05. Februar 2021 / 10:12 Uhr

Ausweichspielstätte wohl gefunden: RB Leipzig peilt Spiel gegen Liverpool in Budapest an

Ausweichspielstätte wohl gefunden: RB Leipzig peilt Spiel gegen Liverpool in Budapest an

Guido Schäfer / Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
In der Puskás Aréna in Budapest soll das Champions-League-Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool stattfinden.
In der Puskás Aréna in Budapest soll das Champions-League-Spiel zwischen RB Leipzig und dem FC Liverpool stattfinden. © Getty Images/Montage
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In der Red-Bull-Arena kann nicht gespielt werden, weil der FC Liverpool nicht nach Deutschland einreisen darf. RB Leipzig hat nun offenbar eine Ausweichmöglichkeit auf neutralem Boden gefunden, und zwar in Ungarn.

Leipzig. London wird es wohl nicht! RB Leipzig ist auf der Suche nach einem alternativen Austragungsort für das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen den Liverpool FC offenbar fündig geworden. Nach exklusiven SPORTBUZZER-Informationen läuft aktuell alles auf einen Anpfiff im Puskás-Stadion in Budapest hinaus. Der Bundesligist hat demnach auch ein Ausweichen nach Polen geprüft, unter anderem in Leipzigs Partnerstadt Krakau sowie nach Danzig. Nun hat offenbar aber die ungarische Hauptstadt für die für den 16. Februar (21 Uhr) angesetzte Begegnung die Nase vorn.

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Keine Quarantäne bei Rückreise

Hintergrund der Verlegung ist eine mindestens bis zum 17. Februar geltende bundesweite Einreisesperre für Menschen aus Corona-Mutationsgebieten. Großbritannien gehört dazu. Die Verordnung sieht nur wenige Ausnahmen vor, etwa für Personen, die ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben oder den Warenverkehr. Profisportler auf Wettkampfreise gehören ausdrücklich nicht dazu. Die Bundespolizei hatte deshalb in Abstimmung mit dem Innenministerium am Donnerstag einen Leipziger Antrag auf Ausnahmegenhmigung für die Elf von Jürgen Klopp abgelehnt.

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Da die Regularien der UEFA für den Fall entgegenstehender gesetzlicher Vorgaben aufgrund der Corona-Pandemie jegliche Verantwortung an den gastgebenden Verein "abschiebt", muss RB eine Lösung anbieten. Dafür hat der Club bis zum 8. Februar, also kommenden Montag, Zeit. Möglich gewesen wäre auch ein Tausch des Heimrechts. Die Leipziger wären dann am 16. Februar zunächst in England angetreten, im Rückspiel am 10. März dann auf eigenem Rasen. Liverpool hat einen Tausch allerdings abgelehnt. Ob der schlussendlich etwas gebracht hätte, wäre ohnehin fraglich gewesen. Denn ob die Einreisesperre tatsächlich am 17. Februar ausläuft, ist aktuell völlig unklar und abhängig von der Entwicklung der Corona-Pandemie. Eine Verlängerung gilt als nicht unwahrscheinlich. Für die Messestädter wiederum kam eine weitere mögliche Option, die generelle Abgabe des Heimrechts an den LFC, nicht in Frage. In diesem Fall hätte RB zweimal in Liverpool antreten müssen.

Also bleibt nur die Austragung an einem neutralen Ort außerhalb Deutschlands. Am Cottaweg favorisieren die Verantwortlichen die ungarische Hauptstadt. Zwar hat die dortige Regierung bis mindestens zum 1. März Binnengrenzkontrollen eingeführt und ebenfalls strenge Einreisebestimmungen erlassen. Für Profisportler sind aber Ausnahmen vorgesehen. Auch die Rückreise aus Budapest gestaltet sich für die Leipziger unkomplizierter. Da Ungarn anders als Großbritannien vom Robert-Koch-Institut „lediglich“ als Risikogebiet eingestuft wird, reicht den Roten Bullen ein negatives Corona-Testergebnis, um wieder nach Deutschland einreisen zu dürfen.

Hochmoderne Arena in Budapest

Laut Sächsischer Corona-Quarantäne-Verordnung wäre die Mannschaft auch von der zehntägigen Quarantänepflicht ausgenommen, da sie sich insgesamt weniger als 72 Stunden im Risikogebiet aufhalten würde. Eine ähnliche Situation hatte RB bereits im Dezember, als die Elf direkt nach dem 4:3-Sieg bei Istanbul Basaksehir nach München zur Bundesliga-Partie beim FC Bayern (3:3) flogen. Dem Liga-Spiel bei Hertha BSC am 21. Februar sollte demnach nichts in die Quere kommen.

Das Puskas-Stadion in Budapest ist übrigens die "Heimspielstätte" der ungarischen Nationalmannschaft und wurde eigens für die von 2020 auf 2021 verschobene EM gebaut. Es hat 67.000 Plätze und entstand an der Stelle, an der sich bis 2016 das Nepstadion (Volksstadion) befand. Vom örtlichen Club Ferencvaros wird die hochmoderne Arena lediglich für Partien in der Champions League genutzt.


Mit: Elena Boshkovska