03. April 2021 / 09:42 Uhr

Aufstieg ist Kopfsache: 96-Coach Kocak wünscht sich einen Mentaltrainer

Aufstieg ist Kopfsache: 96-Coach Kocak wünscht sich einen Mentaltrainer

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer Kenan Kocak hat das Thema Mentaltrainer in Hannover auf den Tisch gebracht.
96-Trainer Kenan Kocak hat das Thema Mentaltrainer in Hannover "auf den Tisch gebracht". © imago images/Revierfoto
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Am Ostersonntag (13.30 Uhr) empfängt Hannover 96 nach langer Pause den Hamburger SV. Die Hanseaten dienen Kenan Kocak als Vorbild in allen Bereichen. Nun hat der Coach der Roten das Thema Mentaltrainer auch in Hannover „auf den Tisch gebracht“.

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Das Wetter herrlich, die Laufrunde launisch. Trainer Kenan Kocak umkreiste am Gründonnerstag mit dem slowenischen Nationalspieler Jaka Bijol den Maschsee. Jogging oder sportliche Laufrunde unter 30 Minuten über 6,1 Kilometer? „Die Frage ist fast ’ne Frechheit“, fand der blendend aufgelegte Kocak. „Ne schöne Runde, ein guter gemeinsamer Ausflug“ sei dies gewesen mit dem einzigen Länderspielreisenden Bijol.

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Gehirnjogging bei Sonnenschein

In dem Gespräch ging es ums Spiel gegen Hamburger SV am Ostersonntag – und um die Zukunft des slowenischen Leihspielers. Der Trainer versuchte, Kopf und Herz bei Bijol für eine erneute Saison in Hannover zu erreichen. Gehirnjogging bei Sonnenschein, blendende Idee.

Das ist der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2020/21 der 2. Bundesliga:

Hannover 96 spielt in der aktuellen Zweitligasaison unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf, den HSV und Eintracht Braunschweig.  Zur Galerie
Hannover 96 spielt in der aktuellen Zweitligasaison unter anderem gegen Fortuna Düsseldorf, den HSV und Eintracht Braunschweig.  ©

Kocak hat seine Vorstellungskraft behalten, den Aufstieg mit 96 zu schaffen. Wenn nicht in dieser, dann in der nächsten Saison. Der Ostersonntag-Gegner Hamburger SV diente Kocak am Freitag als leuchtendes Beispiel zum Feiertag. Der Trainer schaute neidisch zu den Möglichkeiten, die der Aufstiegskandidat bietet.

Eine Pause zur rechten Zeit

Unfreiwillig – und mit negativ positiven Corona-Testerfahrungen – hatte der 96-Trainer vier Wochen Zeit nach dem 1:1 in Aue. Eine Pause zur rechten Zeit, auch für Kocak. Es soll intern geknirscht haben zwischen Mannschaft und Trainer nach der vergebenen Aufstiegschance, den drei Unentschieden und der Peinlichpleite in Düsseldorf. Nun nutzte Kocak die Pause, sortierte Vieles neu, suchte die Nähe zu wichtigen Spielern im Kader – wie jetzt zu Bijol, zuletzt Marvin Ducksch oder Hendrik Weydandt.

Weydandt nannte Kocak auf der Pressekonferenz am Freitag einen „wertvollen Spieler für uns“. Besonders wertvoll im Hinspiel gegen Hamburg. Da schoss Weydandt das goldene Tor. Weydandt traf danach nicht mehr, 96 schwankte, verdaddelte Spiele wie in Überzahl in Düsseldorf. Hannover 96 gab ein Sinnbild der Inkonstanz ab. Anders der Hamburger SV.

Das Rezept für Aufsteiger

Kocak ist „überzeugt“ vom Aufstieg des HSV. Dann schrieb der 96-Trainer ein Rezept für Aufsteiger, basierend auf dem Hamburger Weg. Die Zutaten: Qualität im Kader, ein guter Trainer und ein Reflexionstrainer. Reflexions-Was? Kocak machte am Freitag Reklame für den 61 Jahre alten Mentalcoach Martin Daxl und dessen Unternehmen Davitasports, das die HSV-Profis seit August betreut.

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"Das ist der Unterschied beim HSV"

„Martin Daxl unterstützt aus dem Hintergrund, ich kenne ihn aus Vorträgen. Das ist der Unterschied beim HSV“, findet Kocak, der bevorstehende Aufstieg sei ein „Verdienst von Daniel Thioune und von Davitasports mit Martin Daxl.“ Daxl habe „Störfaktoren eingefangen“ wie die Serie von fünf Spielen ohne Sieg. Ist Aufstieg nur Kopfsache? Beobachter berichten über Einzelgespräche, die Spieler freiwillig wahrnehmen können.

96 arbeitete unter Mirko Slomka mit dem Motivationsexperten Peter Boltersdorf. Kocak würde gern Daxl fest verpflichten: „Es wäre sinnvoll und ich bin ein absoluter Fürsprecher solcher Erweiterungen im Staff, das würde einen großen Mehrwert mit sich bringen.“ Der 96-Trainer habe „das auf den Tisch gebracht, weil ich an den Verein denke, wir sind dabei, das zu diskutieren.“ Aber: „Das ist mit Sicherheit auch ein Kostenfaktor.“

Die erste Zweitligasaison hat viel Kraft gekostet

Diese zweite Zweitligasaison hat 96 viel Kraft und Nerven gekostet. „Wir können es uns jedenfalls nicht erlauben, irgendwas in dieser Runde abzuschenken“, sagt Kocak. Und die Maschseerunde mit Bijol? „30 Minuten plus noch was“, gab Kocak zu. Morgen werden es anspruchsvollere 90 Minuten plus noch was – es wird Erkenntnisse geben, wie viel 96 sportlich vom Hamburger SV noch lernen kann oder muss.