22. April 2019 / 19:12 Uhr

Aus im Halbfinale: Waldow zerstört Northeimer DFB-Pokal-Träume

Aus im Halbfinale: Waldow zerstört Northeimer DFB-Pokal-Träume

Jan-Philipp Brömsen
Göttinger Tageblatt
Selbst geschlagen: Eintracht Northeim unterlag im Halbfinale des NFV-Pokals nach zwei kapitalen Fehlern von Florian Mackes (l.) und Keeper Christopher Meyer (r.) mit 0:3.
Selbst geschlagen: Eintracht Northeim unterlag im Halbfinale des NFV-Pokals nach zwei kapitalen Fehlern von Florian Mackes (l.) und Keeper Christopher Meyer (r.) mit 0:3. © Swen Pförtner
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Aus der Traum von der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal: Der FC Eintracht Northeim hat im Halbfinalspiel um den Fußball-Niedersachsenpokal durch eine schwache Vorstellung über 90 Minuten eine 0:3-Niederlage kassiert. Vor 1523 Zuschauern unterlag die Weißenborn-Elf im Oberligaduell dem TuS Bersenbrück verdientermaßen.

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Bei bestem Frühlingswetter und einer tollen Kulisse am Northeimer Rhumekanal gab es den ersten Knalleffekt durch die beiden Fanreihen, die jeweils mit bunten Schnipseln in Vereinsfarben den gut bespielbaren Rasen kurz vor Anpfiff schmückten.

Fehler von Meyer

Sportlich sorgte Eintracht-Keeper Christopher Meyer für das erste negative Highlight aus Sicht der Gastgeber. Meyer, der noch in der 1. Pokalrunde gegen Armina Hannover zum Pokalhelden avancierte, spielte Gästestürmer Max Tolischus den Ball völlig unbedrängt in die Füße. Der Angreifer setzte seinen Mitspieler Moritz Waldow in Szene und es stand 0:1 – was für ein Schock nach neun Minuten.

In der Folgezeit merkte man den Gastgeber die Verunsicherung an, vor allem im Spielaufbau. Wenig Tempo, viele Fehlpässe und keine einzige gefährliche Aktion vor dem Tor von Christoph Bollmann waren das Resultat einer schlechten ersten Hälfte. Bersenbrück, von ihrem Coach Farhat Dahech gut eingestellt wurden, agierte defensiv stark und ließ in der ersten Hälfte keine Torchance zu.

Mitte der Halbzeit versuchten zumindest ein Teil der Eintracht-Fans ihr Team mit zarten Anfeuerungen zu unterstützen, Sicherheit brachten diese jedoch nicht. In einer insgesamt fairen Partie zeigte Schiedsrichter Marius Schlüwe (Laatzen) die erste Verwarnung gegen Linus Baar erst in der 38. Minute. Bis zum Halbzeitpfiff passierte nichts mehr, außer der ersten Eintracht-Ecke, die allerdings prompt in der TuS-Defensive landete.

Northeim schlägt sich selbst

Als wäre der Pausenrückstand nicht schon schlimm genug gewesen, unterlief Florian Mackes nur vier Minuten nach Wiederanpfiff der nächste kapitale Fehler – wieder wurde er bestraft: Wieder war es Waldow. Nachdem Mackes dem quirligen Angreifer den Ball direkt vorlegte, wurde dessen Pass unglücklich vom Northeimer Innenverteidiger unhaltbar für Meyer ins eigene Tor abgefälscht. Es war eine Sinnbild für den bisherigen Spielverlauf, denn auch die Gäste hatten bis dato keine einzige Torchance aus dem Spiel heraus, nahmen die beiden Ostergeschenke jedoch dankend an.

NFV-Pokal-Halbfinale: Eintracht Northeim gegen Tus Bersenbrück

Eintracht Northeim unterliegt im Pokal-Halbfinale gegen Bersenbrück Zur Galerie
Eintracht Northeim unterliegt im Pokal-Halbfinale gegen Bersenbrück © Swen Pförtner

Bersenbrück trifft auf Delmenhorst

Und Northeim? Weiterhin keine einzige Offensivaktion, auch nachdem der angeschlagenen Thorben Rudolph in der 51. Minute in die Partie kam. Als der ansonsten blass gebliebene Mattis Daube sich einmal über rechts durchsetzten konnte und den Ball scharf vor das Gäste-Tor flankte, war kein Abnehmer im Strafraum – symptomatisch für den Auftritt der Gastgeber. Als dann noch Aaron Goldmann (67.) einen Freistoß aus 18 Metern in den rechten oberen Torwinkel zirkelte, war die Partie endgültig entschieden. Zuvor musste Kapitän Christian Horst in höchster Not retten und kassierte gelb.

In der Schlussphase spielten die Gäste ohne große Anstrengungen die Partie runter, Northeim blieb weiterhin ohne eine einzige Torchance. Fast hätte der Mann des Tages, Waldow, sogar noch auf 4:0 gestellt, sein Abschluss rauschte nur knapp am linken Torpfosten(78.) vorbei. Ein am Ende völlig verdienter Sieg der Gäste aus Bersenbrück, die nun am Pfingstmontag (25. Mai) in Hannover gegen Atlas Delmenhorst den Teilnehmer am DFB-Pokal ausspielen. Northeim zeigte sicher eine der schwächsten Saisonleistungen – leider zum ungünstigsten Zeitpunkt.

Weißenborn enttäuscht

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„Wir hatten uns gut vorbereitet und haben sehr gut gestanden. Normalerweise spielen wir offensiver, aber heute hat unsere Taktik zum Erfolg geführt“, so TuS-Trainer Dahech.

„Ein riesen Lob an Moritz Waldow – der hat uns heute fast alleine geschlagen. Bersenbrück hat heute alles besser gemacht, als wir. Unsere Mannschaft konnte die Leistung trotz einer tollen Kulisse nicht auf den Platz bringen“, so ein enttäuschter Eintracht-Trainer Weißenborn.

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