18. Februar 2020 / 16:56 Uhr

"Außenseiter in der Bundesliga": Frauen des SK Lehrte vor Abstieg aus Schach-Oberhaus

"Außenseiter in der Bundesliga": Frauen des SK Lehrte vor Abstieg aus Schach-Oberhaus

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Lehrterinnen oben von links: Jana Böhm, Katherina Newrkla, Nicole Manusina. Unten von links: Marine Zschischang, Fiona Sieber, Stefanie Düssler
Die Lehrterinnen oben von links: Jana Böhm, Katherina Newrkla, Nicole Manusina. Unten von links: Marine Zschischang, Fiona Sieber, Stefanie Düssler © Michael Plümer
Anzeige

Diese Saison läuft nicht so gut für die Frauen des SK Lehrte - ihnen droht sogar der Abstieg aus der Bundesliga. In ihrem letzten Duell gegen Tabellendritten SF Deizisau bestand bis zum Schluss die Hoffnung auf einen Sieg, daraus wurde allerdings doch nichts.

Anzeige
Anzeige

Den Frauen des SK Lehrte droht nach nunmehr sieben Jahren der Abstieg aus der Bundesliga. Beim Heimspieltag war das Sextett zweimal als Verlierer von den Brettern gegangen.

Bei der knappen 2,5:3,5-Niederlage gegen den Tabellendritten SF Deizisau kämpften Lehrtes Denksportlerinnen lange um einen Punktgewinn. An der 0:6-Klatsche gegen den Tabellenzweiten SK Schwäbisch Hall war tags zuvor indes nicht zu rütteln. „Da haben wir ordentlich auf die Nase bekommen“, sagte Kapitän Jan Salzmann. Eine Überraschung war das deutliche Ergebnis allerdings nicht. „Wenn man sich die Verhältnisse der Etats anschaut, sind wir ohnehin Außenseiter in der Bundesliga“, sagte Salzmann.


Das kleine gallische Dorf der Liga

Das drückte sich auch an den Brettern aus. Während der Gastgeber mit überwiegend Studentinnen so etwas wie das kleine gallische Dorf der Liga ist, bot Schwäbisch Hall eine internationale Auswahl an Profispielerinnen auf und hatte an den Brettern ein Übergewicht von teilweise mehr als 300 ELO-Spielstärkepunkten. Insofern verkauften sich die Lehrterinnen mehr als teuer.

Bilder vom Schach-Spiel der Bundesliga zwischen den Frauen des SK Lehrte und der SF Deizisau

Die Lehrterin Nicole Manusina bei ihrem Zug.  Zur Galerie
Die Lehrterin Nicole Manusina bei ihrem Zug.  ©

Ein offener Kampf gegen SF Deizisau

Ähnlich war die Ausgangslage tags darauf gegen Deizisau. Diesmal hielt der SKL jedoch mutig dagegen und bot seinem Gegner einen offenen Kampf. Fiona Sieber knöpfte Marta Michna, der Nummer drei der deutschen Rangliste, am Spitzenbrett in einer völlig verschachtelten Stellung eine Punkteteilung ab. Noch besser machten es Stefanie Düssler und Katharina Newrkla. Die Österreicherin zwang ihre Gegnerin Yuliya Naiditsch (die Schwester der früheren deutschen Nummer eins bei den Männern, Arkdij Naiditsch), den König in der Mitte des Brettes zu lassen, und bekam später den entscheidenden Angriff. Düssler legte ihre Partie weniger riskant an, dominierte aber bald mit ihren Figuren das Brett und gewann zwei entscheidende Bauern.

Hoffnung war bis zum Schluss da

Nachdem Marine Zschischang und Nicole Manusina recht glatt überspielt wurden, hing alles an Jana Böhm. „Da haben wir lange gehofft, dass sie das Remis hält“, sagte Salzmann. Dieser Traum platzte jedoch und die knappe Niederlage war perfekt.

Mehr Berichte aus der Region

Die Leistung gegen die Süddeutschen macht den Lehrterinnen dennoch Mut, bei der zentralen Endrunde vom 30. April bis zum 2. Mai in Berlin noch die Klasse halten zu können. „Mit dem SV Erfurt und dem SV Leipzig haben wir zwei Gegner, die wir schlagen können“, blickte Salzmann auf das Saisonfinale voraus. Man müsse in der Bundeshauptstadt versuchen, noch einen Zähler gegen die Rodewischer Schachmiezen zu klauen. Was Hoffnung macht: In Berlin ist auch Lara Schulze wieder mit von der Partie.