12. November 2019 / 12:44 Uhr

Bankdrücker Malli: "Für mich ist das schwer nachzuvollziehen"

Bankdrücker Malli: "Für mich ist das schwer nachzuvollziehen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wendet sich Yunus Malli im Winter vom VfL Wolfsburg ab?
Hat's schwer beim VfL Wolfsburg: Yunus Malli. © imago images / Christian Schroedter
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Er kommt beim VfL Wolfsburg nicht voran, da stellt sich die Frage: Verlässt Yunus Malli den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten im Winter?

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Sein Lächeln wirkt gequält – und das ist nur allzu verständlich. In der vergangenen Saison hatte Yunus Malli nach elf Spieltagen neun Spiele in der Fußball-Bundesliga für den VfL absolviert. Für einen wie ihn, der in Mainz unumstrittener Stammspieler war, zu wenig. Aber es geht noch schlimmer: In dieser Saison hat die Nummer 10 des VfL noch kein einziges Liga-Spiel absolviert.

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„Für mich ist das schwer nachzuvollziehen“, sagt Malli gefrustet. „Und das bei so vielen Spielen und bei der Anzahl an Verletzten, die wir hatten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich solch eine untergeordnete Rolle spiele, weil ich in der Vorbereitung ein gutes Gefühl hatte.“ Da war Malli gut in die Vorbereitung gestartet, war auffällig in den Tests, was auch am neuen Spielsystem des damals neuen VfL-Trainers Oliver Glasner lag. Der Österreicher setzt auf Umschalt-Fußball, und Malli wiederum wurde bei seinem Ex-Verein gern als Umschalt-Zehner bezeichnet. Die Hoffnung, dass es in dieser Saison anders laufen könnte als die vergangenen Spielzeiten war groß, aber die Realität sieht anders aus. Gerade einmal 24 Minuten hat Malli auf seinem Konto stehen – beim 1:3 in der Europa League gegen Gent war er eingewechselt worden. Das war es aber auch schon.

Yunus Malli stammt gebürtig aus Kassel, wurde 1992 geboren und begann seine fußballerische Laufbahn bei den örtlichen Sportfreunden Fasanenhof. Über den VfL Kassel gelangte er 2007 zur Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach. In der Saison 2010/11 kam Malli erstmals für die zweite Mannschaft der Gladbacher zum Einsatz und absolvierte elf Regionalliga-Spiele. Zur Galerie
Yunus Malli stammt gebürtig aus Kassel, wurde 1992 geboren und begann seine fußballerische Laufbahn bei den örtlichen Sportfreunden Fasanenhof. Über den VfL Kassel gelangte er 2007 zur Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach. In der Saison 2010/11 kam Malli erstmals für die zweite Mannschaft der Gladbacher zum Einsatz und absolvierte elf Regionalliga-Spiele. ©

„Ich kann einfach nur jeden Tag Gas geben, was ich auch mache – und wenn meine Qualitäten wieder gefragt werden, versuche ich da zu sein“, sagt Malli, der sich natürlich mit Glasner über seine Reservisten-Rolle unterhalten hat. „Ich möchte nicht alles sagen, was wir da unter vier Augen besprochen haben. Der Trainer hat sich bisher für andere Spielertypen entschieden. Er entscheidet.“

Und so stellt sich wieder einmal die Frage, ob der offensive Mittelfeldspieler im Winter eine Luftveränderung herbeiführen möchte, zumal Glasner bald noch mehr Alternativen im Kader hat, weil Spieler wie Daniel Ginczek oder Xaver Schlager nach Verletzungen bald wieder zur Verfügung stehen. Geht Malli im Winter? Offen! „Wie es jetzt weitergeht, kann ich nicht sagen, weil ich es auch nicht weiß. Klar ist auch, dass es für mich keinen Grund gibt, an mir zu zweifeln, weil ich hier mit die meisten Bundesliga-Spiele habe im Kader. Ich weiß, was ich kann und was ich nicht kann.“ 197 Erstligaspiele hat der türkische Nationalspieler auf dem Buckel – nach Maximilian Arnold (199) die zweitmeisten im VfL-Aufgebot.

Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-Bayer Leverkusen,  Saison 2019/20, 11. Spieltag, 10.11.2019 Zur Galerie
Fussball, Bundesliga, VfL Wolfsburg-Bayer Leverkusen, Saison 2019/20, 11. Spieltag, 10.11.2019 ©

Dass Malli ein begnadeter Fußballer sein kann, ist kein Geheimnis. In seiner Zeit in Mainz hatte er sich schnell zum Shootingstar der Bundesliga gewirbelt. Und doch kam er nach seinem Wechsel im Januar 2017 (Ablöse lag bei 12,5 Millionen Euro) nie so richtig beim VfL an. „Es ist klar, dass ich mir das alles ein bisschen erfolgreicher vorgestellt habe. Ich versuche trotzdem, das Beste draus zu machen und die Situation so anzunehmen, wie sie ist. Ich kann es nicht mehr verändern, sondern schaue nach vorn“, so Malli.

Weil er in Wolfsburg keine Rolle spielt, ist Malli gerade auch beim türkischen Nationaltrainer Senol Günes außen vor. „Ich habe mich immer gefreut, wenn ich bei der Nationalelf war – aber es ist auch verständlich, dass ich nicht dabei bin, wenn man im Verein kaum spielt.“ Günes hatte ihm im September, als Malli trotz Reservisten-Rolle im Klub noch nominiert worden war, bereits angedeutet, dass es nicht so einfach werde für ihn, wenn er im Klub nicht spiele. Und so erlebt Malli gerade die schwerste Phase seiner Karriere. „Das ist nicht einfach“, gibt er zu. Bleibt die Frage: Gibt es irgendein Hoffnungsschimmer für ihn? Malli schulterzuckend: „Das weiß ich nicht, das muss der Trainer sagen. Ich bin bereit, wenn ich gebraucht werde. Ob das passiert, ist für mich schwer zu sagen.“

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