16. Januar 2022 / 18:44 Uhr

Bärenstark zurück aus der Corona-Pause: Wolfsburg siegt 5:2 in Bremerhaven

Bärenstark zurück aus der Corona-Pause: Wolfsburg siegt 5:2 in Bremerhaven

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Trevor Mingoia von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen Red Bull MŸnchen und den Grizzlys Wolfsburg am 29.10.2021 in MŸnchen, Deutschland. (Foto von City-Press GmbH)
Nicht aufzuhalten: Trevor Mingoia, der das 3:0 schoss, und die Grizzlys Wolfsburg gewannen mit kleinem Kader und nach langer Pause souverän mit 5:2 in Bremerhaven. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
Anzeige

Das war mal wieder eine Ansage von Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg. Trotz dünnen Kaders und vorhergehender Corona-Pause gab es den sechsten Sieg in Folge - mit 5:2 im Nordduell bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven. Wolfsburg jagt jetzt mit den punktgleichen Adlern Mannheim Spitzenreiter Berlin.

Kleiner Kader, vorher lange Pause und kaum geordnetes Training wegen Quarantäne - doch Eishockey-Vizemeister Grizzlys Wolfsburg war beim Re-Start nach 13 Tagen ohne Spiel überhaupt nichts anzumerken. Am Sonntag gab es ein 5:2 (0:0, 3:0, 2:2) beim Nordrivalen Fischtown Pinguins Bremerhaven. Gerrit Fauser, Darren Archibald, Trevor Mingoia, Jordan Murray und Tyler Gaudet schossen den verdienten Sieg für den Tabellendritten heraus, der punktgleich mit Mannheim nun ganz nah an Spitzenreiter Berlin (zuletzt zwei Niederlagen) herangerückt ist.

Anzeige

Personal

Gegenüber dem letzten Spiel vor ihrer Corona-Zwangspause waren bei den Wolfsburgern vier Akteure (Spencer Machacek, Dominik Bittner, Julian Melchiori und Phil Hungerecker) raus, Björn Krupp und Sebastian Furchner waren dafür wieder zurück. Jonas Enlund (Kieferbruch) und Chris DeSousa (Zerrung) hatten beim 4:3 n. P. gegen München schon gefehlt. Die Personaldecke dünn, aber das war zumindest nicht ganz ungewohnt für die Grizzlys, die in der Anfangsphase der Saison mal mit fünf Verteidigern und elf Stürmern gegen Straubing gewonnen hatten, wobei nur drei der fünf Verteidiger damals gelernte Abwehrspieler waren.

In der Corona-Pause hatte es übrigens zweimal Baby-Freuden bei den Grizzlys gegeben. Erst im Hause Mingoia (nun zu viert), wo Millie Elise am 11. Januar das Licht der Welt erblickte, dann bei Keeper Chet Pickard und Gattin Meghan am vergangenen Freitag, die Cooper Ray, den ersten Jungen in ihrer nun dreiköpfigen Kinderschar begrüßten.

Am Samstag hatten die Grizzlys zudem bekannt gegeben, dass sie den bis 2023 datierten Vertrag mit Coach Mike Stewart vorzeitig um ein Jahr verlängert hatten.

Das Spiel

Wer genau bei den Grizzlys aus Corona-Gründen fehlte, blieb offen, Manager Charly Fliegauf sagte aber vor den Mikros von Magentasport, dass es am vergangenen Wochenende noch einmal "eingeschlagen" hätte. Und davor hatten die Wolfsburger schon von mehreren Fällen gesprochen. Fliegauf gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, "dass wir nächste Woche wieder einigermaßen trainieren und spielen können".

Gemeinsame Trainingseinheiten hatte der Wolfsburger Kader vom Sonntag kaum gehabt, ließ sich das aber nicht anmerken. Gegen die am Freitag unterbesetzt in Straubing mit 5:1 gerupften Bremerhavener spielte das Team von Coach Mike Stewart über weite Strecken hochkonzentriert. Nach besserem Wolfsburger Start hatten die Gastgeber kurz Oberwasser, Björn Krupp stoppte einen Alleingang von Jan Urbas sensationell. Später waren die Grizzlys wieder im Spiel. Garrett Festerling, der nach tollem Solo gerade noch von Ross Mauermann gestört worden war, hatten eine gute Grizzlys-Chance. Die dickste kam Sekunden vor der ersten Pause: Brandon Maxwell konnte Mingoias Schuss nicht festhalten, Fauser kam nicht mehr rechtzeitig an die schräg am Kasten vorbei rutschende Scheibe heran.


Blitzführung in Drittel zwei

Kaum hatte das zweite Drittel begonnen, starteten die Gäste, denen zuvor das Scheibenglück gefehlt hatte, dann eben mal einen Angriff aus dem Bilderbuch: Jordan Murray spielte quer zur anderen Seite, von dort bediente Gaudet Sturmkollege Fauser - und der markierte trocken sein drittes Saisontor. Wolfsburg war deutlich besser, beim einzigen Patzer parierte der auch ansonsten super sichere Dustin Strahlmeier gegen Tye McGinn.

Wolfsburg spielte ökonomisch und clever, Jan Nijenhuis scheiterte an Maxwell. Als die Signale dann mal auf Druck standen, erhöhte der Vizemeister - Archibald (Saisontor Nummer 10) feuerte in so einer Sequenz einen Direktschuss aus der Distanz ins Netz. Bremerhaven war bedient, Mingoia setzte sich durch, erhöhte auf 3:0, freute sich über seinen Saisontreffer Nummer 14: "Ein Tor für meine Tochter."

In ihrem dritten Powerplay verkürzten die Gastgeber, doch direkt danach hatten die Grizzlys ihr erstes Überzahlspiel - und auch ohne etliche Spezialisten klappte das bestens. Gut freigespielt krönte Murray seine überragende Vorstellung mit dem 4:1. Bremerhaven verkürzte mit vollem Risiko (ohne Torwart) noch mal, beim nächsten Bremerhavener Anlauf ohne Keeper schlug Gaudet dann zu zum Endstand von 5:2 für die Gäste.

Auch dünn besetzt unterstrichen die Grizzlys ihren Status als Spitzenmannschaft, haben nun alle Teams der Liga mindestens einmal besiegt. Bremerhaven hatte in der Reihe noch gefehlt, womit Coach Stewart als Wolfsburger nun auch gegen alle seine DEL-Ex-Klubs (Augsburg, Köln, Bremerhaven) Siege auf dem Konto hat.

Stewart sagte: "Ich muss ein großes Kompliment an die Mannschaft machen, die letzte Woche war sehr holprig, aber in letzter Minute haben wir ein paar Spieler zurückbekommen, einige wollten einfach helfen. Es war eine Super-Teamleistung." Der Plan war aufgegangen: "Unsere Wechsel waren kurz, wir haben so oft gewechselt wie möglich, die Jungs waren intelligent mit ihren Eiszeiten, dadurch sind wir relativ frisch geblieben."

Man habe intelligent im Spielsystem gearbeitet, "jeder wusste genau, wie wir spielen wollen, hat das gut ausgeführt. Jeder hat sich gefreut, dass wir wieder spielen dürfen." Einen bildhaften Vergleich fügte er hinzu: "Die Jungs sind wie Rennpferde, sie wollten rauskommen und Eishockey spielen. Man hat gesehen, dass sie sich gefreut haben, wieder an die Arbeit zu gehen."

Die nächste Partie der Grizzlys ist für Mittwoch angesetzt - Bietigheim ist in der Eis-Arena zu Gast, dann erstmals in dieser Spielzeit zur ungewohnten Anfangszeit um 20.30 Uhr.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Statistik

  • Bremerhaven: Maxwell - Eminger, Trska; Alber, Dietz; Bruggisser, Moore; McNeill - McGinn, Jeglic, Urbas; Andersen, Friesen, Uher; Mauermann, Wejse, Vikingstad; Kinder, Stowasser.
  • Grizzlys: Strahlmeier - Murray, Möser; Button, Wurm, Krupp - Fauser, Gaudet, Mingoia; Schinko, Pfohl, Rech; Archibald, Festerling, Furchner; Reichel, Nijenhuis.
  • Schiedsrichter: Wilk/Köttstorfer.
  • Zuschauende: 950. - Strafminuten: Bremerhaven 2 / Wolfsburg 8.
  • Tore: 0:1 (20:34) Fauser (Gaudet/Murray), 0:2 (33:55) Archibald (Murray/Furchner), 0:3 (35:59) Mingoia (Gaudet/Fauser), 1:3 (42:30) Mauermann (Wejse/Urbas - 5:4), 1:4 (43:51) Murray (Gaudet/Fauser - 5:4). 2:4 (55:21) Andersen (Dietz - 6:5), 2:5 (57:40) Gaudet (Mingoia).