15. September 2021 / 19:34 Uhr

Ausschreitungen in Münster: Essen-Chef Uhlig entschuldigt sich "aufrichtig im Namen von RWE"

Ausschreitungen in Münster: Essen-Chef Uhlig entschuldigt sich "aufrichtig im Namen von RWE"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Essens Vorstandschef Marcus Uhlig entschuldigte sich am Mittwochabend für die Fan-Ausschreitungen in Münster.
Essens Vorstandschef Marcus Uhlig entschuldigte sich am Mittwochabend für die Fan-Ausschreitungen in Münster. © Team2sportphoto/dpa/montage
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Eigentlich verläuft die Regionalligapartie zwischen Preußen Münster und Rot-Weiss Essen lange Zeit recht friedlich. Doch am Ende gibt es heftige Ausschreitungen, Festnahmen und gefährliche Pyrotechnik. Das wird auch für die beiden Vereine Konsequenzen haben. Essens Vorstandschef Marcus Uhlig hat sich bei allen Verletzten entschuldigt.

Vorstandschef Marcus Uhlig vom Regionalligisten Rot-Weiss Essen hat sich nach den Ausschreitungen beim Spiel bei Preußen Münster am Dienstagabend "aufrichtig im Namen von RWE" bei allen Verletzten entschuldigt. "Diese kriminellen Handlungen sind in keinster Weise zu tolerieren", sagte Uhlig einer Mitteilung zufolge: "Nachdem das Ausmaß deutlich wurde, ist die Freude über den Sieg auf dem grünen Rasen komplett in den Hintergrund geraten. Auch eine Mitarbeiterin von RWE ist körperlich traktiert worden, als sie auf dem Weg vom Stadion zu ihrem PKW unschuldig in die gewalttätigen Auseinandersetzungen geraten war."

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Nach der Partie am Dienstagabend im Preußenstadion stürmten Essener Fans gewaltsam in Richtung der Preußen-Anhänger. Dabei wurden nach Polizeiangaben etwa 30 Menschen verletzt, unter ihnen auch Ordner des Klubs. Zwei Personen mussten notärztlich behandelt werden. "Eine ziemlich große Zahl von RWE-Fans haben Tore durchbrochen und Jagd auf Preußen-Fans gemacht. Das hat nichts mit Fußball zu tun und ist wirklich unerklärlich", sagte Münsters Klubsprecher Marcel Weskamp nach der Partie, die Essen mit 3:2 gewonnen hatte. Uhlig erklärte, "dass hier eine rote Linie überschritten und dem Verein Rot-Weiss Essen ein Bärendienst erwiesen wurde". Er bezog sich dabei unter anderem auf "ein bundesweites Medienecho mit entsprechend einseitig-negativer Darstellung" und erwartbaren "verbandsseitigen Ermittlungen mit entsprechend empfindlichen Sanktionen".

Uhlig erklärte aber auch, dass die "Adrenalin und Testosteron getränkte Atmosphäre (...) durch manch fragwürdige öffentliche Berichterstattung im Vorfeld befeuert" worden seien. Zudem seien "ganz offensichtlich auf Gästeseite nicht nur Essener an den Auseinandersetzungen beteiligt" gewesen.

Nach Angaben der Polizei verlief der Einsatz "atypisch". Zwar musste die Partie knapp zwei Minuten wegen des Abbrennens von Pyrotechnik unterbrochen werden, das Spiel sei aber ansonsten friedlich abgelaufen. Zu den Ausschreitungen kam es nach Schlusspfiff, als zwei Tore von Essener Fans durchbrochen wurden. Es gab zunächst zwei Festnahmen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs, weitere Ermittlungen wegen Widerstand und Sachbeschädigung sind eingeleitet. Konsequenzen für beide Klubs wird der Einsatz von Pyrotechnik haben. Aufgrund der Eintragung im Spielbericht des Schiedsrichters Timo Gansloweit (Dortmund) ist bereits ein Verfahren gegen beide Vereine beim Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) eingeleitet. Dies bestätigte der Verband am Mittwoch auf Anfrage.