15. Dezember 2020 / 09:02 Uhr

Babak Rafati zum Eklat von Paris: Dieser Rassismus-Vorfall war keine Überraschung

Babak Rafati zum Eklat von Paris: Dieser Rassismus-Vorfall war keine Überraschung

Babak Rafati
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Babak Rafati nimmt in der Viererkette noch einmal Stellung zum Rassismus-Eklat bei der Partie zwischen PSG und Basaksehir Istanbul.
Babak Rafati nimmt in der Viererkette noch einmal Stellung zum Rassismus-Eklat bei der Partie zwischen PSG und Basaksehir Istanbul. © imago images (Montage)
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Eine Woche ist es her, dass die Partie zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul wegen des Rassismus-Eklats um Schiedsrichter-Assistent Sebastian Coltescu abgebrochen wurde. In der Viererkette blickt SPORTBUZZER-Kolumnist Babak Rafati noch einmal auf den Vorfall zurück.

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Durch die Vorfälle beim Champions-League-Spiel von Paris Saint-Germain gegen Basaksehir bekam das Thema Rassismus eine neue Dimension. Ein Schiedsrichter, immerhin ein Regelhüter und Stellvertreter des Fair Play, bricht moralische Regeln. Für mich keine Überraschung, auch im 21. Jahrhundert nicht. Es hat seine Gründe. Nicht nur im Sport, vielmehr gesamtgesellschaftlich.

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Wir können Menschen, die Rassismus erfahren, im Ansatz nicht immer verstehen. Wir sind nicht betroffen, deshalb machen wir es uns nicht so sehr bewusst. Vielleicht stellen wir uns einfach vor, wie wir selbst angesprochen werden wollten, wenn wir dunkelhäutig wären ...

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Wir werden diesen Schiri nicht mehr sehen, dafür muss man kein Hellseher sein. Suspendierung wird seine Haltung aber nicht ändern. Viele, wie dieser Schiri, sind meistens keine Unmenschen. Sie sind vielmehr ihrem "Unwissen" in der Gesellschaft ausgesetzt. Ich würde deshalb ein Experiment starten und dem Schiedsrichter einen Ersatzjob in Aussicht stellen. Voraussetzung: Er belegt einen entsprechenden Kurs, der seine Persönlichkeit formt.

Diskriminierung, Homophobie, Rassismus und Intoleranz entstehen durch Unwissen. Der Fußball kann das alles trotz seiner weiten Strahlkraft nicht allein stemmen, die Politik muss eingebunden werden.

"Kommen wir in den Dialog"

Mein Appell: Kommen wir in den Dialog. Jedes Wort zählt und sollte wörtlich genommen werden. Wörter können verletzen, wie uns die schrecklichen Ereignisse von Paris gezeigt haben. Hinter dem Wort „Neger“ steckt Geschichte. Bildungspolitik ist gefragt, weltweit. "No Racism" ist nämlich kein Slogan, sondern eine Haltung.

An dieser Stelle wechseln sich wöchentlich Bestsellerautor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-"Sportstudios", mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).