30. Januar 2022 / 14:37 Uhr

Badminton-Regionalliga: Hamburg-Schock für die SG Gifhorn/Nienburg

Badminton-Regionalliga: Hamburg-Schock für die SG Gifhorn/Nienburg

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nächste Wendung in der Regionalliga-Krimi-Saison: Martina Nöst überzeugte zwar in ihren Einzeln, aber es setzte unter anderem trotzdem eine schmerzhafte Niederlage für die SG Gifhorn/Nienburg beim SSW Hamburg - die nahm Kapitän Dennis Friedenstab auf seine Kappe.
Nächste Wendung in der Regionalliga-Krimi-Saison: Martina Nöst überzeugte zwar in ihren Einzeln, aber es setzte unter anderem trotzdem eine schmerzhafte Niederlage für die SG Gifhorn/Nienburg beim SSW Hamburg - die nahm Kapitän Dennis Friedenstab auf seine Kappe. © Lea Behrens (2)
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"Verlieren verboten!" Das hatte Dennis Friedenstab vor dem Hamburg-Wochenende in der Badminton-Regionalliga gesagt. Doch Spitzenreiter SG Gifhorn/Nienburg bleibt im neuen Jahr sieglos, stürzte in der Tabelle ab - und steht jetzt knöcheltief im Abstiegskampf.

Als Spitzenreiter ging die SG Gifhorn/Nienburg ins Hamburg-Wochenende. Ein Punkt aus zwei Spielen hatte zuletzt in der verrückten Badminton-Regionalliga zum Sprung auf Platz eins gereicht. Jetzt hatte der Tabellenführer erstmals fast das komplette Aufgebot zur Verfügung. Doch der Ertrag war wieder kein Sieg, wieder nur ein Punkt. Viel zu wenig, um oben zu bleiben. Nach einem 3:5 nach dramatischem Spielverlauf beim SSW am Samstag, gab es am heutigen Sonntag nur ein 4:4 beim Horner TV II. "Ab jetzt müssen wir nach unten gucken", weiß Dennis Friedenstab. Der SG-Kapitän nahm die Niederlage im Hamburg auf seine Kappe, in der unglaublich engen Liga wechseln bei der SG vorm Derby bei der SG Lengede/Vechelde (12. Februar) jetzt die Abstiegssorgen die Aufstiegshoffnungen ab.

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SSW Hamburg - SG Gifhorn/Nienburg 5:3

Zweimal 4:4, zweimal 5:3 - die Ergebnisse des Samstags-Spieltag zeigen, wie eng die Teams in der Regionalliga beisammen liegen. Spitzenreiter Gifhorn war eines von zwei Teams, das leer ausging. Weil beim SSW in vielen Spielen ein Quäntchen fehlte. Chancenlos war die SG nur im Top-Doppel, Marvin Schmidt und Thies Huth verloren in zwei Sätzen. Eigentlich zu verkraften. Dass aber sowohl Friedenstab mit Yannik Joop (21:23) als auch Sarah Findlay und Karen Radke (19:21) ihre Doppel jeweils im Entscheidungssatz verloren - extrem schmerzhaft. "Dabei haben Yannik und ich im dritten Durchgang 14:5 geführt", ärgerte sich Friedenstab, der wusste: "Wenn du 0:3 hinten liegst, wird es schwer."

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Doch Gifhorn kam zurück. Nöst spielte ein klasse Einzel, Patrick Thöne und Findlay gewannen ihr Mixed mit 21:18, 18:21, 21:18 - endlich der erste Sieg in einem Nervenspiel an diesem Tag. Nur noch 2:3 im Gesamtergebnis. Friedenstab: "Ich dachte, jetzt holen wir wenigstens noch das Remis." Sein Einzel, eigentlich eine Bank. "Mein Anspruch ist, dass ich jedes Einzel gewinne und ich habe auch noch keins verloren. Dann verliere ein Spiel, dass ich normalerweise zu 80 Prozent gewinne", so der Kapitän, der seinen Auftritt so zusammenfasste: "Eine völlige Katastrophe! Ich war selbst von mir erschrocken."

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Schmidt siegte zwar souverän, aber Thöne, mit dem anstrengenden Mixed in den Beinen, unterlag Mehran Zurek mit 21:23, 21:13, 13:21. "Sein Einzel war noch mal richtig anstrengend, dazu der Druck, die Tabellensituation im Hinterkopf - irgendwann war die Kraft bei Patrick dann weg", berichtete der Kapitän.

Er nahm das 3:5 auf seine Kappe: "Das muss ich einfach so sagen, die Leistung war schlecht von mir." Gifhorn rutsche am Samstag von Platz eins auf vier - zwei Punkte hinter dem neuen Spitzenreiter SV Harkenbleck, einen Punkt vorm ersten Abstiegsplatz, auf dem Lengede stand.

Horner TV II - SG Gifhorn/Nienburg 4:4

So ging's ins Spiel bei Horn - und wieder ging der Start daneben. Für Schmidt/Huth und Findlay/Radke war bei ihren Doppeln mehr drin, Yoop/Friedenstab gewannen diesmal immerhin souverän. Als Nöst ihren zweiten Einzelsieg des Wochenendes holte, war klar, dass alles am Auftritt von Schmidt hing. Thöne/Findlay im Mixed waren an diesem Tag chancenlos, dass Friedenstab und Thöne ihre Einzel holen würden, war klar und wurde letztlich auch Wirklichkeit.

Also Schmidt. Der lieferte sich mit Rasmus Hommelgaard ein Duell auf Augenhöhe, glich nach einem 15:21 mit 21:17 nach Durchgängen aus. "Bei Marvin war noch was drin im dritten Satz", spürte der SG-Kapitän, doch dann geriet Schmidt ins Hintertreffen. "Soweit, dass es schwer war. Marvin kam nochmal ran, es hat aber dann leider nicht gereicht", sagte Friedenstab zum 18:21. So wurde es am Ende ein 4:4.

Gifhorn hatte an diesem Doppel-Spieltag auf drei bis vier Punkte gehofft, es wurde einer. "Ab jetzt müssen wir nach unten gucken", so der Kapitän, der rätselt: "Irgendwie ist der Wurm drin. Wir kriegen es in dieser Saison nicht hin, dass alle mal eine gute Leistung abrufen - und dann haben wir auch das Glück nicht auf unserer Seite. Wir müssen im Training überlegen, woran es liegt. Ob es etwas mit Mentalität und Einstellung zu tun hat? Ich weiß es nicht."

In Lengede steht nun ein Zitterspiel für die SG an: "Es hilft nichts, wir müssen immer weitermachen. Ich kann nur hoffen, dass wir am nächsten Spieltag mehr oder weniger den Klassenerhalt erstmal sicher machen können." Sagt der Kapitän des Teams, das am Samstagmittag noch Spitzenreiter war. Von der 2. Bundesliga ist vorerst in Gifhorn nicht die Rede - zumal Spitzenreiter Harkenbleck auf drei Punkte bei noch drei ausstehenden Partien davongezogen ist - aber wer weiß, was für Wendungen diese Regionalliga noch bereithält.

Text um 16.04 Uhr aktualisiert.