02. März 2022 / 22:05 Uhr

Ausgerechnet zwei Ex-Wolfsburger müssen jetzt Kruse stoppen

Ausgerechnet zwei Ex-Wolfsburger müssen jetzt Kruse stoppen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wiedersehen am Samstag: Unions Ex-VfLer Paul Jaeckel und Robin Knoche treffen auf Wolfsburgs Ex-Unioner Max Kruse (v. l.).
Wiedersehen am Samstag: Unions Ex-VfLer Paul Jaeckel und Robin Knoche treffen auf Wolfsburgs Ex-Unioner Max Kruse (v. l.). © Imago Images / dpa
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Wiedersehen auf beiden Seiten: Max Kruse trifft am Samstag mit dem VfL Wolfsburg auf seinen Ex-Klub Union Berlin - und bekommt es dann mit zwei ehemaligen Wolfsburgern zu tun.

Nach dem Jubel ist vor dem Wiedersehen: Am Dienstag zog Union Berlin durch ein 2:1 gegen den Zweitligisten FC St. Pauli ins Pokal-Halbfinale ein, am Samstag (15.30 Uhr) treten die Köpenicker beim VfL Wolfsburg mit Ex-Union-Kollege Max Kruse an. Und ausgerechnet auf zwei Ex-VfLer kommt die Aufgabe zu, Kruse zu stoppen: Robin Knoche und Paul Jaeckel.

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Knoche (29), gebürtiger Braunschweiger, war von 2007 bis 2020 VfLer, seitdem ist er der Chef in Unions Abwehrkette. In dieser Saison fast immer an seiner Seite: Jaeckel (23), der sich in Wolfsburg über die Nachwuchsteams für den Profi-Kader empfohlen hatte (drei Bundesliga-Einsätze unter Bruno Labbadia, alle über 90 Minuten) und nach drei Jahren bei Greuther Fürther in Berlin landete. "Er hat sich gut weiterentwickelt und ist auf einem sehr guten Weg", lobt Knoche den ehemaligen U21-Nationalspieler, der fast alle seine Erstliga-Partien an Knoches Seite absolviert hat.

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Bis Januar haben es beide immer wieder im Training mit Kruse zu tun gehabt. Hilft das am Samstag? Knoche schüttelt den Kopf: "Training und Wettkampf kann man nie ganz vergleichen. Es wäre sowieso falsch, sich nur auf einen zu konzentrieren. Und vor jedem Spiel guckst du dir ohnehin den Gegner an, bereitest dich auf mögliche Gegenspieler vor. Darauf werden wir diesmal ja nicht verzichten."

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Und überhaupt: Dass der Kruse-Abschied aus Berlin und die dann folgenden Union-Durststrecke mit drei Niederlagen (in Augsburg, gegen Dortmund, in Bielefeld) ohne eigenes Tor ein so großes Thema wurde, nervt im Südosten der Hauptstadt so langsam: "Dass Max nicht mehr da ist, haben wir als Mannschaft längst abgehakt, ich kann es ehrlich gesagt auch nicht mehr hören", so Knoche, der bereits im Wolfsburg mit Kruse zusammen gespielt und trainiert hatte. Die kleine Negativ-Serie habe "mit ihm höchstens indirekt zu tun gehabt, denn "dass wir auch mal Spiele verlieren, gehört dazu, das wussten wir. Vorher hatten wir auch immer mal das Quäntchen Spielglück, das fehlte uns dann beispielsweise in Augsburg, wo wir hätten gewinnen müssen."

Ein Bundesliga-Sieg gegen Mainz und der Pokal-Erfolg habe die Stimmung ohnehin gedreht. Knoche: "Natürlich versuchen wir, den Schwung mitzunehmen. Unser erstes Ziel bleiben die 40 Punkte - und wir sind jetzt zum ersten Mal in der Situation, die im nächsten Spiel erreichen zu können. Das streben wir in Wolfsburg an."

Danach könnten höhere Ziele warten - der erneute Einzug ins internationale Geschäft über die Liga (Union ist Siebter) oder eben über den Pokal. "Wir gehen jedes Spiel einzeln an und sehen, was dann am Ende rauskommt", sagt Knoche. "Damit sind wir schon in der vergangenen Saison gut gefahren. Klar ist: Ein Finale als Berliner Klub in Berlin wäre ein absolutes Highlight, für die Stadt, den Verein und alle Menschen drumherum. Aber jetzt geht's erst einmal ums Alltagsgeschäft."

Also ums Spiel in Wolfsburg, wo eine Union-Offensive mit Taiwo Awoniyi, Geraldo Becker oder Andreas Voglsammer (Siegtor-Schütze gegen St. Pauli) dafür sorgen soll, dass man in Berlin nicht mehr den acht Union-Saisontoren (und den neun Torvorlagen) von Kruse nachtrauert. "Denn wir sind nicht abhängig von einem Spieler, wir haben immer noch außerordentlich gute Jungs vorne drin", so Knoche. "Das haben wir letzte Saison gezeigt, das haben wir diese Saison gezeigt, das werden wir auch den Rest der Rückrunde zeigen."