16. September 2021 / 13:55 Uhr

Auftrag an die Profis von Hansa Rostock: Seid unangenehm!

Auftrag an die Profis von Hansa Rostock: Seid unangenehm!

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
An der Seitenlinie in seinem Element: Hansa-Trainer Jens Härtel.
An der Seitenlinie in seinem Element: Hansa-Trainer Jens Härtel. © Foto: Danny Gohlke/dpa
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Am Freitagabend (Anstoß 18.30 Uhr) tritt der FC Hansa Rostock beim 1. FC Nürnberg an. Trainer Jens Härtel, der auf Julian Riedel und Pascal Breier verzichten muss, setzt nach dem 2:1-Erfolg gegen Darmstadt auf die eigene Stärke. Zudem sei Nürnberg nicht unverwundbar, meint der 52-Jährige.

Trainerfuchs trifft Musterschüler. Wenn der FC Hansa Rostock am Freitagabend (Anstoß 18.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg antritt, dann treffen mit Jens Härtel und Robert Klauß auch zwei Vertreter verschiedener Trainer-Generationen aufeinander. Härtel, der 52-jährige Hansa-Cheftrainer, der sich Schritt für Schritt den Weg bis in die 2. Liga erarbeitete. Und Klauß, der 36-Jährige, der Co-Trainer unter Ralf Rangnick und Julian Nagelsmann bei RB Leipzig war und von dort ohne Umwege zu unterklassigen Vereinen auf den Nürnberger Cheftrainerstuhl stieg.

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Der gebürtige Eberswalder hhatte schon für Furore gesorgt, bevor ihn der Ruf der Franken erreichte. 2018 machte Klauß seinen Abschluss als Fußball-Lehrer an der Hennes-Weisweiler-Akademie des Deutschen Fußball-Bundes. Mit 1,0 – Bestnote. Das hatte vor ihm nicht mal Julian Nagelsmann (1,3) geschafft.

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„In meiner zehn Jahre langen Laufbahn als Ausbildungsleiter für die Fußball-Lehrer-Lizenz des DFB habe ich keinen zweiten Fall erlebt, in dem ein Bewerber mit so vielen Vorschusslorbeeren ins Rennen geschickt worden ist, wie dies bei Robert Klauß der Fall gewesen ist“, berichtete Frank Wormuth einem Fußball-Portal. „Robert Klauß, so hieß es durch die Blume, sei die ostdeutsche Antwort auf Julian Nagelsmann.“

Der Hansa-Coach hat das alles mitbekommen. Schließlich saß mit Ronny Thielemann sein Assistent und engster Vertrauter mit Klauß im Fußball-Lehrerkurs. Härtel kannte Klauß aber schon zuvor. Beide waren eine Zeit lang parallel Trainer bei RB Leipzig: Härtel coachte die A-Junioren, Klauß die C-Jugend. „Zu der Zeit haben sich in Leipzig noch alle im Container umgezogen. Da gab es viel Kontakt untereinander“, erinnert sich der Rostocker Trainer.

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Hanno Behrens bleibt Kapitän beim 1. FC Nürnberg. Foto: Daniel Karmann Zur Galerie
Hanno Behrens bleibt Kapitän beim 1. FC Nürnberg. Foto: Daniel Karmann ©

Für Härtel geht es am Freitag ausschließlich um den sportlichen Vergleich seiner Mannschaft mit den Nürnbergern und „nicht um den Wettbewerb zwischen Jens und Robert“, sagte er. Ihm gehe es ausschließlich darum, gegen Nürnberger, die in dieser Saison als einzige Zweitliga-Truppe noch ohne Niederlage sind, zu bestehen. Härtels Devise an seine Mannschaft lautet: „Seid unangenehm!“

Julian Riedel und Pascal Breier, die gegen Darmstadt auf der Ersatzbank saßen, aber nicht zum Einsatz kamen, werden am Donnerstagnachmittag nicht mit nach Nürnberg fliegen. Beide sind erkältet und haben Trainingseinheiten verpasst. Haris Duljevic, den die Rostocker vor einer Woche unter Vertrag genommen hatten, wird ebenfalls in Rostock bleiben. „Er ist noch keine Option“, stellte Härtel klar. Der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler aus Bosnien-Herzegowina, der bis zum Sommer beim französischen Erstligisten Olympique Nimes unter Vertrag stand und sich individuell fit gehalten hatte, soll zunächst auf das physische Niveau seiner Mitspieler gebracht werden.


Hansa geht mit dem Selbstbewusstsein des 2:1-Heimsieges gegen Darmstadt in das Duell mit den Nürnbergern. „Wir wollen unsere Stärken einsetzen und an die Leistung anknüpfen. Nürnberg hat einen guten Kader, ist aber nicht unverwundbar“, sagte der Hansa-Coach.

Trotz seines Nasenbeinbruches, den er sich am 29. August im Auswärtsspiel bei Werder Bremen zugezogen hat, dürfte Calogero Rizzuto wieder zur Startelf gehören. „Jetzt geht es mir wieder gut. Die Maske ist gewöhnungsbedürftig, aber ich werde sie noch zwei bis drei Wochen tragen“, sagte der 29 Jahre alte Verteidiger. Rizzuto war im Sommer ablösefrei von Hansas Liga-Rivalen FC Erzgebirge Aue an die Küste gewechselt, überzeugte in der Vorbereitung und erkämpfte sich einen Stammplatz.

Ob der Trainer ihn offensiv auf einer der Außenbahnen oder hinten in der Abwehr einbauen wird, stand am Donnerstag noch nicht fest. Rizzuto versicherte, er könne sich mit verschiedenen Rollen zurechtfinden: „Ich suche vorne gern das 1:1. Das liebe ich. Ich tue aber auch den Leuten gerne weh, wenn ich hinten spiele.“