22. November 2020 / 13:01 Uhr

Aus neu mach alt: RB Leipzigs eingespieltes Team rettet den Punkt

Aus neu mach alt: RB Leipzigs eingespieltes Team rettet den Punkt

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
KamplPoulsen
Die "Alten" mussten es richten: Yussuf Poulsen (r.) markierte den Ausgleich gegen Frankfurt. © Getty Images
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RB Leipzigs Startelf mit Alexander Sörloth in der Spitze, schaffte es in der ersten Halbzeit nicht gegen Eintracht Frankfurt ein Tor zu schießen und in Führung zu gehen. Die Roten Bullen kassierten sogar vor dem Pausenpfiff das 0:1. Den Punkt retteten am Ende die eingespielten alten Hasen.

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Frankfurt/Main. Ein frischer Wind weht durch die Startelf von RB Leipzig beim Spiel gegen die Eintracht aus Frankfurt. Neuzugang Alexander Sörloth steht von Anpfiff an eine Halbzeit lang auf dem Rasen. Chancen hat er, leitet auch selbst einige ein. Zum Treffer reicht es in den ersten 45 Minuten aber nicht. Zumindest nicht auf Seiten von RBL. Denn Frankfurt schafft die Führung kurz vor der Pause aus einer Standardsituation heraus. Die Bullen müssen das erste Standard-Gegentor der Saison hinnehmen.

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Drei Wechsel zur Halbzeit

Doch man will gerade Sörloth Zeit geben. Der Norweger kommt aus einer ganz anderen Liga. Beim türkischen Süper-Lig-Club erzielte der Stürmer vergangene Saison 24 Treffer. Aber: Das Tempo und die Umstände unterscheiden sich deutlich von dem, was in der Bundesliga Gang und Gäbe ist. All das muss er zuerst verarbeiten. Erschwerend kommt der aktuelle Spielplan hinzu, der kaum Trainingseinheiten zulässt. „Alexander hat mit uns sehr wenig trainiert, er war auch mit der Nationalmannschaft in der Länderspielpause unterwegs“, erklärt Trainer Julian Nagelsmann die konkrete Lage.

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Zähes Unterfangen: RB Leipzig kam beim Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Zähes Unterfangen: RB Leipzig kam beim Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

In der zweiten Halbzeit kommt aber eine andere Mannschaft aus der Kabine und damit ist nicht nur die Einstellung der Spieler gemeint. Trainer Nagelsmann nimmt drei Wechsel vor, tauscht Upamecano mit Orban aus, lässt für Sörloth und Olmo, Poulsen und Forsberg ins Spiel gehen. Gerade durch diese Wechsel kommt neues Leben ins Team. Auf einmal steht das „alte“ Leipzig auf dem Feld. Nach nicht mal zehn Minuten schafft es die Konstellation um Orban, Kampl, Sabitzer, Forsberg und Poulsen den Rückstand auszugleichen.

Den Angriff leitet Willi Orban ein, passt auf Kevin Kampl. Der geht über links, gibt die Pille an Angelino weiter. Die Flanke des Spaniers erreicht Yussuf Poulsen so genau, dass dieser das Leder nur noch unter die Latte streicheln muss. Den Punkt für RB Leipzig rettet ausgerechnet eine Aktion, die mehrheitlich über alte Spieler läuft. Und genau in diesem Spielzug wird deutlich, wie wichtig es ist, wenn Akteure, die sich über Jahre hinweg kennen, das Zepter in die Hand nehmen.

Topscorer Angelino

Gerade Poulsens Einsatz zeigt, welche Bedeutung er für die Mannschaft der Leipziger hat. Der Däne hat sich in den sieben Jahren bei RB zum Führungsspieler und Identifikationsfigur entwickelt. Der Treffer gegen die Eintracht ist sein drittes Saisontor und für die Messestädter von äußerster Wichtigkeit. Außerdem ist es sein fünftes Jokertor, womit er den Vereinsrekord von Timo Werner eingestellt hat.

Die insgesamt 48 Scorerpunkte in 119 Einsätze lesen sich vielleicht als wenig, sind für den Spieler Poulsen allerdings ein Top-Wert. Denn der 26-Jährige ist einer, der sehr viel für die Mannschaft arbeitet, nicht nur vorne aktiv und im Strafraum gefährlich ist. Er geht auch gezielt in defensive Zweikämpfe. Mittlerweile steht Poulsen für RB Leipzig wie fast kein anderer.

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Aber auch unter den Neuen sticht einer ganz besonders heraus. Angelino ist RB Leipzigs Topscorer. Insgesamt fünf Tore hat er wettbewerbsübergreifend gemacht, zwei vorbereitet, darunter eben auch den Treffer gegen die Eintracht. In der ersten Halbzeit gegen die Adlerträger ist er eher unauffällig, doch in die zweite Hälfte, wie die gesamte Mannschaft auch, dann deutlich besser eingestiegen. Der Spanier ist im Winter neu zum Team hinzugekommen und hat sich mittlerweile top integriert. Aus dieser Mannschaft ist er nicht mehr wegzudenken. Bleibt zu hoffen, dass die Vertragsklausel zur Kaufpflicht nach der Saison greift und er bei den Roten Bullen auch bleibt.