09. Oktober 2021 / 20:39 Uhr

Baldwin führt BG Göttingen zum ersten Saisonsieg

Baldwin führt BG Göttingen zum ersten Saisonsieg

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Endlich mal wieder eine Sieges-Humba: Die BG-Spieler feiern den Erfolg gegen die Telekom Baskets Bonn.
Endlich mal wieder eine Sieges-Humba: Die BG-Spieler feiern den Erfolg gegen die Telekom Baskets Bonn. © Swen Pförtner
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Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat den ersten Saisonsieg eingefahren: Die Veilchen schlugen am Sonnabend vor 2041 Zuschauern in der Sparkassen-Arena die hoch gehandelten Telekom Baskets Bonn nach einer begeisternden Schlussphase mit 90:81 (42:38).

2041 Zuschauer waren am Sonnabend in der Sparkassen-Arena aus dem Häuschen: Basketball-Bundesligist BG Göttingen erfüllte endlich einmal die in ihn gesetzten Erwartungen und schlug die hoch gehandelten Telekom Baskets Bonn nach einer begeisternden Schlussphase mit 90:81 (42:38). Matchwinner war Guard Kamar Baldwin, der in schwierigen Momenten da war und mit 27 Punkten Topscorer der Partie war.

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Die Veilchen feiern mit einer Humba den Sieg über Bonn

BG-Headcoach Roel Moors hatte, wie befürchtet, auf die Guards Zack Bryant und Haris Hujic verzichten müssen. Nach einem beiderseits nervösen Beginn, unter anderem mit einem Schrittfehler von Kamar Baldwin, kam der Gastgeber als erster in Tritt, als Baldwin per Korbleger die 2:0-Führung markierte.

Konzentrierte Leistung der BG-Center

Center Philipp Hartwich kassierte diesmal nicht wie in den vorangegangenen Partien zwei schnelle Fouls und zeigte in den ersten Minuten eine Klasseleistung. Auch James Dickey machte seine Sache sehr gut – die Big Man der BG lieferten eine konzentrierte Leistung ab.

BG Göttingen - Telekom Baskets Bonn, BBL 2021/22

BG Göttingen - Telekom Baskets Bonn, BBL 2021/22 Zur Galerie
BG Göttingen - Telekom Baskets Bonn, BBL 2021/22 © Swen Pförtner

Mitte des ersten Viertels schwangen sich die Teams zur Freude der Zuschauer, aber auch zum Verdruss der Coaches zu einem regelrechten Dreierfestival auf. Für die BG trafen Baldwin, Kapitän Akeem Vargas und etwas später Jake Toolson, der Bryant und Hujic gut vertrat. Demgegenüber ging auf beiden Seiten aus der Nahdistanz kaum etwas – bestes Beispiel war BG-Point Guard Stephen Brown, der sehr engagiert aufspielte und öfter zum Korb zog, aber zunächst kaum einmal traf.

Es entspann sich eine Begegnung auf Augenhöhe, in der 7. Minute hieß es 13:12 für die Veilchen, am Viertelende 16:15 für die Bonner. Im zweiten Abschnitt blieb es dabei: Brown traf erst nichts – schaffte dann, genauso wie später noch einmal, jedoch das Drei-Punkt-Spiel. Marios Giotis erhielt Einsatzzeit, bei einem Fehlpass war ihm jedoch die Nervosität anzumerken.

Zunächst kaum in Erscheinung getreten, nahm der Bonner Unterschiedsspieler Parker Jackson-Cartwright Fahrt auf, es blieb aber knapp. Wichtig war, dass der gut agierende Baldwin beim 31:35 verkürzen konnte (18.), das nächste „and one“ von Brown und noch mal der Point Guard sowie Baldwin ließen die Veilchen zur Halbzeit mit 42:38 führen. In der Statistik lag die BG bei Rebounds und Assists klar in Front.


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Der Einstieg ins dritte Viertel gelang optimal, und beim Dreier von Publikumsliebling Mathis Mönninghoff zum 51:40 stand die S-Arena zum ersten Mal Kopf (22.). Bonn war gegen schnell und präzise agierende Veilchen ganz klar schwächer und handelte sich viele Fouls ein. Ein 10:0-Lauf mündete schließlich durch einen Dreier von Brown in ein 55:40 (24.).

Beim 58:42 führte die BG sogar mit 16 Punkten (25.), dann jedoch holte Bonn das Kämpferherz heraus und arbeitete sich langsam heran. Ungünstig: Harper Kamp kassierte kurz vor Viertelende sein viertes Foul, und der Bonner Center Leon Kratzer steigerte sich regelrecht in die Partie hinein. Seine Punkte zum 56:63 aus Bonner Sicht waren gleichbedeutend mit dem Zwischenstand vor dem Schlussdurchgang.

Das BG-Spieltagsmagazin zur Heimpartie gegen Bonn findet ihr hier

Das letzte Viertel wurde dann noch mal spannend: Zunächst bewies Brown Leader-Qualitäten und traf für Drei, in der Folge bissen sich die Veilchen jedoch immer wieder die Zähne an der nun starken Bonner Defense aus. Als Tyson Ward im Fastbreak per Dunk zum 64:66 erfolgreich war (34.), wurde es still in der Halle.

Doch die BG zog sich diesmal am eigenen Schopf aus dem drohenden Schlamassel – und wie: Ein Dreier von Baldwin zum 69:64 ließ die Halle beben, war allerdings noch nichts gegen den Lärmpegel beim Alley-Oop-Anspiel von Vargas auf Hartwich, der per Dunk das 73:66 markierte (35.).

Stimmen zum Spiel

Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich habe unglaublich viel Respekt davor, was Tuomas Iisalo mit seinem Team macht. Wir haben uns sehr gut vorbereitet, und das erste Mal in dieser Saison haben die Spieler fast perfekt das gemacht, worüber wir gesprochen haben. Bonn ist kein einfaches Team; sie haben sehr viel Qualität. Wir haben ein paar von ihren Stärken gut weggenommen. Ich bin sehr stolz. Obwohl es sehr früh in der Saison ist, gab es nach zwei Spielen schon Zweifel, ob wir überhaupt Basketball spielen und verteidigen können. Heute haben wir gezeigt, dass das möglich ist. Das ist nicht einfach, und wir müssen jedes Spiel hart arbeiten. Ich habe viel Respekt davor, was mein Team heute gemacht hat.“

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn): „Göttingen war sehr gut vorbereitet auf dieses Spiel und viel physischer als wir. In der ersten Halbzeit hatten sie schon neun Offensiv-Rebounds geholt im Gegensatz zu unseren elf Defensiv-Rebounds. Das ist ein großer Unterschied und hat uns sehr weh getan. Das zweite Problem waren für uns das Ziehen in die Zone – Brown und Baldwin immer und immer wieder mit Korblegern oder Pässen nach außen. Außerdem war Göttingens Wurfqualität viel höher als unsere. Dann wollten wir unsere Intensität erhöhen, aber das ist sehr schwierig, wenn du so beginnst. Dann kommen Foultrouble und andere Probleme – das sieht man an 35 Freiwürfen für Göttingen. Vielleicht waren da einige Pfiffe etwas fragwürdig. Aber so ist das.“

Bonn blieb dran, verkürzte auf 71:73, doch mit Jackson-Cartwright musste nach Justin Gorham bereits der zweite Bonner mit seinem fünften Foul das Parkett verlassen (37.). Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Baldwin, der nun Matchwinner-Qualitäten zeigte, markierten eine beruhigende 75:71-Führung. Mönninghoff holte den Rebound, trat an die Linie, und die Halle skandierte „Mönninghoff, Mönninghoff“ – 77:71 (38.).

Vier Bonner müssen mit fünf Fouls vom Parkett

Dann musste als dritter Bonner auch Jeremy Morgan runter, Baldwin traf beide Freiwürfe und stand damit bei 25 Punkten. Es wurde sehr hektisch, und Bonn-Coach Tuomas Isalo kassierte ein technisches Foul, weil er sich über den Foulpfiff zugunsten von Dickey beschwerte. Alle Freiwürfe saßen, die Veilchen führten mit 82:74, und die Sparkassen-Arena kochte.

Das war es im Prinzip, denn spätestens nach dem fünften Foul für Tyson Ward, dem vierten Gästeakteur, der vorzeitig das Parkett verlassen musste, hatten die Bonner nichts mehr zuzusetzen. Am Ende hatte die BG mit 90:81 gewonnen und Baldwin 27 Punkte erzielt. Dahinter reihten sich Brown mit 19, Toolson mit 14 und Dickey mit 12 ein. Die Sparkassen-Arena feierte – endlich mal wieder!