top. Dass wir das Turnier gewonnen haben, ist überragend."