10. Juli 2020 / 08:00 Uhr

Außenseiter TuS Pegau fordert Einheit Frohburg im Kreispokalfinale heraus

Außenseiter TuS Pegau fordert Einheit Frohburg im Kreispokalfinale heraus

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Werden die Fußballer von TuS Pegau (weiß) einen weiteren Favoriten wie Borna in einem Kreispokalspiel bezwingen können?
Werden die Fußballer von TuS Pegau (weiß) einen weiteren Favoriten wie Borna in einem Kreispokalspiel bezwingen können? © Thomas Kube
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Am Sonnabend muss Einheit Frohburg beim krassen Außenseiter TuS Pegau im Finale um den Kreispokal des Muldentals/Leipziger Landes antreten. Die Frohburger Fußballer gehen als Favorit in die Partie. Doch die Gastgeber haben mit Borna, Ostrau und Klinga-Ammelshain schon mehrere Kreisoberligisten aus dem Wettbewerb geworfen...

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Muldental/Leipziger Land. Ein Trip in die Karibik oder womöglich eine moderne Einbauküche oder sogar eine neue Familiendroschke? Wer auf Siege der Pegauer Fußballer gegen Borna und gegen Ostrau und gegen Klinga-Ammelshain gewettet hätte, wäre bei entsprechendem Einsatz mit Sicherheit nicht ärmer geworden. Der Meister der Kreisliga A-West steht nach dem Rauswurf dreier Kreisoberliga-Schwergewichte sensationell im Endspiel des Kreispokals der Männer, in welchem er am Samstag um 15 Uhr den künftigen Staffel-Kontrahenten BSV Einheit Frohburg empfängt. Anstoß auf der „Großen Reitbahn“ ist um 15 Uhr, die Begegnung wird von Schiedsrichter Thomas Kirchhof (TSV Großsteinberg) und seinen Assistenten Sven Schaupke (Hohnstädter SV) und Michael Niemann (SV Flößberg) geleitet.

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Einheit Frohburg hat großen Druck

Ein Wermutstropfen im Becher der Vorfreude ist die Tatsache, dass weiterhin keine Zuschauer im Innenraum zugelassen sind. Von der Landesregierung angekündigte Lockerungen kommen für das Finale eine Woche zu spät. TuS-Abteilungsleiter Thomas Liebau nimmt es mit süß-saurer Miene zur Kenntnis: „Natürlich schmerzen uns die fehlenden Eintrittsgelder, zumal wir mit etwa 100 Frohburger sowie mindestens 150 Pegauer Fans rechnen. Und die wären drinnen garantiert besser aufgehoben als draußen, aber die große Politik hat es halt anders entschieden. Das geforderte Hygienekonzept haben wir fertig, die Agrargenossenschaft Auligk hat die angrenzende Wiese als Parkplatz hergerichtet, am Vormittag findet noch die Meisterschaftsendrunde der D-Junioren statt, das Wetter soll recht ordentlich werden. Einem unvergessenen Tag steht also trotz allem nichts im Wege. Und rein sportlich gesehen kann es von mir aus erneut ein Elfmeterschießen geben.“

DURCHKLICKEN: Das Kreispokalspiel Falkenhain gegen Frohburg vom Oktober 2019

Falkenhainer SV – BSV Einheit Frohburg 0:4 Zur Galerie
Falkenhainer SV – BSV Einheit Frohburg 0:4 ©

Was für die Elsterstädter bereits ein erneuter Erfolg wäre, denn laut Interims-Spielertrainer Steve Bachmann ist der Gastgeber klarer Außenseiter. „Wir haben überhaupt nichts zu verlieren, Frohburg hat den viel größeren Druck. Mit unseren zuletzt gezeigten Tugenden wie Kampfgeist, Disziplin und taktischer Ordnung wollen wir wieder Paroli bieten. Die Mannschaft ist nach drei Wahnsinns-Partien auf alle Szenarien vorbereitet. Borna hat uns unterschätzt, gegen Ostrau war auch ein 8:4 möglich, Klinga war körperlich überlegen und wir haben auf Konter gesetzt.“

In personeller Hinsicht ist bei den Blau-Gelben lediglich der Einsatz von Toni Kammer vakant, der Abwehrstratege hat sich im Halbfinale eine Zerrung zugezogen. Der ehemalige Coach Rico Meuschke – welcher die Pegauer Kicker mittlerweile in seiner Physiotherapie-Praxis auf andere Art und Weise fit macht – versucht ihn mit seinen goldenen Händen noch hinzubekommen, doch es wird knapp. Apropos Coach. Der vor einem Jahr verpflichtete TuS-Trainer Uwe Trautmann wird nicht nach Pegau zurückkehren. Bachmann erklärt die Hintergründe: „Wir haben uns friedlich getrennt, denn Uwe wird in seiner Heimat Sachsen-Anhalt kurzfristig eine neue Aufgabe übernehmen. Das ist für ihn aufgrund der Arbeit und des Wohnortes logistisch ganz einfach günstiger. Mit einem potenziellen Nachfolger haben wir engen Kontakt, allerdings gibt es bis zur Vollzugsmeldung noch einige wichtige Dinge zu klären.“

André Thieme mit schwierigen Job

Bei den Frohburgern ist bezüglich „neuer Coach“ schon alles unter Dach und Fach. Die Katze soll aber erst nach dem Saisonfinale aus dem Sack gelassen werden. Es soll kein Unbekannter sein. Andre Thieme. der ehemalige Kapitän hatte das Amt vor zwölf Monaten übernommen, wird wie verabredet ein Jahr Auszeit nehmen, um dann seinen Trainerschein zu machen. Vorher will er unbedingt den Pott holen. Dafür hat er sogar den Beginn seines Urlaubs geopfert, wird der Familie hinterher reisen. Ihn wurmt es noch immer, dass er vor zwei Jahren im Finale gegen platte Roßweiner zwei Großchancen vergeben hatte und somit das später mit 4:5 verlorene Elfmeterschießen nicht vermeiden konnte.

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Andre Spranger (Spieler und Vereinschef in Personalunion) prophezeit dem scheidenden Übungsleiter in seinem letzten Match jedoch einen schwierigen Job: „Er ist nicht zu beneiden, denn er hat die Qual der Wahl. Aus unserem komplett zur Verfügung stehenden 19-Mann-Kader werden einige in einen sauren Apfel beißen müssen. Aber ich bin mir sicher, dass die Betroffenen ihre persönlichen Belange einem Pokalsieg unterordnen werden. Die Jungs sind total heiß, am Dienstag waren 16 Leute zum Training. Wir haben die Intensität ein wenig dosiert, waren voll auf das Wesentliche fokussiert. Alle sind sich der Bedeutung bewusst und wollen mit allen Mitteln eine Niederlage wie 2018 gegen Roßwein verhindern. Wir haben gebührenden Respekt vor den sympathischen Pegauern, werden uns in jeden Zweikampf werfen und die Sache keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Wir wollen es nach 90 Minuten entschieden haben, obwohl wir mit unserer vollen Kapelle auch genügend Körner für eine Verlängerung hätten.“

Es kann los gehen...

Worauf es Frohburgs Co-Trainer Mirko Deißner nicht unbedingt ankommen lassen möchte, „um das Nervenkostüm zu schonen. Von der Papierform her sind wir natürlich leicht favorisiert, doch Pegau wird das eigene Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wir müssen von Anfang an hellwach sein und es aus unseren Köpfen raus kriegen, dass der Gegner im abgelaufenen Spieljahr unterklassig war. Dann sollte es auch mit dem Abschiedsgeschenk für Andre Thieme klappen.“