28. Oktober 2019 / 21:19 Uhr

Gambia-Trainer über Skandal um HSV-Profi Bakery Jatta: "Name oder Alter sind mir egal"

Gambia-Trainer über Skandal um HSV-Profi Bakery Jatta: "Name oder Alter sind mir egal"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Tom Saintfiet (r.) hat HSV-Profi Bakery Jatta trotz der Kontroverse um die Identität des 21-Jährigen für die Nationalmannschaft von Gambia berufen.
Tom Saintfiet (r.) hat HSV-Profi Bakery Jatta trotz der Kontroverse um die Identität des 21-Jährigen für die Nationalmannschaft von Gambia berufen. © Getty/imago images
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Der DFB verzichtet auf eine Einbürgerung von Bakery Jatta. Läuft der HSV-Profi international also künftig doch für Gambia auf? Nationaltrainer Tom Saintfiet würde sich ein Bekenntnis des 21-Jährigen zu seinem Heimatland wünschen - der Skandal um eine vermeintlich gefälschte Identität des Offensivspielers interessiert den Belgier wenig.

Der DFB verzichtet auf eine Einbürgerung von Bakery Jatta und will die Bemühungen, den Youngster vom Hamburger SV für die U21 des DFB zu gewinnen, damit beenden. Junioren-Bundestrainer Stefan Kuntz hatte nach dem ausgestandenen Skandal um die vermeintlich gefälschte Identität (der SPORTBUZZER berichtete) Interesse bekundet, Jatta für Deutschland spielen zu lassen. Gute Chancen dürfte nun Gambia haben. Das Heimatland des 21-Jährigen hatte Jatta kürzlich für die Nationalelf nominiert - noch ist unbekannt, ob der Spieler annimmt.

Gambias Trainer Tom Saintfiet wünscht sich ein baldiges Debüt von Jatta. Dem Linksaußen war vor einigen Monaten vorgeworfen worden, vor vier Jahren unter anderem anderen Namen nach Deutschland eingereist zu sein. Recherchen der Sport Bild sollten belegen, dass Jatta in Wahrheit Bakary Daffeh hieße und einige Jahre älter sei. Das wurde inzwischen widerlegt. Für Saintfiet spielt die Debatte um Jattas Identität ohnehin keine Rolle. "Man hat mir nur davon erzählt, Details kenne ich aber nicht. Ich habe da auch nicht weiter gefragt", sagte Saintfiet der Bild. "Jatta oder Daffeh, das ist nicht meine Sache. Der Name oder das Alter, das ist mir egal."

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Immerhin spiele Jatta inzwischen eine große Rolle beim international bekannten Hamburger SV und sei ein Gewinn für das Nationalteam von Gambia, eines kleinen Landes an der Westküste Afrikas, das seit Juli 2018 vom Belgier Saintfiet betreut wird. Der 46-Jährige coachte zuvor unter anderem in Deutschland (BV Cloppenburg), Namibia, Holland, Finnland, Togo und Malta.

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Den Wirbel um Jatta hat er nur am Rande mitbekommen - gleich zum Start seiner Trainer-Tätigkeit in Gambia. "Als ich im Juli 2018 hier unterschrieben habe, habe ich beim Verband eine persönliche Liste mit Spielern eingereicht", sagte Saintfiet. "Damals hat man mir gesagt, bei Jatta wäre die Situation schwierig. Es gäbe eine Unsicherheit wegen seines Passes." Inzwischen sei jedoch "alles geklärt", er hätte Jatta nun "gern dabei", sagte der Coach.

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Persönlichen Kontakt zu Jatta habe es bislang noch nicht gegeben, allerdings sei der Verband Gambias mit der Familie des 21-Jährigen im Austausch. Jatta dürfe als in Deutschland anerkannter Flüchtling zu Länderspielen nach Gambia zurückkehren, denn inzwischen gäbe es einen neuen Staatspräsidenten, der vieles verändert habe. Saintfiet: "Im Moment ist Gambia ein ruhiges, normales westafrikanisches Land. Inzwischen kommen jedes Jahr viele Europäer nach Gambia, um Urlaub zu machen. Es gibt weiße Strände."