08. Juni 2021 / 13:30 Uhr

Aus Jahresbericht mach Jahrbuch: "Skatstadt Bullen" reichen kreative Rechenschaftsberichte ein

Aus Jahresbericht mach Jahrbuch: "Skatstadt Bullen" reichen kreative Rechenschaftsberichte ein

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Bei den Skatstadt Bullen aus Altenburg gibt es keine langweiligen Jahresberichte. Ihre sehen aus wie Jahrbücher.
Bei den Skatstadt Bullen aus Altenburg gibt es keine langweiligen Jahresberichte. Ihre sehen aus wie Jahrbücher. © Elena Boshkovska
Anzeige

Wer sagt eigentlich, dass ein Jahresbericht nur aus Tabellen, Zahlen und Buchstaben bestehen muss? Die Skatstadt Bullen jedenfalls nicht. RB Leipzigs Altenburger Fanclub hat sich in Kreativität geübt und etwas geschaffen, was für lange Zeit erhalten bleiben wird. 

Anzeige

Leipzig/Altenburg. Jahrbücher kennen die meisten aus der Schulzeit. Am Ende des Jahres setzt man sich zusammen, blättert durch und erinnert sich an die ganzen tollen Augenblicke, die man zusammen erlebt hat. Aber nicht nur auf dem Schulhof ist so etwas möglich. Auch die Skatstadt Bullen aus Altenburg legen regelmäßig Jahrbücher auf. Das Klassenfahrt-Feeling bei jedem Auswärtsspiel, das Zusammengehörigkeitsgefühl, gemeinsame Siege und Niederlagen, jede einzelne Seite hält Emotionen pur bereit.

Anzeige

Keine normale Chronologie

So ganz ohne Veranlassung von außen verfasst der Fanclub des deutschen Vizemeisters seine Jahreserinnerungen nicht. „Als OFC haben wir von RB Leipzig die Auflage, jedes Jahr einen Bericht über unsere Aktivitäten einzureichen, damit sie sehen, dass wir auch wirklich etwas machen und nicht bloß ein ‚Scheinvereinʻ sind“, erklärt Achim Dathe, stellvertretender Vorsitzender der Skatstadt Bullen. Eigentlich reicht dafür ein einfaches Textdokument oder eine Tabelle mit Datum, Beschreibung und vielleicht auch einen bis zwei Sätzen zur Durchführung, um eine Aktivität aufzulisten.

Mehr zu RB Leipzigs OFCs

Doch für die Altenburger Anhänger war das zu langweilig. „Der Jahresbericht ist im Prinzip eine Chronologie dessen, was wir als Verein über das Jahr hinweg gemacht haben. Manche machen es als Aufzählung mit Stichpunkten. Wir haben das aber von Anfang an mit Bildmaterial hinterlegt“, sagt der Vorsitzende Steffen Hurraß. „Wir machen viele Fotos, wenn wir mit dem Fanclub unterwegs sind“, erzählt er. Dabei kam einem der Skatstadt Bullen die Idee, ein Fotobuch drucken zu lassen. „Daraus ist dann die Idee für das Jahrbuch entstanden.“ 2016 kam das erste zustande. „Dann haben wir einfach bei RB Leipzig gefragt, ob wir auch das als Jahresbericht einreichen können.“

In der Ausarbeitung stecken viel Mühe und vor allem Geduld. „Es muss sich jemand hinsetzen, die Bilder sichten, das geeignete Material aussuchen und chronologisch ordnen. Dann steht da zu jedem unserer Events auch mindestens ein Satz“, erklärt Hurraß. Das Jahrbuch hat einen hohen sentimentalen Wert für die Skatstadt Bullen: „Es ist eine sehr schöne Sache, weil man es durchblättern und sich an alles erinnern kann“, sagt der Vorsitzende, während er durch das Exemplar aus dem Jahr 2016 stöbert. Darin zu sehen sind Bilder vom Skatstadt Marathon, vom selbst organisierten Skatturnier, von Auswärtsfahrten, Stammtischen, Mitgliederversammlungen, vom OFC-Weihnachtsmarkt und dem vereinsinternen Sommerfest.

Ein Blick ins Jahrbuch von 2017, dem zweiten und bisher letzten der Skatstadt Bullen.
Ein Blick ins Jahrbuch von 2017, dem zweiten und bisher letzten der Skatstadt Bullen. © Elena Boshkovska

An der Organisation muss noch gefeilt werden

Für die Jahre 2016 und 2017 klappte alles. „Eigentlich hatten wir vor, jedes Jahr eins zu machen. Aber das steht und fällt immer mit Leuten, die zum einen die Fotos machen und zum anderen sich die Zeit nehmen, das umzusetzen.“ In den Jahren 2018 und 2019 scheiterte die Produktion des Jahrbuchs am Aufwand, weil es niemanden gab, der die Arbeit in die Erstellung stecken konnte. „Es ist irgendwie damals in der Pipeline stecken geblieben“, so Hurraß.

LVZ-Direktabnahme

Jeden Freitag neu: Melde Dich hier für unseren RB-Leipzig-Newsletter an.


Der Organisationsprozess muss also noch ein bisschen verfeinert werden. „Es fängt schon dabei an, dass ich die Mitglieder um Bilder bitten muss. Vielleicht wäre es sinnvoll, dafür eine Cloud einzurichten, wo dann jeder die Fotos hochladen kann“, überlegt Hurraß. „Wir sind ja aber ein großer Fanclub. Vielleicht schlummert bei dem einen oder dem anderen Mitglied auch das gewisse Talent für sowas, der sich aber noch nicht getraut oder gemeldet hat, um am Jahrbuch mitzuwirken.“ Unter den über 300 Mitgliedern dürfte sich sicherlich mindestens eine passende Person finden lassen. „Im Endeffekt geht es uns genauso wie RB Leipzig: Wir sind ein junger Verein und umso mehr du machst, umso wahrscheinlicher ist es, dass jemand auftaucht, der solche Talente hat“, sagt Dathe. 2020 musste die Produktion des „Jahrbuchs“ übrigens ebenfalls ausgesetzt werden, weil das nötige Material pandemiebedingt fehlte. Aber für 2021 ist er zuversichtlich: „Ich denke, wir werden wieder eins machen können.“