29. Juli 2021 / 13:47 Uhr

Radsportler Lagab über Rassismus-Skandal: Keine Entschuldigung von Moster oder Team

Radsportler Lagab über Rassismus-Skandal: Keine Entschuldigung von Moster oder Team

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der algerische Radsportler Azzedine Lagab war vom deutschen Sportdirektor Patrick Moster rassistisch verunglimpft worden.
Der algerische Radsportler Azzedine Lagab war vom deutschen Sportdirektor Patrick Moster rassistisch verunglimpft worden. © IMAGO/AFLOSPORT
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Nach der rassistischen Entgleisung von Patrick Moster hat der algerische Radsportler Azzedine Lagab nach eigenen Angaben weder vom deutschen Sportdirektor noch vom deutschen Team eine Entschuldigung erhalten. Lagab erklärt, wie er die Entwicklung rund um den Vorfall erlebt.

Der algerische Olympia-Radrennfahrer Azzedine Lagab ist nach dem Rassismus-Skandal um den deutschen Funktionär Patrick Moster nach eigenen Angaben nicht direkt kontaktiert worden. "Das offizielle Statement habe ich gesehen", sagte der 35-Jährige dem Spiegel am Donnerstag. "Es haben sich auch einige Fahrer von dem Verhalten distanziert. Aber eine persönliche Nachricht und Entschuldigung habe ich bisher weder von Moster noch vom deutschen Team erhalten."

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Der deutsche Sportdirektor hatte beim Einzelzeitfahren seinen Schützling Nikias Arndt angefeuert und die zwei vor diesem fahrenden Athleten - einer davon war Lagab - als "Kameltreiber" verunglimpft. Der Vorfall war live im Fernsehen zu sehen und zu hören. Moster sagte danach, dass ihm die Aussagen leid täten, dass er kein Rassist sei und dass er um Entschuldigung bitte. Er wurde am Freitag vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorzeitig nach Hause geschickt.

Ob dies die richtige Sanktion war, das wollte Lagab nicht bewerten, auch weil er Moster nicht persönlich kenne. Er wünscht sich, dass der Kampf gegen Rassismus durch diese Causa aber weiter intensiviert wird. "Ich hoffe, solche Vorfälle haben in Zukunft auch Konsequenzen, wenn es sie mal nicht auf Video geben sollte." Der Algerier, der für kein namhaftes Team fährt, kenne Rassismus nur zu gut. "Leider muss ich sagen, dass es nicht das erste Mal gewesen ist, dass ich solche Kommentare gegen mich erlebe. Oft ist es allerdings viel aggressiver, dann werde ich Araber oder Afrikaner genannt, manche sagen auch Terrorist zu mir", berichtete er.