01. Oktober 2019 / 20:47 Uhr

Aus im Pokal-Achtelfinale: SC DHfK Leipzig kann Spiel nicht umbiegen

Aus im Pokal-Achtelfinale: SC DHfK Leipzig kann Spiel nicht umbiegen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
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Der SC DHfK Leipzig muss sich vor heimischer Kulisse im DHB-Pokal-Achtelfinale geschlagen geben. Gegen die MT Melsungen heißt es am Ende 27:30. © Christian Modla
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Sie liefen das ganze Spiel einem Rückstand hinterher. Am Ende war die MT Melsungen an diesem Abend eine Nummer zu groß für die Handballer des SC DHfK Leipzig. Das Achtelfinale ging 27:30 (12:13) verloren.

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Leipzig. Schade, schade, SC DHfK Leipzig! Die zweite Teilnahme am Final Four im DHB-Pokal muss (mindestens) ein weiteres Jahr warten. Die Handballer aus der Messestadt verloren am Dienstagabend im Achtelfinale des Wettbewerbs vor 4342 Zuschauern gegen Bundesliga-Konkurrent MT Melsungen mit27:30 (12:13). Es war die erste Heimniederlage für das Team von Coach André Haber seit März diesen Jahres. „Das tut jetzt natürlich weh“, bekannte der Trainer nach dem Abpfiff. „An der kämpferischen Einstellung hat es heute nicht gelegen. Allerdings haben wir taktisch einige unkluge Entscheidungen getroffen.“

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Der SC DHfK Leipzig verliert das DHB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen die MT Melsungen mit 27:30. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig verliert das DHB-Pokal-Achtelfinalspiel gegen die MT Melsungen mit 27:30. ©
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Wie schon so häufig in der noch jungen Saison legten die Hausherren einen rabenschwarzen Beginn hin, lagen bereits nach elf Minuten 2:7 zurück. Ob es daran lag, dass Marco Rose den Grün-Weißen nicht live in der Halle die Daumen drückte. Der Trainer von Borussia Mönchengladbach hatte das Achtelfinallos für den SC DHfK gezogen und hatte gehofft vor Ort zu sein. Doch mit den Fohlen geht es für den gebürtigen Leipziger am Donnerstag in der Europa League zu Besiktas Istanbul. Ein Trip in die alte Heimat war somit nicht möglich.

Die Arena tobt

Ob die Anwesenheit des 42-Jährigen die gravierenden Startprobleme der Gastgeber gelöst hätte, darf man zumindest leise bezweifeln. Die MT stellte in der Abwehr mit Finn Lemke, Julius Kühn und Felix Danner ein körperlich großes und unerschrocken zupackendes Trio an den Kreis. Die Drei machten die Mitte zu, die Leipziger Angriffsbemühungen aus dem Rückraum prallten regelrecht an ihnen ab. „Wir haben da durch unüberlegte Abschlüsse dem Gegner das Tempospiel ermöglich“, so Haber. Nur über die Außen und Bastian Roscheck in ungewohnt erfolgreicher Wühler- und Goalgetter-Rolle gab es zunächst Wurferfolge.

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Jens Vortmann (SC DHfK): Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, eine stabile Abwehr zu stellen. In vielen Momenten waren wir nicht präsent genug und kamen oft einen Schritt zu spät. Ich hatte auch nicht meinen besten Tag. In der Phase, als wir uns in der zweiten Halbzeit wieder heran kämpfen, lassen wir zu viele Chancen liegen. Zur Galerie
Jens Vortmann (SC DHfK): "Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, eine stabile Abwehr zu stellen. In vielen Momenten waren wir nicht präsent genug und kamen oft einen Schritt zu spät. Ich hatte auch nicht meinen besten Tag. In der Phase, als wir uns in der zweiten Halbzeit wieder heran kämpfen, lassen wir zu viele Chancen liegen." ©

Erst nach und nach bissen sich die DHfK-Jungs in die Partie, auch dank Haber. Der warf den erfahrenen Philipp Müller ins defensive Getümmel, nahm in der Abwehr Linksaußen Lukas Binder vom Feld und stellte hinten zwischenzeitlich auf eine deutlich offensivere 5-1-Variante um – mit Energiebündel Luca Krzikalla als vorgezogenem Störelement. „Da haben wir Stress gemacht. Das hat geholfen“, sagte der Coach später. Im Tor wich Jens Vortmann, der keinen Zugriff gefunden hatte, dem jungen Joel Birlehm. Der führte sich bestens ein, hielt in der Schlussphase der ersten Hälfte drei Würfe in Serie, darunter einen Siebenmeter. Die Arena tobte. Zur Pause hatte sich die Haber-Sieben auf 12:13 rangesaugt.

Fehlende Präzision

Einen ordentlichen Tiefschlag setzte es dann gut vier Minuten nach Wiederbeginn. Kai Häfner sank nach seinem Treffer zum 14:16 zu Boden. Die Unparteiischen Christoph Immel und Ronald Klein Rot, und zwar ausgerechnet gegen Routinier Müller. Der hatte seinen Kontrahenten in der Hitze des Gefechts ordentlich im Gesicht erwischt. Häfner musste behandelt werden, erst auf dem Parkett, dann auf der Bank. Sogar DHfK-Arzt Dr. René Toussaint eilte dazu, verweilte minutenlang auf der MT-Bank. Unterdessen ging es auf dem Parkett turbulent weiter. Denn Melsungens Stefan Salger kassierte die dritte Zeitstrafe und damit ebenfalls Rot.

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Die Gäste beeindruckte das null. Sie setzten weiter auf ihren stabilen defensiven Mittelblock und Keeper Nebojsa Simic, der einen ganz starken Tag erwischte und sich mit seinen Paraden mehr und mehr in die DHfK-Köpfe schlich. Vorn am Kreis überragend: Marino Maric, mit schlussendlich sieben Treffern. Es ist ganz einfache Handballschule, wenn die Rückraumspieler treffen, dann muss die Abwehr offensiv gehen und es gibt Raum für den Kreisspieler“, erklärte Melsungens Julius Kühn. In diese Kerbe haben wir geschlagen."

Auch wenn die Hausherren bissen und kratzten, die Fans sich die Seele aus dem Leib schrien, pfiffen, klatschten – an diesem Abend war es nicht die Mentalität, die den Ausschlag gab. Es waren fehlende Treffer aus dem Rückraum, fehlende Präzision beim Wurf, ungewohnte Lücken in der Deckung und trotz zwischenzeitlicher Lichtblicke eine im Vergleich deutlich schwächere Torwartleistung. „Um gegen eine individuell so starke Mannschaft wie Melsungen zu gewinnen, brauchst du zwei drei Helden“, kommentierte André Haber. „Die hatten wir heute nicht.“

Leipzig: Vortmann (1); Birlehm; Semper (3); Wiesmach; Witzke (2); Krzikalla (2); Binder (4); Janke (3); Müller; Roscheck (6); Weber (2/1); Mamic (2); Remke; Gebala; Esche (2); Kristjansson.

Melsungen: Sjöstrand; Simic; Maric (7); Kühn (3); Lemke; Reichmann (5/2); Ignatow; Kunkel (4); Mikkelsen (5/3); Danner; Schneider (1); Allendorf; Sidorowicz; Häfner (4); Salger; Pavlovic (1).

Siebenmeter: Leipzig 1 / 2; Melsungen 5 / 6.

Strafen: Leipzig 2 + rote Karte für Müller; Melsungen 5 + rote Karte für Salger.

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