04. Juni 2021 / 10:48 Uhr

Badminton: Bei der SG Gifhorn wird Bolle zum Lichtblick, Deprez bleibt ein Hoffnungsschimmer

Badminton: Bei der SG Gifhorn wird Bolle zum Lichtblick, Deprez bleibt ein Hoffnungsschimmer

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die SG Gifhorn und ihre Damen: BVG-Coach Niesner kann für die Regionalliga noch nicht auf Lea (l.) und Lara Dietz (r.) setzen. Bolle (2. v. r.) ist ein Lichtblick, Deprez ein Hoffnungsschimmer.
Die SG Gifhorn und ihre Damen: BVG-Coach Niesner kann für die Regionalliga noch nicht auf Lea (l.) und Lara Dietz (r.) setzen. Bolle (2. v. r.) ist ein Lichtblick, Deprez ein Hoffnungsschimmer. © Photowerk/Privat
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Der Fahrplan steht. Am 9. Oktober startet der BV Gifhorn in die neue Saison in der Badminton-Regionalliga. Dann erstmals als SG Gifhorn/Nienburg. Der MTV aus Nienburg bringt leistungsstarke Mädchen wie Lara und Lea Dietz mit in die Kooperation. Allerdings sind die Schwestern ein Pfund für die Zukunft. Aktuell muss der Regionalligist sein Damen-Problem anders lösen - und da kommt nun ein interner Name ins Spiel.

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Frisch zurück aus Österreich. Hans Werner Niesner, Trainer des Badminton-Regionalligisten SG Gifhorn/Nienburg, verbrachte die letzten Tage in Graz und Gleisdorf, veranstaltete dort ein Badminton-Camp. Doppelt schön: Auch die Austrian Open fanden zeitgleich statt - mit Gifhorns Ösi-Ass Martina Nöst. Zeit für Niesner, sich um seine Top-Dame zu kümmern. Er coachte Nöst, die aber im Einzel unnötig und im Doppel gegen spanische Nationalspielerinnen früh ausschied.

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"Die Pause war lang, aber bei uns in der Punktspiel-Premiere hatte sie ein super Spiel abgeliefert", sagt Niesner. Das Badminton-Ass aus der Steiermark ist und bleibt also ein wichtiger Baustein im Team, das die Rückkehr in die 2. Bundesliga anstrebt. Doch welche anderen Damen stehen ihr zur Seite?

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Denn dass Vorjahres-Zugang Sarah Findlay aus Schottland in der kommenden Saison überhaupt ein Spiel für die SG bestreiten wird - da herrschen bei Niesner große Zweifel. "Ich sehe sie nicht bei uns auf dem Court." Corona ist nicht überwunden "und welche Auswirkungen der Brexit auf Sarahs Reisemöglichkeiten hat, müssen wir noch sehen".



Und so riss der Abgang von Lea Dingler zu den Berliner Brauereien eine große Lücke. "Als Lea abgesagt hatte, haben wir verschärft nachgefragt, aber du kriegst in der Qualität keine Frau", sagt der Coach. Die talentierten Nienburger Zwillinge Lara und Lea Dietz, durch die Kooperation mit dem MTV nun spielberechtigt, seien noch nicht regionalligareif. "Da sind schon ein paar abgezockte Gegnerinnen dabei. Die beiden haben bisher Verbandsklasse gespielt, das ist vier Klassen tiefer. Deshalb werden sie erst mal in unserer Reserve in der Niedersachsen-Bremen-Liga starten und sachte herangeführt."

Also geht's an die BVG-Bordmittel. Nöst ist, wenn sie vor Ort ist, "im Einzel gesetzt". Karen Radke aus der Gifhorner Reserve hat schon häufiger in der Erstvertretung gespielt. Das soll in Zukunft auch Stefanie Bolle. "Patrick Thöne sagte mir, mit Steffi könne er sich das Mixed sehr gut vorstellen, weil die beiden schon lange zusammen gespielt haben. Er weiß genau, was sie macht - und Steffi hat Lust und gut trainiert", so Niesner.

Bolle also ein Lichtblick, Fabienne Deprez hingegen ein Hoffnungsschimmer. Die Ex-Nationalspielerin hat früher für den BV Gifhorn aufgeschlagen, tritt nach gesundheitlichen Problemen aber kürzer. Gifhorn passt deshalb wieder ins Beuteschema, ist aber nicht der einzige Kandidat. "Fabienne bekommt im August ihr Kind, wird frühestens ab Januar spielen können. Sollte sie sich wirklich für uns entscheiden, wäre das natürlich der Hammer", so der Coach - und die perfekte Lösung fürs Damenproblem. Ansonsten richten es die Bordmittel und der sehr gut besetzte Herren-Kader. Klar ist: Gifhorn bleibt Aufstiegskandidat.