03. Januar 2022 / 18:49 Uhr

Augsburg statt Wolfsburg: US-Talent Pepi spricht über seine Entscheidung

Augsburg statt Wolfsburg: US-Talent Pepi spricht über seine Entscheidung

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Augsburg statt Wolfsburg: US-Talent Pepi trainierte am Montag erstmals bei seinem neuen Klub.
Augsburg statt Wolfsburg: US-Talent Pepi trainierte am Montag erstmals bei seinem neuen Klub. © FCA
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FC Augsburg statt VfL Wolfsburg: US-Sturmtalent Ricardo Pepi hat sich erstmals zu seiner Transfer-Entscheidung geäußert. Dass sein neuer Klub die Rekord-Verpflichtung stemmen konnte, sorgt für Diskussionen.

"Viele wollten ihn, der FCA hat ihn" - mit diesen Worten verkündete der FC Augsburg am Montag via Social Media den Transfer von US-Sturmtalent Ricardo Pepi. Mit "viele" ist vor allem der VfL Wolfsburg gemeint, der heftig um die Dienste des Angreifers gebuhlt hatte, aber ausstieg, als das Ablösepaket die 15-Millionen-Euro-Grenze überschritt. Die Augsburger sollen rund 17 Millionen Euro plus Bonuszahlungen an den FC Dallas überweisen, Pepi (wird kommende Woche 19 Jahre alt) unterschrieb einen Vertrag bis 2026.

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Via FCA-Homepage sprach Pepi erstmals über seinen Transfer nach Europa und die Entscheidung für den Tabellen-15. der Bundesliga. „Es war mein Traum, nach der abgelaufenen MLS-Saison nach Europa zu wechseln. Ich sehe den FC Augsburg und die Bundesliga als das perfekte Umfeld, um als junger Spieler viel Spielpraxis auf höchsten Niveau sammeln zu können." Und: „Es war beeindruckend, wie sehr sich die Verantwortlichen des FCA um mich bemüht haben. Daher hatte ich vom ersten Moment an ein richtig gutes Gefühl, dass der FCA genau der richtige Verein für mich ist. Ich freue mich auf meine neuen Kollegen und möchte mich so schnell wie möglich ins Team einfügen und kann es kaum erwarten, dass es losgeht.“

Bemüht hatte sich auch der VfL - wollte aber mit dem Augsburger Angebot nicht mithalten. Dass die Schwaben eine solche Summe für die Verpflichtung eines Teenagers aufbringen können, sorgt derweil für Diskussionen. Der US-Amerikaner David Blitzer besitzt seit dem vergangenen Jahr mit seiner "Bolt Football Holdings Germany" Anteile an der Investoren-GmbH von Augsburg-Vereinschef Klaus Hofmann. Blitzer hatte insgesamt 45 Prozent der Investoren-GmbH übernommen, die vorher auf drei Eigner verteilt waren. Pikant: Nicht der Verein verkündete damals den Besitzerwechsel, vielmehr enthüllte eine Fan-Seite im Internet den Vorgang, was der FCA anschließend als "unglücklich" bezeichnete. Die Pepi-Verpflichtung gilt nun als erstes Anzeichen der neuen Augsburger Finanzkraft, Kritiker sprechen von einer Umgehung der 50+1-Regel, die die Klubs von einer zu starken Einflussnahme von Investoren schützen soll.

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„Wir freuen uns, dass sich Ricardo trotz des Interesses zahlreicher internationaler Top-Klubs für einen Wechsel zum FCA entschieden hat", so FCA-Sportgeschäftsführer Stefan Reuter. "Wir haben ihm eine klare sportliche Perspektive für seine weitere Entwicklung aufzeigen können, die ihn überzeugt hat." Und, so der Weltmeister von 1990 weiter, "wir sind überzeugt, dass er sich in Augsburg weiterentwickeln wird und wir alle gemeinsam in den kommenden Jahren viel Freude haben werden.“

Der FCA erhofft sich von Pepi mehr Durchschlagskraft im Sturm: 17 Tore in 17 Hinrunden-Partien waren eine magere Ausbeute. Der Neuzugang, der in Texas den Spitznamen "Toro" (Stier) bekommen hat, absolvierte bereits sieben Länderspiele für die USA (drei Tore). In der vergangenen MLS-Saison erzielte er 13 Treffer in 31 Partien für den FC Dallas. In Augsburg löst er Martin Hinteregger (kam 2016 für rund zehn Millionen Euro als Salzburg) als teuersten Transfer der Vereinsgeschichte ab.

Unabhängig von der Pepi-Entscheidung beobachtet der VfL Wolfsburg weiter den Markt. Weil Lukas Nmecha (Knöchelbruch) wohl mindestens bis Ostern ausfällt, könnten die Niedersachsen noch einen Stürmer verpflichten. "Unser Kader ist ausreichend bestückt", so Manager Jörg Schmadtke gegenüber dem SPORTBUZZER, nichtsdestotrotz sei eine Nachbesserung bis zum Ende der Transferzeit am 31. Januar nicht auszuschließen, wenn "es Ideen gibt, von denen wir überzeugt sind".