10. Oktober 2019 / 16:56 Uhr

Babelsberg 03 gegen Oranienburger FC: Geduldsspiel gegen ehemalige Kiezkicker

Babelsberg 03 gegen Oranienburger FC: Geduldsspiel gegen ehemalige Kiezkicker

Mirko Jablonowski und Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Sven Roggentin, Christopher Schulze und Fabian Lenz treffen im Landespokal-Achtelfinale auf ihren Ex-Verein SV Babelsberg 03.
Sven Roggentin, Christopher Schulze und Fabian Lenz treffen im Landespokal-Achtelfinale auf ihren Ex-Verein SV Babelsberg 03. © Robert Roeske
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AOK-Landespokal: Der Oranienburger FC Eintracht empfängt im Landespokal-Achtelfinale Regionalligist Babelsberg 03 – für ein OFC-Trio ist das eine besondere Partie.

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Für den SV Babelsberg 03 spielte Sven Roggentin einst gegen Union Berlin, Rot-Weiß Erfurt und Eintracht Braunschweig. Nun kommt es für den 37-jährigen Torwart-Routinier in Reihen des Oranienburger FC Eintracht am Sonnabend (15 Uhr, Orafol-Arena) selbst zu einem Wiedersehen mit den Kiezkickern aus der Landeshauptstadt. Roggentin gehört beim OFC zu einem Trio mit einer Vergangenheit am Babelsberger Park. Die drei Oranienburger freuen sich auf das Duell mit dem Regionalligisten im Achtelfinale des Fußball-Landespokals.

„Wir wollten ein attraktives Los, das haben wir bekommen. Ein Pokalspiel gegen den alten Verein – das wird lustig“, ist sich der OFC-Torhüter, der zwischen 2006 und 2008 in einer Oberliga- und acht Regionalliga-Partien für Nulldrei auflief, sicher. „Aus der Truppe von damals ist heute keiner mehr dabei“, weiß der 37-Jährige. Mit Ugurtan Cepni kickte der Routinier aber einst gemeinsam in der Hertha-Jugend, auch Keeper Marvin Gladrow kennt Roggentin gut.

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<b>2005</b>: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. Zur Galerie
2005: MSV Neuruppin gewinnt nach Verlängerung (2:1 gegen Babelsberg) erstmals den Pokal, darf im DFB-Pokal später gegen Bayern München spielen. ©
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Außerdem freut sich der Oranienburger auf bekannte Gesichter aus dem SVB-Umfeld – wie etwa Mannschaftsbetreuer Marcus „Pepe“ Petsch. Nach seinem Abschied 2008 in Richtung Plauen kreuzten sich Roggentins Wege nur noch selten mit den Babelsbergern. Jetzt will er, „die Kirche im Dorf lassen“, wie er sagt. „Wir sind definitiv der Außenseiter und stehen gegen Babelsberg absolut nicht unter Zugzwang“, meint der Schlussmann, der seit 2017 für den OFC Eintracht aufläuft. Er glaube aber auch nicht, dass sich sein Team gegen den zwei Spielklassen höher beheimateten Gegner aus der Landeshauptstadt nur hinten rein stellen wird.

Mit einer Unterbrechung von sechs Monaten trug auch Fabian Lenz zehn Jahre das SVB-Trikot. „Ich bin zur C-Jugend von der SG Bornim an den Babelsberger Park gewechselt“, erinnert sich der 32-jährige Polizist, der die Kiezkicker dann 2009 Richtung Oranienburg verließ. Zwei Spielzeiten beim OFC folgten dreieinhalb Jahre beim RSV Eintracht, ehe er sich im Januar 2016 wieder den Oranienburgern anschloss.

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„Das anstehende Spiel ist für mich auf jeden Fall etwas ganz Besonderes“, sagt der Mittelfeldspieler, der von der Ersten aber nur noch die Betreuer Marcus „Pepe“ Petsch und Matthias May kennt. Die schönsten Erinnerungen an seine Zeit bei Nulldrei? „Der Aufstieg in die Regionalliga mit der B-Jugend und der Landespokalsieg mit der Zweiten 2010 – auch wenn ich dort im Finale nicht mehr zum Einsatz kam“, so Lenz, der in der OFC-Kabine neben Christopher Schulze sitzt, der als B-Jugendlicher zu den Filmstädtern wechselte und vier Jahre im Verein blieb.

„Ich habe damals im Internat gewohnt und konnte das Abitur mit dem Sportlichen gut verbinden“, erklärt der 26-Jährige, der vor der Saison von Falkensee-Finkenkrug zum OFC gewechselt ist. „Vor allem meine erste A-Jugend-Saison mit Landespokalsieg und Aufstieg in die Regionalliga war ein Highlight.“ Am Samstag erwartet er ein „sehr temporeiches und körperbetontes Spiel“, auf das die Vorfreude seit der Auslosung stetig gestiegen ist.

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Am Karl-Liebknecht-Stadion, wo der SV Babelsberg zu Hause ist, weiß SVB-Trainer Marco Vorbeck, der einst als Profi für den FC Hansa Rostock und Dynamo Dresden auflief, dass ihn und sein Team keine leicht Aufgabe in Oberhavel erwartet. „Enger Platz, tief stehender Gegner, schwieriges Spiel“, sagt Vorbeck. „Das wird ein Geduldsspiel. Da gilt es, die Ruhe zu bewahren.“ In der Regionalliga Nordost warten die Kiezkicker nach acht Remis aus elf Spielen noch auf den ersten Sieg. Die beiden einzigen Saisonerfolge gab es im Landespokal. „Stand jetzt fahren wir mit 14 Feldspielern nach Oranienburg“, so Vorbeck, der neben den Langzeitverletzten wohl auch auf den erkrankten Routinier Cepni verzichten muss.

„Vor drei Wochen, als die Auslosung war, musste sich Nulldrei noch finden. Das haben sie inzwischen sicher getan“, glaubt Sven Roggentiin dennoch. Er erinnert sich gerne an die Zeit im Nulldrei-Trikot zurück. Ein guter Auftritt gegen den Favoriten könnte für ihn noch einen ganz anderen Nebeneffekt haben: „Wir haben ja nicht nur das Pokalspiel im Kopf, sondern denken auch schon ein bisschen an das Stadtderby eine Woche später.“ Da biete das Duell mit dem Ex-Club die perfekte Gelegenheit, mit einer guten Leistung Selbstvertrauen zu tanken.

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