17. April 2020 / 14:03 Uhr

Augen zu und durch - Bornaer Handballverein 90 in der Warteschleife

Augen zu und durch - Bornaer Handballverein 90 in der Warteschleife

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
Handball Borna
Bornas Frauen (schwarze Trikots) geben in dieser Szene gegen Torgau defensiv alles. © Thomas Kube
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Auch beim Bornaer Handballverein müssen sich angesichts der Corona-Krise alle Teams in Geduld üben . der Vorsitzende Jörg Semper vermutet, dass die Saison abgebrochen wird.

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Borna. Auch die Handballer des Bornaer Handballvereins 90 hängen in der Warteschleife. „Der Sächsische Handballverband hat hinsichtlich der weiteren Verfahrensweise noch keine abschließende Entscheidung getroffen. Es wird wohl aber darauf hinauslaufen, dass die Saison nicht zu Ende gespielt wird“, informiert der BHV-Vorsitzende Jörg Semper über den Stand der Dinge.

„Wir nehmen die Entscheidung in jedem Fall, wie sie kommt. Da wir mit unserer ersten Mannschaft im Mittelfeld der Bezirksliga liegen, wäre für uns ein vorzeitiger Saisonabbruch sportlich neutral“, so Semper, demzufolge die vergangenen Wochen von einer allgemeinen Verunsicherung im Verein geprägt waren. „Da die von dem Virus ausgehende Gefahr nicht greifbar ist, hat sich die Notwendigkeit der Schließung der Sportstätten nicht jedem Vereinsmitglied in vollem Umfang erschlossen.“

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Grundsätzlich seien aber alle Spieler der ersten Mannschaft professionell mit der nicht einfachen Situation umgegangen und stünden in einer Whatsapp-Gruppe miteinander in enger Verbindung. „Wir befinden uns bereits mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison und müssen bis Mitte dieses Monats die Teams im Erwachsen- und Nachwuchsbereich für den Spielbetrieb anmelden“, so der BHV-Vorsitzende, demzufolge die Integration eines guten halben Dutzends B-Juniorenspieler in die erste Mannschaft gut gelungen ist. „Sie haben mit ihrer gegenüber den etablierten Spielern größeren Schnelligkeit für den positiven Ausgangs des einen oder anderen Saisonspieles gesorgt, in der neuen Spielzeit wird der Trainer den Schwerpunkt auf der weiteren taktischen Schulung des Nachwuchses legen. Insgesamt nehmen wir die neue Saison mit einem guten Mix aus erfahrenen und jungen Spielern in Angriff.“

Hoffen auf baldige Rückkehr in Trainingsbetrieb

Wohin die Reise unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten gehen wird, sei aber zum aktuellen Zeitpunkt noch ungewiss. „Noch haben uns keine negativen Rückmeldungen unserer Sponsoren erreicht. Aber Gewissheit werden wir erst haben, wenn wir im Rahmen der weiteren Saisonvorbereitung in die Gespräche mit den Sponsoren einsteigen“, so Semper. „Finanziell ist der Saisonstart abgesichert, wenn die Krise sich jedoch länger hinzieht, müssen wir sehen.“

Sohnemann Franz, der ab der neuen Saison die Reihen der SG Flensburg-Handewitt verstärken wird, hat seine erste persönliche Corona-Krise mit Beginn Anfang April hinter sich gebracht. „Nach der Rückkehr von einem Lehrgang musste er sich vom 14. März an zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben“,, berichtet der Papa.

„Er hat sich zwar auf dem Ergometer und mit Kraftübungen versucht fit zu halten, aber für einen Profisportler waren dies natürlich keine optimalen Bedingungen.“ Er scharre mit den Hufen und hoffe auf eine baldige Rückkehr in den Trainings- und Wettkampfbetrieb. „Dort allerdings lauert dann die Gefahr, dass die jungen Leute mehr wollen, als ihr Körper nach der Pause zu leisten in der Lage ist“, gibt der BHV-Vorsitzende zu bedenken.