26. Januar 2019 / 13:24 Uhr

Baris Atik schießt sich bei Dynamo Dresden ein

Baris Atik schießt sich bei Dynamo Dresden ein

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dresdens Baris Atik (links) gegen Daniel Tetour (rechts) von Dukla Prag
Dresdens Baris Atik (links) gegen Daniel Tetour (rechts) von Dukla Prag © © Dennis Hetzschold
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Deutsch-Türke war am Freitag beim 3:2 gegen Dukla Prag einer der auffälligsten Dresdner Spieler und empfahl sich so nachhaltig für einen Platz in der Startelf gegen Bielefeld.

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Dresden. Es war bisher noch keine überragende Saison für Baris Atik. Nur sechsmal stand der Deutsch-Türke, der im Sommer von der TSG Hoffenheim zu Dynamo Dresden gekommen war, in der Startelf, siebenmal wurde er eingewechselt. Der 24-Jährige hatte sich sicher mehr vom Wechsel an die Elbe versprochen. Doch seine Bilanz könnte am Ende der Serie deutlich besser aussehen, denn seine Formkurve zeigt seit Wochen nach oben. Im letzten Testspiel der Winterpause gehörte der kleine Dribbler mit dem tiefen Schwerpunkt zu den auffälligsten Akteuren im SGD-Team. Er war gegen Dukla Prag an allen drei Toren beteiligt und schoss den 3:2-Siegtreffer selbst.

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Dresdens Torwart Tim Boss;
Testspiel SG Dynamo Dresden - FK Dukla Prag; Fußball; 2. Liga; Saison 2018/2019; Generalprobe nach der Wintervorbereitung; Rudolf-Harbig-Stadion; Dresden; 25. Januar 2019; Foto: Dennis Hetzschold Zur Galerie
Dresdens Torwart Tim Boss; Testspiel SG Dynamo Dresden - FK Dukla Prag; Fußball; 2. Liga; Saison 2018/2019; Generalprobe nach der Wintervorbereitung; Rudolf-Harbig-Stadion; Dresden; 25. Januar 2019; Foto: Dennis Hetzschold ©

Dass es bei der Generalprobe für den scharfen Start am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Arminia Bielefeld so gut für ihn lief, das freute den Mann des Tages sehr: „Ich habe hart darauf hingearbeitet. Ich will immer meine Tore, meine Assists machen. Im Trainingslager hat es nicht so geklappt. Es war knapp, aber man muss es immer und immer wieder versuchen. Ich wusste, irgendwann geht der Ball wieder rein. Heute ist es geglückt.“ Schon in den Tests gegen Dinamo Zagreb (0:1) und die Grasshopper aus Zürich (0:0) war er nah an einem Torerfolg dran gewesen, doch in Belek schien die „Kiste“ bei den Gegnern für ihn wie vernagelt zu sein. Nun aber zahlte sich seine Beharrlichkeit aus – und der 1,69 Meter kleine, aber wendige und giftige Profi konnte sich nachhaltig für einen Startelf-Einsatz in der Partie gegen die neue Mannschaft seines Ex-Trainers Uwe Neuhaus empfehlen.

"Eine super Vorbereitung."

In den ersten beiden Spielen der Saison war Atik unter Neuhaus nur zu Kurzeinsätzen gekommen. Und bei seinem ersten Startelf-Einsatz für Dynamo lief es auch nicht gut für den Neuling, denn da verlor die Mannschaft am 3. Spieltag beim 1. FC Heidenheim mit 1:3. Neuhaus holte ihn in der 79. Minute vom Feld, dann wurde der Coach entlassen. Ein Gewinner des Trainerwechsels sollte der Mittelfeldspieler aber zunächst nicht werden. Im Gegenteil: Neuhaus-Nachfolger Maik Walpurgis setzte in der Offensive auf andere und Atik fünf Spiele lang auf die Bank. Dann durfte der Verschmähte beim 0:1 gegen Fürth mal zehn Minuten ran, ehe er wieder draußen war. In den Ostderbys gegen Aue (1:1) und in Berlin-Köpenick (0:0) war Atik dann immerhin wieder Einwechsler, dann kehrte er beim 3:1 gegen Sandhausen erstmals wieder in die Anfangsformation zurück, was ihm danach noch viermal bis Weihnachten gelang. War sein 1:8-Ehrentreffer beim Debakel in Köln zwar schön, aber wertlos, so war sein zweites Saisontor beim 3:1 in Duisburg dann ein ganz wichtiges, ebnete es Dynamo kurz vor der Pause doch den Weg auf die Siegerstraße. Schon das 1:0 durch MSV-Schreck Lucas Röser hatte Atik vorbereitet, ehe sein 2:0 der Lieberknecht-Elf spürbar die Hoffnung nahm.

Seine ansprechende Form konnte Atik seither offenbar gut konservieren. „Ich denke, dass ich eine super Vorbereitung gespielt habe“, sagt er selbstbewusst. Und wer ihn beim Test gegen Prag sah, der kann nicht widersprechen. Atik legte Röser das 1:0 auf, dann holte er den Elfmeter zum 2:2-Ausgleich durch Moussa Koné heraus und jagte die Kugel per Freistoß aus 20 Metern zum Siegtreffer ins Netz – es waren nicht die einzigen starken Szenen des temperamentvollen Kickers, den Dynamo bis 2022 unter Vertrag hat. Trainer Walpurgis lobte ihn am Freitag für sein Engagement: „Er ist ein Spieler, der unglaublich fleißig ist – auch gerade was Freistöße, was Standards angeht. Da ist es wichtig, dass er für diese Arbeit auch mal belohnt wird. Wenn man diese Bälle intensiv und lange trainiert, werden sie besser und man wird auch dafür belohnt. Das hat er heute bewiesen, ich freue mich riesig.“ Noch größer dürfte seine Freude und die der Fans ausfallen, sollte Atik ein ähnliches Kunststück wie beim 3:2 gegen Dukla auch gegen die Arminen gelingen.