06. Juli 2020 / 20:18 Uhr

"Ausgerechnet Meister": Die Meiner Betonwerke sind zurück in der Kreisliga

"Ausgerechnet Meister": Die Meiner Betonwerke sind zurück in der Kreisliga

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ausgerechnet Meister: Der TSV Meine spielt künftig in der Kreisliga Gifhorn.
Ausgerechnet Meister: Der TSV Meine spielt künftig in der Kreisliga Gifhorn.
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Die Saison wurde wegen Corona abgebrochen, gewertet wurde die Saison nach der Quotientenregelung. Davon profitierte Kreisklassist TSV Meine - und ist damit "Ausgerechnet Meister".

Seit dem 27. Juni ist die Saison beendet, der Niedersächsische Fußball-Verband hat die Spielzeit abgebrochen. Dann durfte offiziell gerechnet werden. Denn: Um die Abschlusstabelle zu ermitteln, wurden die Punkte durch die Spiele geteilt. Der Quotient gab den Ausschlag. Damit heißt es nach dieser Saison im wahrsten Sinne des Wortes: „Ausgerechnet Meister!“ Einer davon: der TSV Meine aus der 1. Kreisklasse Gifhorn 2.

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1. Kreisklasse Gifhorn 2: TSV Meine gegen MTV Gamsen II

1. Kreisklasse Gifhorn 2: TSV Meine gegen MTV Gamsen II Zur Galerie
1. Kreisklasse Gifhorn 2: TSV Meine gegen MTV Gamsen II © Sebastian Preuss

Nur vier Gegentore

Einst gab es eine Zuckerfabrik in Meine. Schaut man sich aber die Statistik des TSV in der 1. Kreisklasse Gifhorn 2 an, könnte man glauben, dass dort auch ein Betonwerk stehen muss: In 14 Spielen kassierte das Team lediglich vier Gegentreffer – was die Defensiv-Reihe des TSV angerührt hat, hat standgehalten.

Schon in der Vorsaison war dieser Trend zu erkennen: Am Ende der Spielzeit 2018/19 hatte Meine ein Torverhältnis von 82:36, weniger Gegentore hatte nur Meister SSV Kästorf II kassiert (33). „Das ist nicht unbedingt Taktik, wir haben einfach die Spieler dafür“, erklärt Meines Spartenleiter Harald Henke. Es war das Fundament für den Erfolg. Nur zwei Remis gab es in der nun beendeten Saison, das restliche Dutzend Spiele gewann Meine. Lediglich der SV Gifhorn II, dem TuS Müden-Dieckhorst II, dem SV Wagenhoff und der FSV Adenbüttel/Rethen II gelang es, die TSV-Defensive überhaupt mal zu knacken – doch das auch nur je einmal.

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Das Topduell mit Verfolger SV Welat entschied Meine ebenfalls für sich, gewann mit 2:0. „Mit Glück hatten unsere Ergebnisse nichts zu tun“, blickt Henke zurück. „Wir waren in jedem Spiel stark. Unsere Spieler kennen sich schon viele Jahre, im Sommer sind ein paar Neue dazugekommen.

Mit Coach Marcus Ohk, der das Zepter für die neue Spielzeit an Luca Morana übergibt, ging es rasch nach oben, ab dem dritten Spieltag war Meine nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. „Es hat sich schnell abgezeichnet, dass es gut läuft“, erinnert sich Henke, der betont: „Die Anzahl der Gegentore war schon erstaunlich.“

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Rückkehr nach 2014

So geht es für den TSV zurück in die Kreisliga, aus der er 2014 abgestiegen war. „Natürlich haben sich alle gefreut, als die Nachricht kam, dass wir offiziell aufgestiegen sind“, so Henke. Eine Feier gestaltete sich schwierig, aber „wir hatten an dem Samstag ein Training angesetzt, damit alle beisammen sind“. Und Meine hatte doppelten Grund zur Freude: Vom Abbruch ohne Absteiger profitierte auch die Reserve, die so trotz Rang 14 in der 2. Kreisklasse 2 bleibt.

Ein sportliches Ende der Spielzeit wäre dem TSV natürlich lieber gewesen, sicher ist aber: „An diese Saison werden wir immer zurückdenken“, sagt Henke angesichts der einzigartigen Situation. Nun geht der TSV-Blick aber nach vorn. Henke hofft: „Vielleicht sind im August ja schon wieder Freundschaftsspiele erlaubt – und vielleicht können wir dann im September mit der neuen Saison beginnen.“ Dann bekommen es die Meiner Betonwerke wieder mit Kreisliga-Offensiven zu tun.