02. November 2020 / 18:01 Uhr

Ballack, Kroos, Pizarro: Diese Stars verließen den FC Bayern nach zähen Vertragspokern

Ballack, Kroos, Pizarro: Diese Stars verließen den FC Bayern nach zähen Vertragspokern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Verließen den FC Bayern nach langem Hin- und Her: Michael Ballack, Toni Kroos und Claudio Pizarro.
Verließen den FC Bayern nach langem Hin- und Her: Michael Ballack, Toni Kroos und Claudio Pizarro. © Getty Images (Montage)
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Spätestens im Sommer dürfte Schluss sein für David Alaba beim FC Bayern. Der Vertragspoker endete am Sonntag vorerst mit einem Knall: Der Klub zog sein Angebot zurück. Der SPORTBUZZER blickt auf ähnliche Fälle beim Rekordmeister - darunter Michael Ballack, Toni Kroos und Claudio Pizarro.

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Nach wochenlangen Kaugummi-Verhandlungen ist nun klar, dass der FC Bayern vom Poker um die Zukunft von David Alaba genug hat. Wie Vereinspräsident Herbert Hainer am Sonntagabend in der Sendung "Blickpunkt Sport" des BR ankündigte, zieht der Triple-Sieger sein bisheriges Angebot zurück. Diesem Knall voraus gingen Giftpfeile beider Parteien: Ex-Boss Uli Hoeneß bezeichnete Pinhas Zahavi, den Berater des 28 Jahre alten Österreichers, als "geldgierigen Piranha" - und von der Alaba-Seite (Zahavi sowie Spieler-Vater George) kam zurück, dass der FCB "schmutzige Lügen" verbreite.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Vertragsverhandlungen des deutschen Rekordmeisters mit einem Leistungsträger geräuschvoll enden - und der Star letztlich den Verein verlässt. Das wohl prominenteste Beispiel ist Michael Ballack. Vor fast genau 15 Jahren - am Abend des 14. November 2005 - hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung des Klubs öffentlichkeitswirksam erklärt, das Angebot für den damals 29 Jahre alten DFB-Star zurückzuziehen. Zwar ließ man sich offen, doch noch mit Ballack zu verlängern. Doch das Tischtuch war zerschnitten, weil sich der Mittelfeldspieler angeblich nicht an etwaige Absprachen hielt. Letztlich verließ er die Münchener im Sommer 2006 zum FC Chelsea - und zwar ablösefrei.

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Ähnlich lief es mit Stürmer Claudio Pizarro, der im Herbst 2006 mit hohen Gehaltsforderungen für Unmut bei den Bayern gesorgt hatte. Auch im Fall des peruanischen Nationalspielers ließen sich die FCB-Bosse nicht auf etwaige Spielchen ein. Pizarro, seinerzeit 29 Jahre alt, tat es Ballack gleich und wechselte 2007 ohne Ablöse nach London zu den Blues. Allerdings blieb der unschöne Abschied nicht dauerhaft in Erinnerung, denn der Angreifer kehrte im Sommer 2012 für drei erfolgreiche Jahre (unter anderem mit dem Triple 2013) an die Säbener Straße zurück. Seit dem Ende seiner Karriere, das er vergangene Saison bei Werder Bremen vollzog, ist er neben Bixente Lizarazu, Giovane Elber und Lothar Matthäus als Markenbotschafter der Bayern tätig.

Zwar nicht ablösefrei, aber doch verbunden mit viel Wirbel, verließ Toni Kroos die Bayern in Richtung Real Madrid. Kurz nach dem Gewinn des WM-Titels 2014 stand der 25-Millionen-Transfer des deutschen Mittelfeldstrategen zu den Königlichen endgültig fest. Auch mit ihm wurden harte Verhandlungen geführt. Der damalige Manager Hoeneß sagte rückblickend: "Wir hatten ein Wahnsinnsangebot gemacht und ihm gesagt: 'Wenn du das nicht akzeptierst, musst du gehen.' Ein Verein muss manchmal harte Entscheidungen treffen - und das war eine harte, vielleicht die falsche." Kroos ist in Madrid noch immer gesetzt, der heute 30-Jährige holte mit dem spanischen Top-Klub mittlerweile 14 Titel - darunter von 2016 bis 2018 dreimal in Folge den Henkelpott in der Champions League.

Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele von namhaften Abgängen beim FC Bayern, die nicht immer für so viel Wirbel sorgten, aber immerhin - teilweise sogar in fortgeschrittenem Alter - noch kleine bis mittlere Ablösesummen einbrachten. Jüngstes Beispiel: Thiago. Der Transfer des Brasilianers zum FC Liverpool für rund 30 Millionen Euro war "ein großer Wunsch" des Spielers, der "noch einmal etwas Neues machen wollte", erklärte Rummenigge. Auch für Giovane Elber, der 2003 für kolportierte 4,2 Millionen Euro zu Olympique Lyon wechselte, und Bastian Schweinsteiger, den es nach der Saison 2014/15 für rund neun Millionen Euro nach England zu Manchester United zog, flossen Ablösen. "Schweini"-Kumpel Lukas Podolski kehrte schon 2009 nach drei Jahren bei den Bayern zu seinem Herzensverein 1. FC Köln zurück - für zehn Millionen Euro.