16. Mai 2021 / 16:02 Uhr

AUFSTIEG! Dynamo Dresden nach 4:0 gegen Türkgücü zurück in der 2. Liga

AUFSTIEG! Dynamo Dresden nach 4:0 gegen Türkgücü zurück in der 2. Liga

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Mit dem Sieg gegen Türkgücü München ist Dynamo Dresden der direkte Aufstieg nicht mehr zu nehmen. © Steffen Manig
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Dynamo Dresden ist wieder zweitklassig! Die Sportgemeinschaft steigt durch den Sieg gegen Türkgücü München direkt in die 2. Bundesliga auf.

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Dresden. Riesenjubel in der Landeshauptstadt: Dynamo Dresden hat nach einem Jahr in der 3. Liga vorzeitig den direkten Wiederaufstieg geschafft. Durch ihren 4:0-Heimsieg gegen Türkgücü München sind die Schwarz-Gelben nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Daferner (15.) und Königsdörffer (27.) brachten die Gastgeber schon vor der Pause mit 2:0 in Front. In Durchgang zwei schossen Mörschel (62.) und Vlachodimos (90.) die Dynamos endgültig wieder in die 2. Bundesliga.

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Per Lupfer ins Glück

Im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln in der Vorwoche nahm Cheftrainer Alexander Schmidt im Duell gegen seinen Ex-Verein drei Startelf-Änderungen vor. Torschütze Christoph Daferner, Mittelfeldmann Julius Kade und Linksverteidiger Jonathan Meier begannen für Leroy Kwadwo, Philipp Hosiner (beide Bank) und den gelbgesperrten Paul Will.

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Zurück in der 2. Bundesliga! Mit einem 4:0 gegen Türkgücü München gelingt Dynamo Dresden der Wiederaufstieg. Zur Galerie
Zurück in der 2. Bundesliga! Mit einem 4:0 gegen Türkgücü München gelingt Dynamo Dresden der Wiederaufstieg. ©

Die Gäste, die in der Hinrunde mit 1:0 gegen Dynamo gewonnen hatten, hielten die die Schwarz-Gelben zunächst erfolgreich vom eigenen Tor fern. Und mehr noch: In der 5. Minute gaben sie bei einem Freistoß aus knapp 30 Metern den ersten Schuss aufs Tor ab, doch Parks Schuss kam zu zentral auf Schlussmann Kevin Broll, der den Ball sicher fing. Bis zum ersten Torschuss der Schwarz-Gelben dauerte es bis zur 15. Minute – aber der saß auch gleich. Parks katastrophale Kopfballrückgabe erlief Daferner an der Strafraumgrenze, nahm den Ball mit der Brust mit und hob ihn gekonnt über Türkgücü-Keeper Vollath zum 1:0 in die Maschen! Riesiger Jubel bei den Dresdnern, denn die knappe Führung würde schon für die 2. Bundesliga reichen.



Mörschel macht den Deckel drauf

Der Münchner Sturm mit Ex-SGD-Angreifer Lucas Röser war in der Folge bei der Dresdner Defensive bestens aufgehoben, die fünf Punktspiele zuvor letztmals ein Gegentor kassiert hatte. Zwar konnte sich Türkgücü mehrfach bis in den Dresdner Strafraum durchkombinieren, aber dort stand immer ein Bein im Weg. Da brannte nichts an. Ganz anders auf der gegenüberliegenden Seite: Heinz Mörschel schickte mit einem Traumpass aus der eigenen Hälfte den wieselflinken Ransford Königsdörffer auf die Reise. Und der 19-Jährige lief seinem Gegenspieler Alexander Sorge davon, ließ ihn mit einem Haken endgültig aussteigen und tunnelte Schlussmann Vollath – 2:0 nach einer knappen halben Stunde Spielzeit.

Ab jetzt standen die Zeichen auf Aufstieg. Kevin Broll musste zwar bei Sorges Kopfball (31.) retten, der seinen Fehler wiedergutmachen wollte. Ansonsten waren die Sachsen ihrem dritten Tor aber deutlich näher als Türkgücü dem ersten: Mörschels Schuss ging aber ebenso neben das Gehäuse (34.) wie der Versuch von Kade (42.), der fast für die Vorentscheidung gesorgt hätte. Mit Beginn des zweiten Durchgangs kamen Kreuzer und Vlachodimos für Meier und Diawusie in die Partie, in der 56. Minute verließ dann auch Torschütze Königsdörffer für Hosiner den Rasen. Und der Österreicher war sofort da. In der 57. Minute rollte sein Querpass genau vor den Fuß von Daferner. Der stand frei im Strafraum zentral vorm Tor, schloss aber direkt und überhastet ab und verzog.

Fans lassen von sich hören

Wechsel vier bei Dynamo in der 60. Minute: Leroy Kwadwo ersetzte Chris Löwe. Und wenig später war der Deckel dann endgültig drauf: Philipp Hosiner leitete Kreuzers scharfe Hereingabe direkt auf Heinz Mörschel weiter, der neben ihm völlig frei auf Keeper Vollath zulief und ihm beim Abschluss null Chance ließ: 3:0 für die Sportgemeinschaft in der 62. Minute. Die Vorentscheidung! Kurz darauf dezimierte sich Türkgücü selbst. Aaron Berzel foulte Yannick Stark, rutschte in ihn rein – allerdings wohl unabsichtlich. Schiedsrichter Thorben Siewer zeigte dennoch Gelb-Rot (67.). Seither war Dynamo nun auch noch in Überzahl und hätte das fast sofort ausgenutzt. Diesmal ließ Hosiner den deutlich langsameren Sorge stehen, scheiterte aber mit seinem Schuss an Vollath (69.).

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(1) Kevin Broll: Der Schlussmann strahlte von Beginn an Sicherheit aus. Der Mannheimer parierte gleich den Freistoß von Yiyoung Park, fing eine Ecke sicher weg. Er war auf den Punkt hochkonzentriert, heiß auf den Aufstieg. Das spürten seine Vorderleute, das half ihnen, die etwas wacklige Anfangsphase zu überstehen. In der zweiten Halbzeit hatte er nicht mehr viel zu tun, konnte die Minuten bis zum Abpfiff entspannt auskosten. Das hatte er sich verdient. Note 2,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Der Schlussmann strahlte von Beginn an Sicherheit aus. Der Mannheimer parierte gleich den Freistoß von Yiyoung Park, fing eine Ecke sicher weg. Er war auf den Punkt hochkonzentriert, heiß auf den Aufstieg. Das spürten seine Vorderleute, das half ihnen, die etwas wacklige Anfangsphase zu überstehen. In der zweiten Halbzeit hatte er nicht mehr viel zu tun, konnte die Minuten bis zum Abpfiff entspannt auskosten. Das hatte er sich verdient. Note 2,5 ©

Von draußen war schon das Feuerwerk zu hören, mit dem die Dresdner Fans im Großen Garten bereits den Aufstieg feierten. Weil die Lennéstraße von der Polizei abgeriegelt war, hatten sie sich vor allem im Großen Garten versammelt. Auf dem Stadionrasen kamen von den Gästen spätestens jetzt kaum noch Offensivaktionen, auch Dynamo spielte angesichts der deutlichen Führung nicht mehr volle Pulle. Seinen letzten Wechsel für diese Partie nahm Alexander Schmidt in der 75. Minute vor: Mit Heinz Mörschel hatte der nächste Torschütze Feierabend, Marvin Stefaniak kam für ihn. Als er gleich mal Vlachodimos in Szene setzte, dessen Vorlage Hosiner zum vermeintlichen 4:0 in die Maschen drückte, entschieden die Unparteiischen auf Abseits (81.). Ebenfalls Stefaniak, diesmal per Freistoß, fand nur zwei Minuten später Kwadwo, dessen Kopfball knapp nebens Tor ging.

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Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): Das ist eine Befreiung für die Mannschaft. Die Anspannung war hoch, wir haben alle versucht, das zu verdrängen. Umso froher bin ich jetzt. Dynamo war klarer Favorit, für die Jungs herrschte die ganze Saison Druck, das fällt jetzt alles ab. Ich muss meinen Vorgänger Markus Kauczinski loben. Ich weiß nicht, wie viele Spieltage er auf Platz eins war. Es ist auch seine Meisterschaft! Er hat mir mit auf den Weg gegeben: Bring das Ding nach Hause. Jetzt haben wir es nach Hause gebracht, Markus. Es ist auch dein Verdienst! Zur Galerie
Alexander Schmidt (Trainer SG Dynamo Dresden): "Das ist eine Befreiung für die Mannschaft. Die Anspannung war hoch, wir haben alle versucht, das zu verdrängen. Umso froher bin ich jetzt. Dynamo war klarer Favorit, für die Jungs herrschte die ganze Saison Druck, das fällt jetzt alles ab. Ich muss meinen Vorgänger Markus Kauczinski loben. Ich weiß nicht, wie viele Spieltage er auf Platz eins war. Es ist auch seine Meisterschaft! Er hat mir mit auf den Weg gegeben: Bring das Ding nach Hause. Jetzt haben wir es nach Hause gebracht, Markus. Es ist auch dein Verdienst!" ©

Dynamo nun Rekordaufsteiger

Auch Leroy Kwadwo hatte noch zwei gute Gelegenheiten, doch beide Kopfbälle nach Stefaniak-Freistoß (79.) und Kreuzers Ecke (87.) gingen knapp links am Kasten vorbei. Der krönende Abschluss gelang Vlachodimos mit einem Schlenzer von der Strafraumgrenze mitten ins Glück – zum 4:0 in der 90. Minute. Wieder ohne Gegentor, und sogar der höchste Erfolg unter Alexander Schmidt! Erstmals seit 2017 (Duisburg) ist wieder eine Mannschaft direkt aufgestiegen.

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Am Rande des Dynamo-Aufstiegs kam es in Dresden zu Ausschreitungen und turbulenten Szenen. Zur Galerie
Am Rande des Dynamo-Aufstiegs kam es in Dresden zu Ausschreitungen und turbulenten Szenen. ©

Dynamo ist nun Rekordaufsteiger und kommende Saison wieder zweitklassig. Nebenbei stellt der 22. Saisonsieg einen neuen Vereinsrekord dar! Kommende Woche gegen Wiesbaden will Dynamo noch Rang eins klarmachen und die Drittliga-Meisterschaft feiern.