25. Februar 2021 / 19:08 Uhr

Ballermann in der Kabine und ein Gruß vom Pornostar an den VfL Wolfsburg

Ballermann in der Kabine und ein Gruß vom Pornostar an den VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mia Julia: Ihre Songs laufen beim VfL Wolfsburg in der Kabine.
Mia Julia: Ihre Songs laufen beim VfL Wolfsburg in der Kabine. © Nancy Heusel / Imago Images
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Der VfL Wolfsburg ist neben Eintracht Frankfurt gerade die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bundesliga. In  der Kabine wird unter anderem mit Ballermann-Musik gefeiert - was dem VfL jetzt einen Gruß von einem Pornostar einbrachte...

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Sieben Pflichtspiele in Folge kein Gegentor kassiert, Tabellenplatz drei: Beim VfL Wolfsburg läuft's derzeit richtig gut - und das sorgt für Stimmung. Nach den Spielen wird in der Kabine gesungen, die musikalische Bandbreite ist recht groß. Unter anderem zuletzt in der Kabinen-Playlist: "Mallorca (Da bin ich daheim)" von Mia Julia, die nicht nur Ballmann-Hits liefert, sondern sich "nebenbei" auch noch als Pornostar einen Namen gemacht hat - und offenbar vielleicht sogar auf dem Weg ist, VfL-Fan zu werden. Durch einen Bild-Artikel auf die Wolfsburger Kabinen-Playlist aufmerksam geworden, schickte die 34-jährige Münchnerin jetzt einen Gruß nach Niedersachsen, schrieb auf ihrer Facebook-Seite: "Danke und liebe Grüße nach VfL Wolfsburg!"

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Ob die Hits von Mia Julia ("Wir sind die Geilsten!"), Ballermann-Songs oder das Mitsing-Wunder "Cordula Grün" von Josh - deutsche Schlager stehen bei den VfLern hoch im Kurs, nicht zuletzt weil Mittelfeld-Maschine Xaver Schlager seinem Nachnamen alle Ehre macht und zur Fraktion gehört, die immer wieder Deutschsprachiges in die Kabine bringt. Dazu gehören auch Yannick Gerhardt und selbst Brasilianer Paulo Otavio. Dem gegenüber stehen Ridle Baku und die VfL-Franzosen, die eher französischen Rap bevorzugen - und beide Gruppen machen sich gern immer wieder über den Musikgeschmack der anderen lustig.

Schon nach dem 2:0-Erfolg in Augsburg hatten es die VfL-Profis in der Kabine krachen lassen, Stürmer Wout Weghorst glänzte dort mit einer Gesangseinlage. Während des Spiels hatte er getroffen, in den vergangenen beiden Spielen blieb er ohne Treffer. Glasner macht sich um den Kabinen-Sänger keine Sorgen: "Er hatte auch am Anfang nicht getroffen, wo alle etwas unruhig geworden sind. Ich bin da entspannt geblieben und bin es auch jetzt." Das bisher letzte Mal zwei Partien ohne Torerfolg blieb Weghorst Ende Dezember in den Spielen bei Bayern München (1:2) und gegen den VfB Stuttgart (1:0). "So sick" von Ne-Yo hatte der Niederländer nach dem Schlusspfiff in Augsburg zum Besten gegeben.

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Und was hält der Trainer von der Musik zwischen Mallorca-Megapark und Paris, zwischen Ne-Yo und Bierkönig? "Es freut mich, dass die Stimmung so gut ist, weil es wichtig ist, dass wir uns freuen, gemeinsam feiern und Spaß haben", so der Österreicher, der seinerseits meist zur Pressekonferenz muss, wenn seine Spieler in der Kabine singen. Da könne er aber mit einem breiten Grinsen hingehen, denn er weiß: "Es ist eine Einheit in der Kabine, egal, ob jemand 80 Minuten, fünf Minuten oder gar nicht gespielt hat." Und zumindest die Ballermann-Hits sind ihm nicht ganz fremd. "Als ich in Linz Trainer war, sind wir aufgestiegen. Da habe ich mich hinreißen lassen und gesagt, sollten wir in der ersten Saison in den Europapokal kommen, lade ich den gesamten Staff nach Mallorca ein – und da waren wir dann auch...", berichtet der VfL-Coach schmunzelnd. Gibt's das gleiche Versprechen nun auch, sollte sich Wolfsburg für die Champions League qualifizieren? Glasner winkt lachend ab. "Wegen Corona geht ja gerade nichts", sagt er, "daher würden wir dann vermutlich Boxen aufstellen und rumgrölen."

Party-Hits beim VfL - das weckt Erinnerungen an die Meisterschaft 2009, als die Spieler für einen Auftritt nach dem letzten Spiel DJ Ötzi ("Hey, Baby!") engagierten, bezahlt aus der Mannschaftskasse. Vielleicht sollte sich Mia Julia den letzten Spieltag dieser Saison schon einmal freihalten...