23. November 2021 / 21:00 Uhr

Wahnsinnstor in letzter Sekunde: SC DHfK ringt den Rhein-Neckar Löwen einen Punkt ab

Wahnsinnstor in letzter Sekunde: SC DHfK ringt den Rhein-Neckar Löwen einen Punkt ab

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Patrick Wiesmach (Nr. 4) sichert dem SC DHfK einen Punkt in Mannheim. © Klaus Trotter
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Aus der Revanche wurde nichts, doch die Leipziger Handballer sorgten durch den Ausgleich in der letzten Sekunde für eine Partie, die garantiert so schnell nicht mehr vergessen wird. Patrick Wiesmach sicherte dem SC DHfK damit einen Punkt gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Mannheim/Leipzig. In wenigen Wochen sind die ersten 59 Minuten und 56 Sekunden Bundesliga-Handball zwischen dem SC DHfK Leipzig und den Rhein-Neckar Löwen vergessen. Einige wenige Fans werden sich noch an die Siebenmeterparaden von Joel Birlehm erinnern, kaum jemand an die erste Sieben der ebenbürtigen Kontrahenten oder gar an die Torfolge. Aber jeder einzelne Zuschauer, egal ob live oder am TV-Gerät, der das packende Duell am Dienstagabend erleben durfte, wird sich noch in Monaten, vielleicht in Jahren, an diese Schlusssekunden erinnern. An die entscheidende Parade von Kristian Saeveras, an den 40-Meter-Pass in den Löwen-Kreis und an den einzigartigen Kempa-Trick mit dem Patrick Wiesmach in der letzten Sekunde das Spiel auf 28:28 (13:14) stellt und so den Sachsen doch noch einen Punkt sichert.

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„Ich kann mich nicht erinnern, so etwas jemals erlebt zu haben“, kommentierte wenig später Kapitän Alen Milosevic, bevor er sich doch noch an eine ähnliche Szene erinnerte. Da habe Coach André Haber im genau falschen Moment noch eine Auszeit genommen. „Zum Glück ist das heute nicht passiert“, freute sich der Schweizer über den Punkt und die spektakuläre Aktion seiner Teamkollegen.

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Der SC DHfK Leipzig trennt sich von den Rhein-Neckar Löwen mit einem 28:28-Unentschieden. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig trennt sich von den Rhein-Neckar Löwen mit einem 28:28-Unentschieden. © Klaus Trotter

Patrick Wiesmach, Mann des Abends und Kempa-Magier, gibt sich bescheiden, lobt stattdessen Torhüter Saeveras: „Man muss dafür richtig viel Glück haben. Kristian hat eine tolle Parade gemacht, schnell reagiert und einen super Pass geworfen. Ich bin nach Gefühl in den Kreis gesprungen.“ Wiesmachs Glück und Gefühl sorgte auf jeden Fall für große Glücksgefühle bei den Fans der Sachsen.

Künftige Teamkollegen ärgern

Das war zu Beginn eher weniger der Fall, denn die Löwen fanden deutlich besser in die Partie, bauten Druck auf und nutzten jede Schwäche der Sachsen aus. Nachdem sich die technischen Fehler bereits gegen die MT Melsungen gehäuft hatten, mangelte es auch in Mannheim zunächst an der Präzision. Mit viel Tempo schossen die Hausherren früh das 4:1. Dann drehte Keeper Joel Birlehm für ein paar Minuten voll auf und stand für die Patzer seiner Vordermänner ein. Mit zwei Paraden in Folge und zwei verhinderten Siebenmetern ärgerte der Nationaltorhüter seine künftigen Teamkollegen, an deren Seite er ab 2023 auflaufen wird.

In der 25. Minute gingen die Gäste, erneut ohne Maciej Gebala (Corona) und Luca Witzke (Magenprobleme) im Einsatz, erstmals zwei Treffer in Front (11:13). Doch zwei Pfostentreffer und einen weiteren technischen Fehler nutzte die Sieben von Coach Klaus Gärtner und drehte das Blatt zur Pause (14:13).

Gut 70 Anhängerinnen und Anhänger feuerten die Männer in weiß nach dem Wiederanpfiff energisch an, versuchten den Löwen-Fans Konkurrenz zu machen. Doch das Team von André Haber ließ am eigenen Kreis große Räume zu, machte es auch Keeper Kristian Saeveras schwer.


Gut zwei Minuten vor Schluss lagen die Gäste ein Tor zurück, gingen durch eine Zeitstrafe von Sime Ivic sogar in Unterzahl in den Schlusssprint. 40 Sekunden später griff jedoch auch der Mannheimer Mait Patrail zu beherzt zu und glich damit die Personalsituation für die Schlussminute aus. Mit einer überragenden Parade sicherte Saeveras knapp drei Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Angriff und den mehr als verdienten Punkt für die Leipziger. Ein grandioses Finale für ein packendes Handballspiel.

Statistik:

Tore Rhein-Neckar Löwen: Helander 7/2, Kirkelökke 6, Kohlbacher 4, Schmid 3, Ahouansou 2, Groetzki 2, Knorr 2, L. Nilsson 2

Tore SC DHfK Leipzig: Wiesmach 5, Ivić 4, Jotic 4, Krzikalla 4/4, Mamic 4, Milosevic 4, Binder 3

Strafminuten: 8 / 6