28. Februar 2021 / 20:07 Uhr

Lauren Barfield on Fire: SSC Palmberg schnappt sich den Pokal

Lauren Barfield on Fire: SSC Palmberg schnappt sich den Pokal

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Der SSC Palmberg Schwerin bejubelt den Pokalsieg. Links: Lauren Barfield, die wertvollste Spielerin des Finals gegen Potsdam.
Der SSC Palmberg Schwerin bejubelt den Pokalsieg. Links: Lauren Barfield, die wertvollste Spielerin des Finals gegen Potsdam. © Uwe Anspach/dpa
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Der SSC Palmberg Schwerin hat sich zum siebten Mal in der Vereinsgeschichte den DVV-Pokal gesichert. Die Mannschaft besiegte am Sonntag in Mannheim den SC Potsdam im Finale mit 3:0. Der Triumph war nach nur 70 Minuten perfekt. Aus einem starken SSC-Team ragte Lauren Barfield heraus.

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Als der Ball um 15:37 Uhr im Spielfeld des SC Potsdam aufsetzte, gab es bei Spielerinnen und Betreuern des SSC Palmberg Schwerin kein Halten mehr: Die Volleyballerinnen bildeten eine Jubeltraube, tanzten im Kreis,Cheftrainer Felix Koslowski ging auf die Knie, ballte seine Fäuste und schrie die Freude heraus. Wenig später umarmte, herzte und beglückwünschte er jede Spielerin. Es war die geballte Entladung aller Emotionen, nachdem der SSC Potsdam mit 3:0 (25:19, 25:13, 25:18) bezwungen und der DVV-Pokal erobert war.

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„Ich bin so stolz auf die Gruppe, auf mein Trainer-Team, auf alle, die gemeinsam für diesen Erfolg gearbeitet haben“, gab Koslowski die Glückwünsche zum siebten Pokalerfolg des SSC an den gesamten Verein und seine Fans weiter.

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Das Pokalfinale, das am Sonntag in der Mannheimer SAP-Arena vor leeren Rängen über die Bühne ging, war viel weniger umkämpft und deutlich unspektakulärer, als es sich die Volleyball-Fans in Deutschland erträumt hatten. Das lag vor allem an der bärenstarken Vorstellung der Schwerinerinnen.

Die Norddeutschen hatten einen klaren Plan. Und den setzten sie von Beginn an konsequent um. „Wir wussten nicht genau, wie Potsdam die Zuspielposition besetzen wird. Aber wir haben uns vor allem auf uns selbst konzentriert. Dieser Plan ist voll aufgegangen“, freute sich Denise Imoudu, die beim SSC das Angriffs-Feuerwerk steuerte.

Was bei den Schwerinerinnen überragend funktionierte, entpuppte sich beim Gegner als große Schwachstelle. Die Brandenburgerinnen setzten auf Ana Tiemi im Zuspiel. Die Brasilianerin sollte in Mannheim bei ihrem letzten Einsatz für den SCP glänzen, aber der Plan ging total schief – Tiemi blieb blass, so blass wie ihr gesamtes Team.

Felix Koslowski spricht über jede einzelne Spielerin seines Team. Dabei kommen nicht nur sportliche Stärken, sondern auch Gesangs-, Koch- und Backkünste zur Sprache.

Lauren Barfield (USA/30), 1,93 Meter, Mittelblock: Lauren ist seit Jahren eine Konstante und wird in der kommenden Saison im Angriff größere Akzente setzen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie sich entschieden hat, ein weiteres Jahr bei uns zu bleiben. Sie ist ein echter Teamplayer, kocht und backt auch mal gern für alle – auf Sterne-Niveau. Zur Galerie
Lauren Barfield (USA/30), 1,93 Meter, Mittelblock: "Lauren ist seit Jahren eine Konstante und wird in der kommenden Saison im Angriff größere Akzente setzen. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie sich entschieden hat, ein weiteres Jahr bei uns zu bleiben. Sie ist ein echter Teamplayer, kocht und backt auch mal gern für alle – auf Sterne-Niveau." ©

„Wir sind mit 70 Prozent unserer Angriffe durchgekommen“, beschrieb Koslowski die Dominanz des SSC. Viel lief über die Mittelposition, auf der Lauren Barfield Punkt um Punkt sammelte. „Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt ,Lauren is on Fire, gib ihr den Ball’“, erklärte Imoudu die Taktik, die so wirksam war. Fast jeder Ball, den die 30-jährige Mittelblockerin aus den USA übers Netz brachte, bescherte dem SSC einen Punkt. Barfield, die schon 2019 beim Pokalerfolg des SSC mit von der Partie, war „total happy“ und meinte: „Denise hat mich sehr gut aussehen lassen.“

Und wie: Der SSC ging bei seiner 13. Finalteilnahme nach dem ersten Aufschlag sofort beherzt zur Sache und hatte schon nach 22 Minuten den ersten Satzball. Den wehrte der Endspieldebütant aus Potsdam zwar noch fünfmal ab, doch den sechsten verwandelte die Mecklenburgerinnen schließlich.

Während in der Vergangenheit bei Pokal-Endspielen in Mannheim mehr als 10 000 Zuschauer für Hexenkessel-Atmosphäre sorgten, mussten sich die Mannschaften diesmal selbst anfeuern. „Wir waren darauf eingestellt und haben das gut gemacht“, berichtete SSC-Spielerin Anna Pogany mit einem breiten Siegerlächeln.

Ein paar Sekunden zuvor hatte die Nationalspielerin im Interview noch Tränen in Augen gehabt, als sie erzählte, wie sie die Corona-Quarantäne erlebte hat. Zweimal hatte der Spiel- und Trainingsbetrieb beim SSC in dieser Saison wegen Krankheitsfällen bei Spielern und Betreuern in dieser Saison unterbrochen werden müssen. Im Endspiel zeigte sich, wie gut die Mannschaft die Rückschläge weggesteckt und ihre Form wiedererlangt hat. Nach nur 70 Minuten wurde der erste Matchball genutzt.

Zum 13. Mal im Finale, zum siebten Mal den Pokalgewinn bejubelt. Der SSC Palmberg Schwerin hat das Endspiel gegen den SC Potsdam am 28. Februar 2021 überraschend klar mit 3:0 für sich entschieden. Weil's so schön war, zeigen wir die eindrucksvollsten Bilder des Spiels in Mannheim und der Siegesfeier in einer Galerie.

Nach gut einer Stunde Spielzeit war es geschafft: Der SSC Palmberg Schwerin ist deutscher Pokalsieger der Saison 2020/21. Zur Galerie
Nach gut einer Stunde Spielzeit war es geschafft: Der SSC Palmberg Schwerin ist deutscher Pokalsieger der Saison 2020/21. ©

„Jetzt ist Party, Party, Party“, berichtete Koslowski eine Stunde, nachdem der Pokal-Coup perfekt war. Die Mannschaft habe in der Kabine die Korken knallen lassen und getanzt. Mit dem Pokal im Gepäck hob das Team am Abend zum Heimflug ab. „Jetzt genießen wir erst mal diesen Erfolg“, mochte Koslowski am Sonntag noch nicht über die weitere Saison sprechen, in der nach Supercup und Pokal ein weiterer Titel winkt. In den quittegelben Pokalsieger-Shirts werde der SSC jetzt erst mal drei Tage blau machen, verriet der Coach.