19. November 2019 / 11:01 Uhr

Baby-Glück für Deutschlands Nummer 1: Almuth Schult ist schwanger!

Baby-Glück für Deutschlands Nummer 1: Almuth Schult ist schwanger!

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Almuth Schult vom VfL Wolfsburg erwartet ihr erstes Kind.
Almuth Schult vom VfL Wolfsburg erwartet ihr erstes Kind.
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Für Almuth Schult, Torfrau der deutschen Nationalmannschaft und des VfL Wolfsburg, wird Fußball erst einmal zur Nebensache: Die 28-Jährige ist schwanger, erwartet im kommenden Jahr ihr erstes Kind. Das teilte ihr Verein am Dienstagvormittag mit.

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Erst eine schwere Masernerkrankung, dann eine Schulter-OP - für Torhüterin Almuth Schult vom VfL Wolfsburg war es bisher alles andere als ein erfreuliches Jahr. Nach der WM, bei der sie trotz Schulter-Verletzung (Bizepssehne gerissen, Kapsel angerissen, eine Gelenklippe beschädigt) im deutschen Tor stand, hat Schult kein Spiel mehr bestritten, arbeitete in der Reha an ihrem Comeback. Jetzt hat sie für ihre Fußball-Pause einen viel besseren Grund, im Frühjahr 2020 erwartet sie ihr erstes Kind. Schult selbst äußert sich dazu nicht und bleibt damit ihrer Linie treu, Privates so weit wie möglich aus der Öffentlichkeit rauszuhalten.

Beim VfL Wolfsburg geht man davon aus, dass Schult ihre Karriere als Mutter fortsetzen wird - nur dass sie in dieser Saison nicht mehr spielen wird, ist unabhängig vom Verlauf der Schulter-Reha klar. „Mein Plan ist es, auf den Platz zurückzukehren“, so Schult. Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen: „Wir freuen uns alle sehr mit Almuth und ihrem Mann – und schon jetzt wünschen wir den beiden alles Gute für den neuen, spannenden Lebensabschnitt.“

Seit gut einem Dreivierteljahr ist die Ausnahme-Torfrau verheiratet, sie lebt wieder in ihrem Heimatort Lomitz im Wendland unweit des elterlichen Bauernhofes. Über ihre Karriere und ihre Verletzungen hatte sie zuletzt ausführlich in einer beeindruckenden NDR-Doku gesprochen, danach immer wieder zu aktuellen Themen des Frauenfußballs mit bemerkenswert klaren Aussagen Stellung bezogen. „Es ist schade, dass manchmal dieses 'Wir sind doch hier nicht beim Mädchenfußball' ein Lästerwort ist. Aber wenn man sich dann den Männerfußball anschaut, dann sieht der eher nach Mädchenfußball aus als der Frauenfußball. Bei uns liegen nicht so viele auf dem Boden rum und versuchen zu schauspielern“, sagte sie beispielsweise in einem Eurosport-Interview. Schult engagiert sich auch regelmäßig in der Region, in der vergangenen Woche war sie im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages in der Waldschule Tülau-Voitze zu Gast, las dort aus dem Kinderbuch „Mama Muh und die Krähe“ vor.

2013 war sie nach den Stationen Hamburger SV, Magdeburger FFC und SC Bad Neuenahr zum VfL gekommen, galt als amtierende U-20-Weltmeisterin schon damals als die Torfrau der Zukunft. In Wolfsburg war sie seitdem Stammspielerin und Leistungsträgerin, seit dem Rücktritt von Nadine Angerer 2015 ist sie auch die Nummer 1 der DFB-Auswahl, mit der sie 2016 Olympia-Gold holte. Viermal wurde sie mit dem VfL deutscher Meister, fünfmal holte sie den DFB-Pokal, und in der Champions League gab es einen Triumph und zwei weitere Finalteilnahmen. Insgesamt kam sie für die Wölfinnen in 178 Pflichtspielen zum Einsatz.

Almuth Schult beim bundesweiten Vorlesetag in der Waldschule Tülau-Voitze
Almuth Schult beim bundesweiten Vorlesetag in der Waldschule Tülau-Voitze © Darius Simka/regios24
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Vor Beginn der laufenden Spielzeit war klar, dass Schult (Vertrag bis 2022) wegen der Schulter-OP mehrere Monate fehlen wird. Der VfL, der zuvor bereits Friederike Abt als neue zweite Torfrau aus Hoffenheim geholt hatte, reagierte und verpflichtete mit Hedvig Lindahl (Vertrag bei den Chelsea Ladies war ausgelaufen) eine routinierte Weltklasse-Torhüterin. Die Schwedin bekam einen Ein-Jahres-Vertrag - wohlwissend, dass sie in der Rückrunde den Platz im Tor vielleicht wieder an Schult abgeben muss. Nun scheint klar, dass die 36-Jährige bis Saisonende Nummer 1 in Wolfsburg bleibt. Spannend ist die Frage, was danach passiert. Dass Lindahl mit dem Highlight Olympia 2020 ihre Laufbahn beendet, ist nicht auszuschließen, der VfL würde sich dann möglicherweise nach einer neuen Torfrau umschauen.

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Unter den deutschen Torhüterinnen scheint dabei nur eine den hohen Ansprüchen des VfL genügen zu können - und das ist ausgerechnet eine Ex-Wolfsburgerin: Merle Frohms. Die 24-Jährige, geboren in Celle, war 2011 als Jugendspielerin zum VfL gekommen, entwickelte sich hinter Schult zur Nummer 2, ehe sie 2018 zum SC Freiburg wechselte, weil in Wolfsburg an der deutschen Nummer 1 kein Vorbeikommen war. In Freiburg glänzte sie, wurde Nationalspielerin und wird nun bis auf weiteres selbst die Nummer 1 im Tor der deutschen Nationalmannschaft sein. Zu den Alternativen von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zählen Laura Benkarth und Carina Schlüter vom FC Bayern (die beide in dieser Saison aber schon arge Patzer ablieferten), Lisa Schmitz vom HSC Montpellier und Ann-Katrin Berger von den Chelsea Ladies. Mit Vanessa Fischer (Turbine Potsdam) und Janina Leitzig (1899 Hoffenheim) hat der DFB zudem U-20-Talente in der Hinterhand.

Die Bundestrainerin gratulierte ihrer Nummer 1 in einer DFB-Mitteilung: Voss-Tecklenburg: "Das ist eine tolle Nachricht. Wir freuen uns sehr für Almuth und ihren Mann und wünschen beiden das Allerbeste. Selbstverständlich bekommt Almuth jede Unterstützung von uns, die sie braucht, wenn sie nach der Geburt ihre sportliche Laufbahn fortsetzt. Jetzt steht aber erst mal im Mittelpunkt, dass Schwangerschaft und Geburt problemlos verlaufen und der Nachwuchs gesund zur Welt kommt."

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