07. August 2019 / 09:26 Uhr

Bericht: Verdacht auf gefälschte Identität - heißt HSV-Star Bakery Jatta eigentlich anders?

Bericht: Verdacht auf gefälschte Identität - heißt HSV-Star Bakery Jatta eigentlich anders?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
HSV-Spieler Bakery Jatta steht unter Verdacht, seine Identität gefälscht zu haben.
HSV-Spieler Bakery Jatta steht unter Verdacht, seine Identität gefälscht zu haben. © 2019 Getty Images
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Böser Verdacht beim Hamburger SV: Laut eines Berichts der "Sport Bild" soll Bakery Jatta seine Identität gefälscht haben. Der HSV-Spieler sei demnach älter als gedacht und soll in Afrika bereits als Profi gespielt haben.

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Nach Angaben der Sport Bild besteht ein begründeter Verdacht, dass Bakery Jatta vom Hamburger SV seine Identität gefälscht habe. Der Stürmer war 2015 als Flüchtling aus Gambia nach Deutschland gekommen und hatte sich sensationell über ein Probetraining einen Vertrag beim HSV erarbeitet. Wie die Sport Bild berichtet, soll Jatta in Wahrheit allerdings Bakary Daffeh heißen - und fast zweieinhalb Jahre älter sein als angenommen.

Jatta heißt eigentlich Bakary Daffeh

Das Blatt beruft sich auf eigene Recherchen, nach denen der Angreifer bereit in Gambia, Nigeria und dem Senegal als Profi aktiv gewesen sein soll. Zudem habe er 2014 bereits Spiele in der U20-Nationalmannschaft von Gambia absolviert. "Ja, ich trainierte ihn in der Nachwuchsmannschaft. Ich bin mir sicher, dass er für mich 2014 ein entscheidendes Tor geschossen hat. Jetzt spielt er in Deutschland", zitiert die Sport Bild den damaligen Trainer der Junioren, Mustapha Manneh. Auch ein weiterer Zeuge soll Jatta als Bakary Daffeh identifiziert haben.

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2015 hatte der damals 17-Jährige angegeben, noch über keinerlei Erfahrung im professionellen Fußball zu verfügen. Das könnte allerdings ebenso wie sein angebliches Geburtsdatum gelogen sein. Statt am 6. Juni 1998 soll der Gambier laut Sport Bild bereits am 6. November 1995 geboren worden sein. Der HSV-Profi wäre damit bereits 23 Jahre alt statt 21, wie bisher angenommen.

HSV verteidigt Bakery Jatta

Grund für die Falschaussagen könnte die deutsche Rechtslage für Asylbewerber sein. Jatta, der 2015 über die Sahara und Italien als Flüchtling nach Deutschland gekommen war, sei nach eigener Angabe damals erst 17 gewesen und wurde im Asylverfahren damit als Minderjähriger behandelt. Das soll laut Sport Bild das Erlangen einer Aufenthaltsgenehmigung erleichtert haben.

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Der HSV verteidigte den Angreifer in einer Stellungnahme und berief sich dabei auf vorliegende Dokumente. "Wir haben Bakery Jattas gültigen Reisepass inklusive Aufenthaltsgenehmigung vorliegen. Bakery hat sich seit seiner Ankunft bei uns als tadelloser Sportsmann und als verlässlicher Mitspieler gezeigt. Er hat sich schnell in unsere Mannschaft und in unseren Klub integriert. Wir schätzen ihn als Spieler und Menschen", heißt es in der Mitteilung, die Sport Bild vorliege.

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Über ein Probetraining hatte sich Bakery Jatta 2016 für einen Vertrag beim damaligen Bundesligisten Hamburger SV beworben. Schon damals gab es Zweifel am Alter des Stürmers, die nach medizinischen Untersuchungen aber als widerlegt galten. Seit 2016 absolvierte Jatta 47 Pflichtspiele für den HSV und unterschrieb erst im Januar diesen Jahres einen neuen Vertrag bis 2024.