22. Januar 2021 / 08:30 Uhr

Aus für Live-Übertragungen aus der Regionalliga? "Wäre falsch, den Ostclubs den Rücken zu kehren"

Aus für Live-Übertragungen aus der Regionalliga? "Wäre falsch, den Ostclubs den Rücken zu kehren"

Max Hempel
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Max Hempel hätte für eine Abkehr von den Live-Übertragungen aus der Regionalliga Nordost kein Verständnis. © LVZ-Archiv
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Der ostdeutsche Fußball muss womöglich auf die TV-Übertragungen durch den MDR verzichten. Die Regionalligisten leiden einmal mehr unter dem Lockdown – nicht nur finanziell. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Reporter Max Hempel.

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Es wäre ein harter Schlag für den ostdeutschen Fußball. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und der Nordostdeutsche Fußallverband (NOFV) verhandeln die Zukunft der TV-Übertragungen in der Regionalliga. Manche mutmaßen schon, dass ein Ende von Livespielen unter MDR-Regie naht. Das ist bei der bisherigen Faktenlage aber wohl eher eine Gruselgeschichte. Fakt ist jedoch: Dem Amateurfußball in Ostdeutschland geht es schlecht. Die seit November andauernde Spielpause wirft bei vielen Vereinen große Fragezeichen über deren sportliche Zukunft auf. Die Nachricht, dass bald sogar die TV-Übertragungen wegbrechen könnten, verängstigt natürlich viele.

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Es geht dabei, wie Lok-Präsident Thomas Löwe sagt, nicht um die Fernsehgelder. Die entsprechen eher einem Notgroschen. Sie sind – mit Verlaub, lieber MDR – geradezu mickrig und finanzieren nicht mehr als zwei oder drei Monatsgehälter eines einzigen Spielers. Es geht darum, dass die Vereine in der Berichterstattung neben den großen Profiligen überhaupt noch präsent sein können. Einerseits für die Fans, andererseits für Sponsoren, die ihre Bandenwerbung im TV besser vermarkten können.

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Die Marke „Sport im Osten“ besitzt in der deutschen Fernsehlandschaft mit ihrer Berichterstattung zur Regionalliga ein Alleinstellungsmerkmal. Kein anderer TV-Sender kümmert sich so liebevoll um seine „kleinen“ Clubs, unter denen ja zwischen Cottbus und Leipzig-Leutzsch besonders viele Traditionsvereine in Liga vier kicken. Es wäre falsch, den Ostclubs in ihrer aktuell schwersten Phase den Rücken zu kehren.