16. Januar 2022 / 15:04 Uhr

Badminton kurios: Gifhorn gelingt kein Sieg, aber der Sprung auf Platz eins

Badminton kurios: Gifhorn gelingt kein Sieg, aber der Sprung auf Platz eins

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wichtiger Punktesammler: Patrick Thöne feierte in vier Spielen drei Siege für die SG Gifhorn/Nienburg.
Wichtiger Punktesammler: Patrick Thöne feierte in vier Spielen drei Siege für die SG Gifhorn/Nienburg. © Lea Behrens
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Kein Spiel gewonnen, trotzdem in der Tabelle auf Platz eins geklettert! Ein kurioser Doppel-Spieltag in der Badminton-Regionalliga hat der SG Gifhorn/Nienburg zwar nur ein Plus-Pünktchen aufs Konto, in der Tabelle aber nach oben gespült - weil der Keller den Aufstand probte.

Eng ging's in der Badminton-Regionalliga schon vor diesem Doppel-Spieltag zu, jetzt ist die komplette Tabelle ein Spannungsfeld. Dabei verpasste die SG Gifhorn/Nienburg ihr Ziel (mindestens drei Zähler) deutlich. Nach der 2:6-Niederlage gegen den Polizei SV Bremen folgte ein 4:4 gegen den SV Harkenbleck beim Heimspieltag in Nienburg. SG-Kapitän Dennis Friedenstab sagte nach einem in Gänze verrücktem Spieltag dennoch: "Der Punkt ist für uns Gold wert."

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Das Personalpuzzle blieb vorm Start knifflig bei der SG. Eigentlich hätte Friedenstab nach Fieber spielen können, aber: "Ich habe am Abend vorher vermutlich etwas Falsches gegessen - das hat mich zurückgeworfen." Auch Yannik Joop und Thies Huth meldeten sich nicht zurück, so sprang neben Patrick Thöne, Marvin Schmidt und Holger Herbst noch Frank Altmann aus der in der Niedersachsen-Bremen-Liga beheimateten Reserve ein. Bei den Damen kamen Martina Nöst und Karen Radke zum Einsatz.

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"Wir haben von vornherein gesagt, dass wir gegen Bremen über die Einzel kommen müssen", sagt Friedenstab. Da holten aber nur Thöne und Nöst in den Top-Duellen souveräne Siege für Gifhorn. Schmidt (16:21, 17:21), der im Hinspiel Mischa Samuel Packroß noch besiegt hatte und Herbst (20:22, 19:21) brachten ihre Matches nicht ins Ziel. Gifhorns Kapitän aus der Ferne: "Das ist - ohne die Spiele gesehen zu haben - schon ein bisschen enttäuschend. Diese Partien müssen gewonnen werden, wenn man mit einer geschwächten Mannschaft antritt."

Diese Schlüsselspiele gingen also verloren, Thöne hätte dafür fast das Doppel mit Altmann (18:21, 19:21) geholt, auch Nöst/Radke waren auf Siegkurs, verloren am Ende aber 21:14, 18:21, 12:21 noch deutlich. So stand unterm Strich ein 2:6. Im Vergleich zur Konkurrenz im Kampf um den Aufstieg vor dem Spieltag machte die SG auf die Berliner Brauereien II (0:8 beim SSW Hamburg) und Harkenbleck (1:7 bei der SG Lengede/Vechelde) sogar Boden gut. Es war der Aufstand der Kellerkinder. Friedenstab nach dem Samstag: "Das Gute ist, dass dadurch oben nicht viel passiert ist."

Probleme werden größer

Am Sonntag folgte dann das Match gegen Harkenbleck - vor dem Wochenende ein Verfolgerduell. Das war es auch jetzt, mit Blick in den Rückspiegel. Hier weiteten sich Gifhorns Personalprobleme aus. Altmann musste sein Doppel an der Seite von Herbst aufgrund von Kreislaufproblemen aufgeben, das Mixed in der Folge abschenken. Da auch das Damendoppel knapp mit 19:21, 19:21 verloren ging (Friedenstab: "Nachdem Martina und Karen in beiden Sätzen 11:6 geführt hatten"), sich aber Schmidt/Thöne in einer intensiven Partie mit 20:22, 21:18, 24:22 durchsetzten, stand es insgesamt 1:3, nach einem Einzel-Sieg von Nöst und einer Drei-Satz-Niederlage von Schmidt dann 2:4.

Doch Thöne riss das Top-Einzel trotz eines 15:21 zum Start gegen Jan-Henrik Gleis noch rum, siegte 21:16, 21:10. Und auch Herbst behielt die Nerven. 21:17, 21:19 gegen Anton Fösten - das 4:4 war gerettet. "Mit unserer Aufstellung und den abgeschenkten Spielen ist dieser Zähler sehr gut", lobte Friedenstab.


Plötzlich Erster

Als dann alle Ergebnisse vom Sonntag eintrudelten war plötzlich klar: Das reichte sogar für den Sprung auf Platz eins! Die Berliner Brauereien II verloren auch ihr zweites Spiel, der SSW Hamburg hätte der große Sieger des Spieltags werden können, kam gegen Schlusslicht Berliner SC aber nur zu einem 4:4. Gifhorn (10:8 Zähler) führt nun vor den punktgleichen Harkenbleckern und den Brauereien die Tabelle an, hat aber auch nur zwei Zähler Vorsprung auf den Vorletzten Lengede/Vechelde (8:10) - ein Abstiegsplatz.

Auf- und Abstiegskampf in einem - Friedenstab weiß mit Blick nach oben und unten: "In den nächsten Spielen ist verlieren verboten!" Am 29. Januar geht es beim SSW Hamburg mit einem Auswärtsspiel weiter, tags reist Gifhorn zum Horner TV II.