17. November 2020 / 10:56 Uhr

Bankplatz und Länderspiel-Verzicht: Aues Nazarov kämpft mit November-Blues

Bankplatz und Länderspiel-Verzicht: Aues Nazarov kämpft mit November-Blues

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dimitrij Nazarov
Dimitrij Nazarov ist mit seiner aktuellen Situation bei Aue unzufrieden. © Getty Images
Anzeige

Dimitrij Nazarov war in der vergangenen Saison torgefährlicher Leistungsträger bei Erzgebirge Aue. Doch im laufenden Spieljahr konnte der 30-Jährige dem Prädikat "Unterschiedsspieler" noch nicht gerecht werden.

Anzeige

Aue. Mit Rückschlägen und Formkrisen kennt sich Dimitrij Nazarov aus. Der offensive Mittelfeldspieler von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue befindet sich derzeit wieder in einer Leistungsdelle. In der vergangenen Spielzeit mit zwölf Torbeteiligungen und vielen genialen Momenten wichtige Stammkraft bei den "Veilchen", konnte Nazarov in der laufenden Saison noch keine entscheidenden Akzente setzen. Doch das soll sich bald wieder ändern. "Jetzt ist Länderspielpause, da versuche ich mich anzubieten. Denn mit dem Platz auf der Bank bin ich nicht zufrieden. Ich bin 30 Jahre alt und kann noch ein bisschen kicken", sagte Nazarov.

Anzeige

Risiko einer Infektion zu hoch

Nach drei Startelf-Einsätzen zu Saisonbeginn, in denen er unauffällig agierte, erkrankte der Auer Publikumsliebling Mitte Oktober. "Das hat mich zurückgeworfen. Bis ich dann wieder in Fahrt kam, hat es gedauert", meinte Nazarov. In den beiden letzten Spielen gegen Holstein Kiel und Hannover 96 durfte "Dima" nur als Joker ran. Doch das ist nicht der Anspruch des Edeltechnikers, der nun wieder in die Anfangsformation drängt und der Unterschiedsspieler sein will: "Die Chancen werden wieder kommen, da bin ich mir sicher. Ich weiß, dass mich die Jungs brauchen und andersherum brauche ich die Jungs."

Mehr zu Erzgebirge Aue

Komplett zum Zuschauen ist Nazarov aktuell auf internationaler Ebene verdammt. Wegen der Corona-Pandemie verzichtet der 30-Jährige auf Länderspielreisen mit der aserbaidschanischen Nationalmannschaft. "Es ist eine besondere Zeit und alles sehr heikel. Da müssen solche Entscheidungen getroffen werden", betont Nazarov. Das Risiko, sich zu infizieren oder nach der Rückkehr in Deutschland wegen Quarantäne-Maßnahmen vorübergehend gar nicht trainieren und spielen zu können, sei einfach zu groß: "Es ist traurig für mich, dass ich gerade nicht in der Nationalmannschaft mitspielen darf. Aber da muss ich durch und hoffe, dass sich die Situation nächstes Jahr wieder einigermaßen beruhigt."

Nazarov will wieder Unterschied ausmachen

Seine volle Konzentration in dieser Woche gilt dem Heimspiel der Auer am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gegen den SV Darmstadt 98. Trainer Dirk Schuster macht Nazarov durchaus Hoffnungen, wieder von Anfang an auf dem Platz zu stehen. "Wir haben schon die Signale bekommen und auch verstanden, dass Dimitrij seine Rolle im Moment nicht so toll findet und in die Startelf möchte. Wir werden sehen, wie er sich in dieser Woche anbietet und wie wir das taktische System gestalten", erklärte Schuster.

Nach zuletzt vier sieglosen Spielen in Serie mit nur einem erzielten Tor wird die Partie für die Auer gegen den Tabellennachbarn aus Hessen schon richtungsweisend. Der FC Erzgebirge ist nach dem guten Saisonstart inzwischen in das Tabellenmittelfeld abgerutscht und hat nur noch zwei Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone.

Dass Darmstadt zuletzt mit 0:4 gegen Paderborn unter die Räder kam, sieht Nazarov keinesfalls als Vorteil. "Die haben schön auf die Fresse bekommen und sie wissen ganz genau, dass es so ein Spiel nicht noch einmal geben wird. Es wird eine sehr unangenehme Aufgabe für uns", glaubt Nazarov, der nach längerer Zeit am Sonntag gern mal wieder den Unterschied machen würde.

Sebastian Wutzler