02. August 2021 / 10:46 Uhr

Vor der Auslosung mit Union Berlin: So funktioniert die neue Europa Conference League

Vor der Auslosung mit Union Berlin: So funktioniert die neue Europa Conference League

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Urs Fischer und Union Berlin greifen bei der Conference League in den Playoffs ins Geschehen ein.
Urs Fischer und Union Berlin greifen bei der Conference League in den Playoffs ins Geschehen ein. © IMAGO/Picture Point LE/Contrast (Montage)
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Am Montag werden die Paarungen der Playoffs zur Teilnahme an der neuen Europa Conference League ausgelost. Nicht nur für Union Berlin ist der Auftritt auf der kleinen europäischen Bühne nach langer Abstinenz Neuland. Wie funktioniert der neue Wettbewerb? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die dritte europäische Liga.

Als erster der deutschen Klubs ist Union Berlin mitten im europäischen Geschehen, wenn auch noch nicht aktiv auf dem Platz. Der Bundesliga-Siebte der Vorsaison erfährt an diesem Montag (14 Uhr), gegen wen er in der vierten Qualifikationsrunde für die neue Conference League antreten muss. Dann beginnt für die Köpenicker und viele andere Vereine die Reise, die im Optimalfall am 25. Mai 2022 in der albanischen Hauptstadt Tirana endet, wo das Finale ausgespielt wird. Doch warum gibt es die Conference League eigentlich? Und welche Top-Klubs nehmen neben dem deutschen Vertreter Union Berlin daran teil? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Warum gibt es den neuen UEFA-Wettbewerb?

"Der neue UEFA-Klubwettbewerb erleichtert den Zugang zum Europapokal mehr denn je. Es wird mehr Spiele für mehr Klubs geben und in den Gruppenphasen werden mehr Verbände als bisher vertreten sein", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der die Einführung des neuen Wettbewerbs angetrieben hat. Mit 32 Teams, die in der Gruppenphase spielen, soll er den internationalen Wettbewerb auch Teams aus kleineren Nationen, die bisher nur wenig Chancen hatten, sich für die Europa League zu qualifizieren, ermöglichen. Der neue Wettbewerb beinhaltet 141 Spiele in 15 Spielwochen. Gleichzeitig wertet die "3. Liga" des europäischen Klubfußballs die Europa League auf, an der statt 48 künftig nur noch 32 Teams teilnehmen.

Wer hat sich für die Conference-League-Gruppenphase qualifiziert?

Noch niemand direkt! So könnte selbst für Union Berlin, das sich als Bundesliga-Siebter für die neue Liga qualifiziert hat, das Europa-Abenteuer bereits nach zwei Partien in den Playoffs zur Gruppenphase (19. und 26. August) enden. Die UEFA hat zudem dafür gesorgt, dass in höheren Wettbewerben frühzeitig ausgeschiedene Teams sanfter fallen. So wird ein Klub, der in der 3. Qualifikationsrunde der Champions League scheitert und damit in die Playoff-Spiele für die Gruppenphase der Europa League "absteigt", bei einer erneuten Niederlage automatisch in der Conference-League-Gruppenphase spielen.

Welche Teams aus den Top-5-Nationen sind im Wettbewerb vertreten?

Aus Spanien, England, Deutschland, Italien und Frankreich - den Top-5-Nationen der UEFA-Fünfjahreswertung - qualifiziert sich jeweils nur ein Team direkt für die Conference-League-Playoffs. Der wohl bekannteste Name kommt aus der Premier League. Der ehemalige Champions-League-Finalist Tottenham Hotspur ist als Liga-Siebter in den Playoffs dabei. Selbiges hätte für den FC Villarreal (La Liga) gegolten. Da sich "das Gelbe U-Boot" in der abgelaufenen Saison aber den Titel in der Europa League (11:10 n. E. im Finale gegen Manchester United) sichern konnte, treten die Spanier stattdessen in der Champions League an. Einen Nachrücker aus Spanien gibt es nicht. Aus der Ligue 1 ist Stade Rennes dabei, aus Italien die AS Rom um Star-Trainer José Mourinho. Einen prominenten Namen gibt es noch aus Russland: Der aus der Champions League bekannte Top-Klub Rubin Kasan tritt wie der türkische Liga-Vierte Trabzonspor in der 3. Qualifikationsrunde an. Als ungesetzte Mannschaft könnte Union in den Playoffs auf Feyenoord Rotterdam als namhaftesten Kontrahenten treffen.

Wie ist der Modus und wann finden die Spiele statt?

Ab 2021 laufen alle drei UEFA-Wettbewerbe ab der Gruppenphase im gleichen Modus ab. 32 Mannschaften spielen in der Gruppenphase, dann folgt das Achtelfinale, Viertelfinale, usw.. Allerdings gibt es in der Conference League eine Besonderheit: eine Zwischenrunde vor dem Achtelfinale. Die Gruppenzweiten der Conference League treten darin gegen die Gruppendritten der Europa League in Hin- und Rückspiel um ein Achtelfinal-Ticket an, während sich die Gruppenersten direkt für die Runde der besten 16 Teams qualifizieren. Das bedeutet, dass unter anderem auch die deutschen Europa-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen in der Conference League enden könnten, es also sogar drei deutsche Vertreter in der Conference League gibt.

Ausgetragen werden die Spiele (die Gruppenphase beginnt am 15. September) zu den ab der kommenden Saison neu geltenden UEFA-Zeiten um 18.45 (statt wie bisher 18.55 Uhr) und 21 Uhr. Die Spiele der Conference League finden immer donnerstags zur gleichen Zeit statt wie die der Europa League. Die Champions League läuft weiter exklusiv am Dienstag und Mittwoch. Der erste Conference-League-Sieger wird am 25. Mai 2022 zwischen den beiden Halbfinal-Siegern in einem K.o-Spiel im Air Albania Stadium in der albanischen Hauptstadt Tirana gekürt.


Wie lukrativ ist die Conference League?

Der Titelträger ist automatisch für die Gruppenphase der Europa League in der kommenden Saison qualifiziert. Sollte der Gewinner aber etwa über die Liga für die Champions League qualifiziert sein, verfällt das Startrecht und der Klub darf in der Königsklasse antreten. Auch finanziell dürfte sich der Wettbewerb lohnen. Nach Informationen der Sportschau werden insgesamt 235 Millionen Euro an die 32 Teams ausgeschüttet. Zum Vergleich: An die 32 Europa-League-Teams werden dem Bericht zufolge 465 Millionen Euro verteilt - an die Teilnehmer der Champions-League-Gruppenphase sogar knapp über 2 Milliarden Euro.

Wo wird die neue Europa Conference League im TV übertragen?

Die Mediengruppe RTL hat sich das komplette Rechtepaket für die Europa League und die neue Conference League gesichert. Alle Spiele werden auf der hauseigenen Streaming-Plattform TV Now (ab 4,99 Euro im Monat) live übertragen. Zudem werden einzelne Spiele im Hauptprogramm bei RTL oder beim Schwestersender Nitro gezeigt. "Wir wollen die 2018 eingeleitete Erfolgsgeschichte des Europapokals bei RTLNITRO und TVNOW fortschreiben und insbesondere auf unserem Videoportal TV Now deutlich ausbauen", teilte RTL auf SPORTBUZZER-Anfrage mit. "Darüber hinaus wollen wir gewährleisten, dass Fußballfans hierzulande auch weiterhin hochkarätige Spiele aus der UEFA Europa League sowie künftig auch aus der neuen UEFA Conference League im frei empfangbaren Fernsehen verfolgen können."

Wo wird Union Berlin seine Heimspiele in der Conference League austragen?

Union Berlin hatte trotz der strengen UEFA-Regeln auf die Austragung seiner Heimspiele in der Conference League im Stadion an der Alten Försterei gehofft. Da der dritte Bauabschnitt in der heimischen Arena jedoch nicht fertiggestellt werden könne, wird das Olympiastadion, die Heimstätte des Lokalrivalen Hertha BSC, als Ausweichspielstätte genommen, wie Union-Präsident Dirk Zingler in einem Brief an die Mitglieder mitteilte. Das Stadion von Union bietet aktuell lediglich 22 012 Zuschauern Platz, der überwiegende Teil sind Stehplätze, was nicht den Regularien der Europäischen Fußball-Union (UEFA) entspricht.