29. April 2020 / 16:23 Uhr

Einschränkungen wegen Corona: Badminton und Volleyball ohne Netzaktionen

Einschränkungen wegen Corona: Badminton und Volleyball ohne Netzaktionen

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Das könnte demnächst wieder möglich sein: Gemeinsames Üben an frischer Luft mit Abstand zwischen den Teilnehmern.
Das könnte demnächst wieder möglich sein: Gemeinsames Üben an frischer Luft mit Abstand zwischen den Teilnehmern. © Foto: Kreissportbund
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Wie könnte Vereinssport wieder möglich sein – und womit könnte man beginnen? Das fragen sich Vereine und hoffen auf baldige Lockerungen der Einschränkungen. Der Landessportbund hofft darauf, dass bereits ab 6. Mai Vereinssport erlaubt wird, wenn Vorgaben eingehalten werden. 

Die Unruhe wächst. Die Vereine wünschen, dass der Sportbetrieb – wenn auch vorsichtig – bald wieder aufgenommen wird. Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zehn Regeln aufgestellt, bei deren Einhaltung Sport auch in Corona-Zeiten möglich wäre. Viele Sportverbände haben das inzwischen für ihren Bereich konkretisiert.

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Der Badmintonverband zum Beispiel schlägt vor, auf beiden Seiten des Netzes in einem Meter Abstand Linien aufzukleben, sodass die Spieler stets einen Zwei-Meter-Abstand wahren. Netznahes Spiel beider Akteure sei dann nicht erlaubt. Ein Seitenwechsel unterbleibt, und zwischen zwei Trainingsgruppen wird jeweils eine zehnminütige Pause eingelegt, um einen kontaktlosen Wechsel zu ermöglichen.

Auch der Volleyballverband will ohne Netzaktionen spielen lassen. Die Umsetzung der Schutzregeln würde allerdings stark in den Sport eingreifen, denn es sollen möglichst auch keine Aufschläge oder Angriffe in die Mitte zwischen zwei Spielern geschlagen werden, da sonst direkter Körperkontakt verursacht wird.

Der Golfverband will gegebenenfalls die Regeln für die Dauer die Corona-Krise anpassen. Das Berühren von Flaggenstöcken, Harken sowie Scorekarten der Mitspieler soll vermieden werden.

Der Tischtennis-Bund empfiehlt, dass Schläger, Bälle und Tisch nach jeder Paarung desinfiziert werden. Auch hier sollen Seitenwechsel unterbleiben und Pausen bei Wechseln am Tisch erfolgen. Das Spielsystem im Ligenbetrieb könne den zum Zeitpunkt des Saisonbeginns geltenden Bestimmungen angepasst werden (3er, 4er, oder 6-er-Mannschaft ohne Doppel).

Der Deutsche Karateverband stellt zwar fest, dass der Wettkampfbetrieb erst wieder aufgenommen werden kann, wenn Körperkontakt wieder erlaubt ist. Ausgenommen seien aber Kata-Wettbewerbe, da hier kein Kontakt zu anderen Personen erfolgt.


Wie eine Öffnung des Sportbetriebs im Verein erfolgen kann, ist vom jeweiligen Angebot abhängig. „Wie wir vorgehen, werden wir im Vorstand abstimmen“, sagt Kerstin Barnert-Paul, Sportwartin für Turnen und Tanzen bei Teutonia Groß Lafferde. „Mit dem Abenteuerturnen für Kinder in der Halle wird es schwierig, und bei älteren Menschen ist besondere Vorsicht wichtig, weil sie zur Risikogruppe gehören.“ Barnert-Paul hält es eventuell für möglich, Sportangebote nach draußen auf einen der Groß Lafferder Sportplätze zu verlagern. „Ich habe auch schonmal Waldturnen angeboten“, sagt sie. „Aber der Nachteil ist, dass das wetterabhängig wäre.“

Auch Michaela Link, Abteilungsleiterin Gymnastik und Tanz beim MTV Vater Jahn Peine, ist zurzeit noch sehr skeptisch, was Möglichkeiten für Sportbetrieb im Verein angeht. „Wir müssen erstmal abwarten, wie sich die Infektionszahlen nach der Öffnung der Geschäfte entwickeln. Die Hallen und Sportplätze sind ja auch noch gesperrt.“

Würden Hallen wieder geöffnet, müsste zum Beispiel das Desinfizieren der Türgriffe sichergestellt werden. „Wenn eine Rasenfläche oder eine größere Halle zur Verfügung steht, könnte Sportbetrieb vielleicht wieder funktionieren. Aber mit Einschränkungen wie einer Höchstzahl an Teilnehmern. Vielleicht müsste sich auch jeder seine eigene Isomatte mitbringen. Und es müssten alle umgezogen kommen und zuhause duschen.“

Link und Barnert-Paul empfehlen derweil, zuhause allein zu trainieren. Hilfestellung gebe es durch Links auf den Homepages ihrer Vereine.

Der Landessportbund Niedersachsen spricht sich für einen bundesweit einheitlichen Wiedereinstieg in den Sportbetrieb aus – und zwar nach verbindlichen Standards ab dem 6. Mai. „Die Mitgliedsvereine des LSB mit ihren vielfältigen Sportangeboten brauchen und erwarten klare, verbindliche sportartspezifische Übergangs-Regeln für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs und wenn möglich eines begrenzten Wettkampfbetriebs als klare Leitfäden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gremiums.

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Start mit Sport im Freiluftbereich

Der DOSB hatte in Abstimmung mit Medizinern allgemeine „Leitplanken“ für eine vorsichtige und begrenzte Wiederzulassung des Sportbetriebs in den Vereinen entwickelt. Sie wurden nach einer Abfrage bei den Spitzenverbänden um weitere sportartspezifische Übergangsregelungen für den Sport-, Spiel- und Wettkampfbetrieb ergänzt.

Die Sportminister der Bundesländer haben sich in ihrer Telefonkonferenz am Montag einstimmig für eine schrittweise Wiederaufnahme des vereinsbasierten Sport- und Trainingsbetriebs in enger Abstimmung mit den Konzepten des organisierten Sports entschieden und am Dienstagabend den entsprechenden Beschluss dazu gefasst. Das Gesamtkonzept wird der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten der Länder für die Gespräche ab dem heutigen Donnerstag übergeben. 

Die vorgeschlagene Vorgehensweise: Ein erster Schritt der Lockerung soll ausschließlich für Bewegungsangebote im Freiluftbereich gelten, zudem sind umfassende weitere Regelungen, wie Mindestabstand und Hygienevorgaben zu beachten. Sportheime, Umkleiden, Gastronomiebereiche und Hallen bleiben vorerst geschlossen. Bei positivem Verlauf können später die nächsten Schritte zur weiteren Öffnung erfolgen.

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„Wir setzen darauf, dass Bund und Länder über das wertvolle Sporttreiben in Vereinen entscheiden und angepasste Sportangebote auf der Grundlage unseres national abgestimmten Positionspapieres möglich machen“, heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Landessportbundes.