22. August 2020 / 17:44 Uhr

Bessere Chancenverwertung gegen Babelsberg 03: Union Fürstenwalde erstmals Landespokalsieger (mit Galerie)

Bessere Chancenverwertung gegen Babelsberg 03: Union Fürstenwalde erstmals Landespokalsieger (mit Galerie)

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Fürstenwalder feiern mit ihren Fans die 2:0-Führung durch Lukas Stagge (r.).
Die Fürstenwalder feiern mit ihren Fans die 2:0-Führung durch Lukas Stagge (r.). © Julius Frick
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AOK-Landespokal: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gewinnt Union Fürstenwalde den AOK-Landespokal. Zum Matchwinner avancierte dabei Lukas Stagge mit seinen beiden Kopfballtreffern.

Der FSV Union Fürstenwalde ist zum ersten Mal Brandenburger Fußball-Landespokalsieger. 379 Tage nach Beginn des Wettbewerbs 2019/20, der wegen der Corona-Pandemie unterbrochen worden war, gewannen die Fürstenwalder am Samstag das Finale gegen Regionalligakontrahent SV Babelsberg 03 mit 2:1 (2:0). In Luckenwalde traf Lukas Stagge (13., 20. Minute) für Union doppelt, Bogdan Rangelov (61.) gelang bei der unterhaltsamen Partie nur noch der Babelsberger Anschlusstreffer. „Wir haben das Ding in der ersten Halbzeit entschieden“, sagte Stagge. „Auch wenn es am Ende eng wurde, war es absolut verdient, dass wir gewonnen haben.“ Als Brandenburger Pokalsieger darf sich Union nun freuen, in der ersten Runde des bevorstehenden DFB-Pokals (11. bis 14. September) den Bundesligisten VfL Wolfsburg empfangen zu dürfen.

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In Bildern: Babelsberg 03 verliert das Landespokalfinale mit 1:2 gegen Union Fürstenwalde.

Babelsberg-Trainer Predrag Uzelac gibt Stürmer Daniel Frahn vor dem Spiel Anweisungen. Zur Galerie
Babelsberg-Trainer Predrag Uzelac gibt Stürmer Daniel Frahn vor dem Spiel Anweisungen. © Julius Frick

Der SVB verpasste es derweil, seinen zehnten Cup-Titel zu holen und damit alleiniger Rekordgewinner vor Energie Cottbus zu werden. „Wir haben heute viel investiert, aber es hat nicht gereicht“, sagte der enttäuschte Nulldrei-Coach Predrag Uzelac. „Wir können vom Gegner lernen, cleverer bei der Chancenverwertung zu sein, positiv schmutzig.“

Im Vergleich zum Ligastart vor einer Woche (SVB 1:1 bei Carl Zeiss Jena, Union 2:3 beim Berliner AK) nahmen beide Trainer Veränderungen in ihren Anfangsformationen vor. Uzelac ließ Rückkehrer Marcus Hoffmann nach überstandener Muskelprellung von Beginn in der Innenverteidigung ran, für ihn nahm Jake Wilton auf der Bank Platz. Fürstenwaldes Coach Matthias Maucksch tauschte in seiner Startelf sogar viermal aus: Kay Michel, Johann Weiß, Vojtech Mares und Darryl Geurts ersetzten Dimitrios Komnos, Mateusz Ciapa, Noah Thamke und Johan Martynets.

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Vor 729 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Stadion agierten die Babelsberger zunächst besser, hatten ordentlich Zug zum gegnerischen Tor und bereits in der ersten Minute eine gute Chance, als Tino Schmidt an Union-Keeper David Richter scheiterte. Auch bei einem Kopfball von Daniel Frahn war Richter zur Stelle (12.). Eine Minute später schlug aber der FSV zu. Nulldrei-Kapitän Philip Saalbach stand auf der rechten Babelsberger Abwehrseite alleine gegen zwei Union-Spieler. So konnte Kay Michel präzise flanken - Stagge verwertete mustergültig per Kopfball. „Großartig herausgespielt“ sei der Treffer gewesen, lobte Maucksch. Das 1:0 verlieh den Spreestädtern Sicherheit. Sie waren präsenter, während der SVB an dem Rückschlag zu knabbern hatte. Und es kam noch schlechter für die Uzelac-Elf. Nach einem Eckball von Anton Kanther wurde Stagge erneut nur unzureichend gedeckt, sodass er ein zweites Mal per Kopf erfolgreich sein konnte (20.). „Die Konzentration hat bei beiden Gegentoren gefehlt“, kritisierte Uzelac.

Die Kiezkicker aus der Filmstadt zeigten eine gute Reaktion – allerdings auch eine schwache Chancenverwertung. Vor allem in Person von Rangelov. Zweimal wurde der Serbe sehr gut freigespielt, brachte den Ball dann aber nicht an Richter vorbei, der wachsam parierte (31., 34.). Auch Kopfbälle von Frahn (21.) und Hoffmann (34.) fanden nicht den Weg ins Tor. „Wir hätten da schon verkürzen müssen“, sagte der SVB-Trainer. Auf der Gegenseite verpasste Stagge den lupenreinen Hattrick, setzte per Direktabnahme die Michel-Hereingabe am Kasten vorbei. Insbesondere mit Fürstenwaldes linker Außenbahn, auf der Michel und Darryl Geurts viel Druck nach vorne erzeugten, hatte Babelsberg Probleme.

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2003.

2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. Zur Galerie
2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. ©

Uzelac reagierte in der Halbzeitpause. Er wechselte den zentralen Mittelfeldspieler David Danko aus und verstärkte stattdessen mit Angreifer Pieter-Marvin Wolf die Offensive. „Wir sind Risiko gegangen“, meinte Stürmer Frahn. Und Mauksch räumte ein: „Wir haben zu viel Luft rangelassen.“ Der zunehmende Vorwärtsdrang des SVB wurde in der 61. Minute belohnt: Eine flache Hereingabe von Tobias Dombrowa spitzelte Rangelov ins Netz. Die Partie wurde nun intensiver. Trotz der coronabedingt relativ kleinen Zuschauerkulisse kam Stimmung auf. Jedoch kaum noch große Torgefahr.


Erst in der 90. Minute hatten die anrennenden Babelsberger noch die Chance auf den Ausgleich und damit die Verlängerung: Der eingewechselte Robin Müller brachte den Ball vor das Gehäuse, wo Unions Kapitän Ingo Wunderlich in höchster Not vor Wolf rettete. Und das bringt nun die „Wölfe“ nach Fürstenwalde, das ausgelassen bei der zweiten Landespokalfinalteilnahme den ersten Titelgewinn sowie die damit verbundene DFB-Pokalqualifikation feiern durfte.

SV Babelsberg 03: Gladrow – Saalbach, Hoffmann, Lela, L. Wilton – Danko (46. Wolf), Montcheu – Rangelov (82. Müller), Schmidt, Dombrowa – Frahn

Union Fürstenwalde: Richter – Wunderlich, Weiß, Mares, Michel – Kanther (61. Atici), Putze, Turci (55. Martynets/90.+3 Mlynarczyk), Geurts – Stagge, Shoshi