20. Dezember 2019 / 17:59 Uhr

Augsburg-Blogger Andreas Riedl: "Ein Punkt gegen RB Leipzig wäre großes Kino"

Augsburg-Blogger Andreas Riedl: "Ein Punkt gegen RB Leipzig wäre großes Kino"

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Andreas Riedl tippt auf ein Unentschieden zwischen RB und seinen Augsburgern.
Andreas Riedl tippt auf ein Unentschieden zwischen RB und seinen Augsburgern. © Getty Images / Privat
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Der FC Augsburg hat aus den vergangenen sechs Ligaspielen 16 Punkte geholt. Blogger Andreas Riedl erklärt, warum es so gut läuft, wer sein Spieler der Saison wird und warum sich RB Leipzig gegen seine Mannschaft so schwertut.

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Blogger Andreas Riedl wurde von seinem Vater mit dem FC-Augsburg-Virus angesteckt. Für die "Rosenau Gazette" behält er seinen Herzensclub im Blick. Wieso es für den FCA gerade so gut läuft, weshalb nur Urgestein Daniel Baier Spieler der Saison werden kann und warum sich die Roten Bullen gegen die Fuggerstädter stets schwertun, erklärt der 36-Jährige im Interview.

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Herr Riedl, der FC Augsburg hat fünf der letzten sechs Spiele gewonnen. Wie ist die Stimmung bei den Fans?

Natürlich großartig. Besonders, weil wir zwischendurch gedacht haben, die Welt geht unter. Wir denken, seit neun Jahren, dass es uns erwischt und wir auch irgendwann mal fällig sind. Und mit Martin Schmidt wusste man ja auch nicht wirklich, was man bekommt.



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Hätten Sie ihm diese Entwicklung zugetraut?

Für mich standen die Chancen, dass er die Kurve nicht mehr kriegt, bei 70 zu 30. Jetzt haben wir zuletzt 16 von 18 möglichen Punkten geholt. Das ist pure Euphorie zum Jahresende.

Können sie sich den Aufschwung erklären?

Es braucht Zeit, um mannschaftliche Strukturen aufzubauen. In vielen Situationen bekommen Trainer in dieser Liga aber nicht die Möglichkeit, langfristig zu arbeiten. Wir haben im Sommer einen großen Kaderumbruch mit Schmidt vollzogen. Vorher hat es gar nicht mehr gepasst. Auch bei der Frage, wer Führungsspieler ist und wer nicht. Es braucht Geduld, bis sich sowas findet.

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Wer wird Ihr Spieler der Saison?

Dieses Gespräch fängt in Augsburg immer mit Daniel Baier an. So lange er hier spielt, wird es auch immer mit unserem Maestro im Mittelfeld anfangen. Er ist, was Spielrhythmus und Spielgestaltung angeht, der Lenker und Denker. Wenn man eine Reihe zurückschaut, ist es enorm wichtig, dass Jeffrey Gouweleeuw jetzt fit bleibt und die Abwehr stabilisiert. Er bringt eine Qualität mit, die die Jungen noch nicht haben.

Und offensiv?

Wir schießen gerade mehr Tore als in der Vergangenheit. Das fängt mit Florian Niederlechner an, der unser Überraschungstransfer des Sommers ist. Er trifft und legt vor, wie er gerade will. Und mit Philipp Max haben wir natürlich einen, der auf seiner Position in Deutschland einer der besten ist.

Augsburgs Bilanz gegen Leipzig ist ausgeglichen. Warum ist die Mannschaft so unangenehm für die Roten Bullen?

Wenn unser Spiel funktioniert, kommt es viel über Körperlichkeit. Das muss man auch unter widrigen Bedingungen annehmen. Da haben wir uns auch den Ruf erarbeitet, dass es gegen uns extrem schmerzhaft und unangenehm ist. Wenn wir in die Zweikämpfe kommen und defensiv stabil stehen, wird der Leipziger Fußballansatz ein Stück weit weggenommen.

Ihr Club ist in der Vergangenheit häufig sehr defensiv gegen RB aufgetreten. Fährt man mit dem aktuellen Selbstbewusstsein anderes eingestellt nach Leipzig?

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Ich denke, dass unser Kern auch weiterhin darin bestehen wird, hinten extrem kompakt zu sein und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Dann zeichnet uns dieses Jahr das schnelle Umschalten aus. Und was uns dieses Jahr so stark macht, ist, dass man die Ruhe und das Selbstbewusstsein hat, auf die Fehler der Gegner zu warten.

Ihr Tipp?

Wenn alles gut läuft, gehen wir mit einem 1:1 nach Hause und nehmen noch ein letztes Pünktchen in diesem Jahr mit. Das wäre großes Kino.

Von Platz 17 ging es zuletzt auf Platz zehn. Was ist diese Saison noch drin?

Die Abstände nach oben sind sehr gering. Wenn man jetzt noch Leipzig schlagen würde, könnte man ganz schnell auch auf Platz sechs oder sieben landen. Nach unten ist der Abstand mittlerweile etwas größer. Da hat man sich ein schönes Polster erarbeitet. Aber die erste Hälfte der Rückrunde wird wieder übel. Ich möchte dennoch relativ früh von Europa träumen können. Dass wir da nicht wieder hinkommen, ist, wenn alles normal läuft, klar. Aber zumindest muss man dann nicht die ganze Zeit nach hinten schauen. Das wäre großartig.