10. März 2019 / 16:57 Uhr

Hannover 96 unterliegt Leverkusen im Schnee-Chaos - Aufholjagd wird nicht belohnt

Hannover 96 unterliegt Leverkusen im Schnee-Chaos - Aufholjagd wird nicht belohnt

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Spieler von Hannover 96 sind nach dem Abpfiff verständlicherweise sehr enttäuscht.
Die Spieler von Hannover 96 sind nach dem Abpfiff verständlicherweise sehr enttäuscht. © Swen Pförtner/dpa
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Hannover 96 hat den Befreiungsschlag gegen Bayer 04 Leverkusen verpasst. Die Roten zeigten allerdings große Moral und holten einen 2:0-Rückstand auf, am Ende jubelte dennoch die Werkself. Damit wartet 96 weiter auf den zweiten Sieg in der Rückrunde. 

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Jetzt ist sogar schon das Wetter von der Klimakatastrophe bei 96 betroffen. Hatte den ganzen Tag über fieser Dauerregen die Stadt nass gemacht, war es pünktlich zum Anpfiff der Schnee. Erst rieselte es leise, dann immer heftiger auf den Platz nieder.

Eigentlich eine perfekte Schneevorlage für die weniger begabten 96-Kicker, konnten doch die hochtalentierten Leverkusener so ihr ausgefeiltes Kombinationsspiel nicht vorzeigen. Vieles blieb dadurch dem Zufall überlassen. Die Hoffenheimer High-Techniker waren ja auch schon mal im Schnee der HDI-Arena versunken.

Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen Hannover 96 und Bayer 04 Leverkusen

Leverkusens Kai Havertz (links) ist deutlich vor Hannovers Walace am Ball. Zur Galerie
Leverkusens Kai Havertz (links) ist deutlich vor Hannovers Walace am Ball. ©
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Volland mit Doppelpack

Tatsächlich überstanden die 96-Spieler auch die vierte Minute, in der sie in Hoffenheim und Stuttgart ihr erstes Gegentor geschluckt hatten und gegen Frankfurt Glück bei einer Großchance brauchten. Diesmal dauerte es bis zum 0:1 bis zur 13. Minute, Kevin Holland hatte keine Mühe.

96 rutschte anfangs nur irgendwie mit herum, aber die Leverkusener blieben auch auf dem ungewohnten Boden griffiger. Den größten Beifall bekam bei 96 in Hälfte eins noch der Platzwart, der bei der Schneebesen-Pause in der 24. Minute mit Seelenruhe die Strafraumline freigelegt hatte. Jonathas nutzte die Unterbrechung auch und ließ sich Handschuhe bringen - ist ja auch schwer für einen Brasilianer, den norddeutschen Winter aushalten zu müssen. 

Schon in der 10. Minute waren die roten Bälle ausgepackt und gegen die weißen Kugeln getauscht worden. Ansehnlicher wurde es dadurch aber auch nicht gleich. Ein reguläres Spiel war nicht möglich, doch die 96er konnten diese unverhoffte Chance, das Bayer-Spiel lahmzulegen, noch nicht nutzen. Volland legte sogar zum 0:2 nach (28.).

Die Roten in Noten: Das ist die Einzelkritik zum Spiel Hannover 96 gegen Bayer 04 Leverkusen

Michael Esser: Der letzte Schneemann in der Ballschlacht. Lässt den Brandt-Schuss vor dem 0:1 unglücklich auf Volland klatschen. Beim 0:2 kann er nichts machen. Volles Risiko beim Rauslaufen, aber es lohnt sich beim Stand von 2:2. Note 3 Zur Galerie
Michael Esser: Der letzte Schneemann in der Ballschlacht. Lässt den Brandt-Schuss vor dem 0:1 unglücklich auf Volland klatschen. Beim 0:2 kann er nichts machen. Volles Risiko beim Rauslaufen, aber es lohnt sich beim Stand von 2:2. Note 3 ©

Schnee verhindert 96-Tor

Die Rasenheizung lief zwar, wie Stadionchef Thorsten Meier bestätigte, konnte aber die Menge nicht schaffen. 

So half die Schneebremse Bayer sogar, verhinderte den Anschlusstreffer in der ersten Hälfte zum 1:2 (33.) Genki Haraguchi hatte Torwart Lukas Hradecky schon rumkurvt, aber sein Schuss blieb auf der Linie liegen. Pech kam dann auch noch dazu.

Walace bleibt in der Kabine

Zur zweiten Hälfte nahm Trainer Thomas Doll den umstrittenen Walace raus, den er zuvor noch gegen Kritik des 96-Chefs verteidigt hatte. Martin Kind erklärte dazu vor dem Anpfiff, „Walace ist ein guter Spieler, wenn er es heute zeigt, ist das super.“ Kind erläuterte auch, seine Analyse „sollte ein kritischer Reiz sein für die Mannschaft, dass sie besser ist, als ich es eingeschätzt habe. So lange wir eine Chance haben, kämpfen wir“. 

Und das taten sie dann auch in Hälfte zwei mit mehr Offensive durch Hendrik Weydandt für den enttäuschenden Walace.

Mehr über #H96B04

96er Comebackqualitäten - doch Havertz trifft spät

Zumindest die Strafräume waren mittlerweile auch geräumt worden. Die 96-Spieler nahmen sich jetzt auch das Plakat zu Herzen, das in der Nordkurve hing: „Zeigt endlich Eier!“

Jonathas gelang das 1:2 per Kopf (51.), sein zweites Comeback-Tor nach dem zuletzt in Stuttgart. Es schneite weniger heftig, und 96 kämpfte wirklich leidenschaftlich mit den Fans im Rücken - wie so lange erhofft - um den Ausgleich. Das war nun keine Mannschaft mehr, die sich ergab, sondern sich den Punkt erkämpfte. Weydandt traf mit Glück und unter Mitrolle von Michel Weiser (73.). 96 hatte den ersten Punkt nach drei Niederlagen in der Hand doch Kai Havertz traf zum 2:3. Wieder verloren, aber zumindest alles gegeben - das ist doch auch schon etwas in diesen Tagen.

Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen Hannover 96 und Bayer 04 Leverkusen

Leverkusens Kai Havertz (links) ist deutlich vor Hannovers Walace am Ball. Zur Galerie
Leverkusens Kai Havertz (links) ist deutlich vor Hannovers Walace am Ball. ©

Zum Nachlesen: Hannover 96 gegen die Werkself!

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