17. Juni 2017 / 12:18 Uhr

Ausschreitungen beim Volkssport-Finale in Leipzig

Ausschreitungen beim Volkssport-Finale in Leipzig

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
NFV-Junioren trainieren in Barsinghausen
NFV-Junioren trainieren in Barsinghausen © Imago/Ralph Peters
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Zwei Verletzte mussten in einer Klinik behandelt werden. Als die Polizei eintraf, waren die Schläger bereits verschwunden.

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Leipzig. Das Stadt-Pokalfinale für Volkssportmannschaften in Leipzig endete am Freitag mit Ausschreitungen. Auf der Karl-Siegmeier-Anlage an der Windorfer Straße in Kleinzschocher standen sich der LSV Stahlfeuer (LSV Südwest) und das Team Volxsport (Roter Stern) gegenüber.

Davon lassmor uns nich unterkriegen! Es ist unser Sportfest! #Pokalsieger #SYLVT #WirSindZschocher (Bericht zu den ekelhaften Geschehnissen schreibe ich noch, aber jetzt gilt erstmal unser Fest!)

Geplaatst door Leipziger Sportverein Südwest op vrijdag 16 juni 2017

Nach Angaben der Polizei haben sich kurz vor Ende der Begegnung bis zu 40 Personen aus dem Volxsport-Anhang entfernt und vor das Tor des Sportplatzes begeben. Dort hätten sie sich kurz nach 21 Uhr Sturmhauben aufgesetzt und Handschuhe angezogen, so die Beamten weiter. Als Ordner ihnen den erneuten Zutritt verwehrten, seien sie über ein Nebentor geklettert und zurück zum Sportplatz gelaufen, wo neben dem Endspiel auch ein Familienfest gefeiert wurde.

Angreifer schlagen auf zwei Personen ein - beide müssen zur Behandlung ins Krankenhaus

Die Angreifer hätten dann auf zwei Besucher eingeschlagen und –getreten. Bei einem 17-Jährigen sei dabei das Trommelfell gerissen. Ein 22-Jähriger habe einen Zahn verloren und eine Nasenfraktur erlitten. Beide Opfer mussten in einer Klinik behandelt werden. Als die Polizei eintraf, seien die Schläger bereits verschwunden gewesen.

Über den Auslöser der Auseinandersetzung machten die Beamten keine Angaben. Nach LVZ-Informationen und Aussagen von Augenzeugen sollen sich am Spielfeldrand auch Leipziger Hooligans mit Verbindung zur rechtsextremen Szene befunden haben. Gewalttäter aus diesem Umfeld hatten am 11. Januar 2016 im Stadtteil Connewitz gewütet und dabei auch den Fanladen des Roten Stern angegriffen. Mindestens einer Person vor Ort wird vorgeworfen, selbst an den Krawallen vor anderthalb Jahren beteiligt gewesen zu sein.

Roter Stern Leipzig kündigt interne Auswertung an

„Wir sind über diese Aktion nicht glücklich, das ist keine schöne Sache“, sagte Jens Frohburg, Sprecher des Roten Stern. Er kündigte eine interne Auswertung im Verein ein. Für die tägliche Arbeit sei der aktuelle Übergriff alles andere als hilfreich gewesen. Teile der RSL-Fans seien wütend, weil sich die Ermittlungen zum 11. Januar 2016 so lange hinzögen und die Täter bis heute nicht verurteilt worden seien, nannte Frohburg eine mögliche Motivation der Angreifer.

In den sozialen Medien wurde der Vorfall mit einer Mischung aus Erschütterung und Trotz aufgenommen. „Es kotzt mich an, dass diese Idioten auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Es waren so viele Kinder anwesend“, schreibt eine Besucherin. Der LSV Südwest reagierte dagegen in einem Post so : „Davon lassmor und nich unterkriegen! Es ist unser Sportfest!“. Der LSV Stahlfeuer gewann übrigens 2:1 und durfte den Pokal in den Abendhimmel recken.

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