23. Februar 2021 / 17:48 Uhr

Badminton-Ass Nöst: Darum wechselt die Gifhornerin die Sportart

Badminton-Ass Nöst: Darum wechselt die Gifhornerin die Sportart

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spielt jetzt Racketlon: Gifhorns Österreicherin Martina Nöst kann so auch weiterhin Badminton trainieren.
Spielt jetzt Racketlon: Gifhorns Österreicherin Martina Nöst kann so auch weiterhin Badminton trainieren. © Franke/Weller
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Glück für Martina Nöst im Lockdown. Die Österreicherin des BV Gifhorn darf in ihrer Heimat am Badminton-Training teilnehmen. Allerdings in einer anderen Sportart. Klingt kurios, aber der Sportarten-Mix Racketlon macht's möglich. Hier feierte sie bereits ihr internationales Turnierdebüt und hofft auf eine Rückkehr zum Gifhorner Regionalligisten zur kommenden Saison.

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Mit dem BV Gifhorn träumte sie vom Aufstieg in die 2. Badminton-Bundesliga, doch der Traum währte nur einen Doppel-Spieltag, dann kam erst die Corona-bedingte Pause, gefolgt vom Saisonabbruch. Für Martina Nöst war damit ihr Debüt im BVG-Trikot gleichzeitig auch ihr bis heute einziger Einsatz. Geht's nach der Österreicherin, sollen weitere folgen. "Von meiner Seite ist die Bereitschaft da", sagt Nöst. Damit sie in Form bleibt, hat sie einen Sportarten-Switch gemacht, ist zurzeit im Racketlon aktiv.

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Denn als Badminton-Spielerin kann sie zu Corona-Zeiten in ihrer Heimat in Gleisdorf in der Steiermark nicht trainieren, da sie weder zum Nationalkader des österreichischen Badmintonverbandes gehört noch in den dortigen Bundesligen spielt. Trotzdem trainiert sie Badminton - im Rahmen von Racketlon. Das ist nämlich eine Turniersportart, die aus vier Disziplinen besteht: Tennis, Squash, Tischtennis - und Badminton!

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Racketlon ist für Spitzensportler dank eines Hygienekonzepts inklusive Corona-Schnelltests erlaubt - und Nöst gehört dazu, belegte bei ihrer internationalen Turnierpremiere auf der FIR Racketlon World Tour Platz sieben, trainiert zudem mit ihrer B-Lizenz in der Steiermark ihre Teamkollegen in ihrer Paradedisziplin. Und sich selbst. "Ich nutze diese Möglichkeit", sagt die Gifhornerin, die dadurch fast ihren Trainingsrhythmus "und die Spannung" aufrecht halten kann.

Abwechslung kommt durch die drei weiteren Disziplinen dazu. Im Racketlon-Wettbewerb wird dann in jeder Sportart ein Satz bis 21 Punkte gespielt, wer am Ende nach Addition vorn liegt, gewinnt. Sprich: Theoretisch kann der Sportler drei Wettbewerbe verlieren - und dennoch als Sieger vom Platz gehen. "Ich habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder Racketlon gespielt", berichtet Nöst. Als dann Ende des vergangenen Jahres der Lockdown strenger wurde, kam es zum Wechsel vom Badminton zum Racketlon.


Auch Tennis hat es ihr angetan

Klar, dass sie sich hier in ihrer Lieblingsdisziplin "einen Vorsprung" erspielt. Aber auch Tennis hat es ihr angetan. "Das spiele ich viel im Sommer, es ist meine Zweitlieblings-Sportart". Hintan steht der Sport mit dem kleinsten Schläger - Tischtennis.

Trotz der netten Abwechslung - Nöst hofft auf den Re-Start der Badminton-Turniere und würde in der kommenden Regionalliga-Saison mit Gifhorn gern wieder den Zweitliga-Aufstieg in Angriff nehmen. "Ich war erst an einem Spieltags-Wochenende da, aber ich habe einen super Eindruck gewonnen, hatte richtig viel Spaß mit dem Team. Es hat eine tolle Mischung aus Talenten und Routiniers", sagt Nöst, weiß aber auch, dass es auf dem erneuten Weg nach Gifhorn Fragezeichen geben könnte. Wie wird die Corona-Lage sein? Werden Reisen möglich sein? Das bleibt abzuwarten. Sicher ist, die Österreicherin hätte weniger Trainingsrückstand als viele ihrer Kollegen. Dank Racketlon.