17. März 2021 / 22:37 Uhr

Ausgerechnet: Zu 76 Prozent kommt der VfL Wolfsburg in die Champions League

Ausgerechnet: Zu 76 Prozent kommt der VfL Wolfsburg in die Champions League

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Laut Statistik: Der VfL Wolfsburg kommt zu 76 Prozent in die Champions League, für Manager Jörg Schmadtke wäre das ein Riesen-Erfolg.
Laut Statistik: Der VfL Wolfsburg kommt zu 76 Prozent in die Champions League, für Manager Jörg Schmadtke wäre das "ein Riesen-Erfolg". © Swen Pförtner/dpa
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Der VfL Wolfsburg spielt eine grandiose Saison, ist mit 48 Punkten Tabellendritter. Das riecht nach Champions League. Fußball-Bundesligisten, die zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls Dritter waren, haben es fast immer in die Königsklasse geschafft.

Am Samstag hat der VfL mit dem 5:0 gegen Schalke abermals gezeigt, dass er in die Champions League will - aber schafft er das auch? Die Chance ist groß, die Wahrscheinlichkeit liegt bei 76 Prozent. Die Vergangenheit zeigt: Nur siebenmal haben es Fußball-Bundesligisten, die genau wie das Team von Trainer Oliver Glasner nach dem 25. Spieltag den dritten Rang (oder besser) belegten, seit Einführung der Königsklasse zur Saison 1992/93 nicht in den renommierten Wettbewerb geschafft.

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48 Punkte haben die Wolfsburger schon gesammelt - nur fünfmal hatten mit Beginn der Champions League (Saisons mit Zwei-Punkte-Regel auf drei Punkte umgerechnet) Tabellendritte oder -vierte nach 25 Spieltagen mehr Zähler auf dem Konto. Interessant: In der VfL-Meistersaison hatten Edin Dzeko und Co. zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls 48 Zähler gesammelt - als Zweiter.

Jetzt ist Wolfsburg Dritter und die Champions League in Reichweite. Denn nur siebenmal reichte es für Mannschaften, die diesen Platz (oder besser) nach dem 25. Spieltag inne hatten, am Ende nicht für die Königsklasse - das waren der 1. FC Kaiserslautern (Erste Quali-Saison zur CL 1991/92, 1998/99 und 2001/02), Eintracht Frankfurt (1993/94 als Zweiter), VfB Stuttgart (2004/05), Bayer Leverkusen (2007/08) und Hertha BSC (2015/16). Heißt auch: Nur einmal in den vergangenen zwölf Spielzeiten rutschte ein Drittplatzierter (nach 25 Spieltagen) am Ende aus den Top Vier. Aber: Seit Gründung der Königsklasse vor 29 Jahren packten es 22 drittplatzierte Teams (einmal Meister, zweimal Zweiter, elfmal Dritter, achtmal Vierter) - macht für Wolfsburg eine CL-Wahrscheinlichkeit von 76 Prozent. Und mit 48 Punkten nach 25 Spieltagen sind in den ganzen Jahren nur zwei Teams aus den Top Vier geflogen - Kaiserslautern (2001/02) und der Hamburger SV (2008/09).

Wie nah der VfL der dritten Champions-League-Teilnahme seiner Vereinsgeschichte ist, wissen auch die Spieler. Entsprechend offensiv gingen einige Profis nach dem Schützenfest gegen Schalke mit dem Thema Königsklasse um (Angreifer Wout Weghorst: "Das muss ein Ziel sein"). Dass die Wolfsburger nun offen über die CL sprechen, stört VfL-Manager Jörg Schmadtke nicht: "Dass Spieler in unserer Situation diese Formulierungen wählen, damit habe ich gar kein Problem." Dennoch mahnt er: "Ich kann nur noch mal daran erinnern, es ist immer noch eine frühe Phase der Saison. Wir haben noch etwas mehr als ein Viertel zu spielen."

Der 57-Jährige geht mit diesem Thema zurückhaltender um - verständlicherweise, denn er wäre einer derjenigen, die Rede und Antwort stehen müssten, sollte es am Ende für den VfL "nur" in die Europa League gehen oder gar überhaupt keine Europapokal-Teilnahme geben. "Meine persönliche Haltung verändert sich nicht", sagt der erfahrene Manager, der schon sowohl als Klub-Verantwortlicher als auch als Profi einiges erlebt hat. Er weiß, wie schnell es im Fußball gehen kann, wie rasch gute Ausgangssituationen verspielt werden können. "Ich weiß, woran es manchmal scheitert, nämlich an Dingen, die man nicht wirklich unter Kontrolle hat – Sperren, Verletzungen, vielleicht weitere Corona-Erkrankungen." Hinzu kommt das harte Restprogramm, unter anderem müssen die Wolfsburger noch bei Eintracht Frankfurt (4.) sowie gegen Bayern München (1.), Borussia Dortmund (5.) und bei RB Leipzig (2.) ran.

Schmadtke würde frühestens Ende April, also nach dem Dortmund-Spiel, offensiver mit dem Thema Champions League umgehen. "Dann schauen wir mal, was in den letzten Spielen passiert", sagt der 57-Jährige vor dem Duell am Samstag mit Werder Bremen. Dass jetzt jemand beim VfL nachlässig wird, glaubt er nicht. "Die Champions League zu erreichen, wäre ein Riesen-Erfolg. Da wird niemand den Fokus verlieren oder leichtfertig etwas verschenken", so der Manager. "Die Mannschaft ist gewillt, sich weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein. Da passiert auch nichts, wenn man mal, wie in Hoffenheim, ein Spiel verliert."