25. März 2020 / 19:42 Uhr

Nicht-Aufstieg, Abstieg, Rettung: Das bedeuten die offiziellen Beschlüsse für die Teams der Region

Nicht-Aufstieg, Abstieg, Rettung: Das bedeuten die offiziellen Beschlüsse für die Teams der Region

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Basketballer des TSV Luthe und Heeßeler SV gehen auch in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga auf Korbjagd.
Die Basketballer des TSV Luthe und Heeßeler SV gehen auch in der nächsten Saison in der Bezirksoberliga auf Korbjagd. © Andre Tautenhahn
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In Zeiten der Ungewissheit haben die Verantwortlichen im Basketball Klarheit geschafft - größtenteils. In der Saison 2019/20 findet kein Spiel mehr statt, es steht auch fest, wer absteigt, aufsteigt, die Klasse hält. Der SPORTBUZZER erläutert, was die Beschlüsse für die Teams der Region Hannover bedeuten.

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In den Basketballligen herrscht nach den Beschlüssen der Regionalliga Nord (RLN), des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV) und der vorläufigen Vorgehensweise des Bezirks Klarheit – größtenteils jedenfalls. Definitiv steht fest, dass in der Saison 2019/20 keine Partie mehr gespielt wird. Nachholspiele oder eine verspätete Fortsetzung gibt es nicht.

Der 12. März als Stichtag

In den Regionalligen der Männer, wo durch die Abreise der meisten ausländischen Akteure ohnehin keine Fortführung unter regulären Bedingungen möglich gewesen wäre, gelten die Tabellen vom 12. März als Abschlussklassements – obwohl noch vier Spieltage angestanden hätten. Der Erste ist Meister und – so er will – auch Aufsteiger. Doch in der Abstiegsfrage gab es eine kulante Regelung. Runter gehen lediglich die Teams, die auch rechnerisch keine Chance mehr gehabt hätten, sich noch zu retten – egal, ob es nach den Statuten mehr Absteiger gegeben hätte.

In der 1. Regionalliga trifft weder die eine noch die andere Regelung die MTB Baskets Hannover/Langenhagen oder die TSV Neustadt temps Shooters. Als die Nummern fünf und sechs waren sie ohnehin sicher. Auch für den TSV Neustadt II in der 2. Regionalliga ändert sich nichts. Der Abstieg war schon vor der Corona-Krise besiegelt. Lediglich die Frage, ob die Neustädter als Letzter oder Vorletzter abgestiegen wären, war noch offen. Von Wichtigkeit ist das aber kaum.

Der SC Langenhagen II stand als Dritter in der Oberliga fest, in der nur ein Spieltag gestrichen werden musste. Auch dort ändert sich nichts.

Der Aufstieg ist für die Basketballer des VfL Grasdorf um Daniel Wohlfahrt vom Tisch.
Der Aufstieg ist für die Basketballer des VfL Grasdorf um Daniel Wohlfahrt vom Tisch. © Dennis Michelmann
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Die Regelung in der 2. Regionalliga trifft nur den VfL Grasdorf in der Bezirksoberliga hart. Denn er ist nun definitiv Zweiter hinter dem CVJM Hannover II. Da die erste Mannschaft des CVJM in der 2. Regionalliga eigentlich auf einem Abstiegsplatz steht, aber noch die theoretische, wenn auch sehr unwahrscheinliche Chance hatte, nicht abzusteigen, hält das Team die Klasse und rutscht nicht in die Oberliga ab. Somit ist der Weg des CVJM II in die Oberliga frei. Die Grasdorfer können deshalb nicht als Nachrücker aufsteigen.

"Hat sich ohnehin keiner mit dem Aufstieg beschäftigt"

„Als wir nach der deutlichen Niederlage gegen den CVJM im letzten ausgetragenen Spiel von Platz eins abgerutscht sind, hat sich bei uns ohnehin keiner mehr mit dem möglichen Aufstieg beschäftigt“, sagt Coach Daniel Wohlfahrt. In der nächsten Saison soll ein neuer Anlauf gestartet werden. „Ich denke nicht, dass unsere Mannschaft auseinanderbrechen wird. Auch die zu Saisonbeginn gekommenen Neuen sind keine Titeltouristen, die dann schnell wieder weitergehen“, sagt der Spielertrainer.

Nur einen Wunsch hat er: „Ich würde so gern endlich wieder Basketball spielen. Im Training und dann hoffentlich in der neuen Saison – selbst wenn wir dann vielleicht Geisterspiele ohne Zuschauer austragen müssten“, sagt Wohlfahrt. „Denn das wäre zu dieser Saison kaum ein Unterschied. Zuschauer haben wir in unseren Ligen ohnehin fast keine.“

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Wie der VfL Grasdorf bleiben auch der TSV Luthe und der Heeßeler SV in der Bezirksoberliga – obwohl der HSV noch nicht restlos gerettet war. Im Bezirk gibt es eine Abschlusstabelle vom Stand 12. März sowie berechnete „qualifizierte Abschlusstabellen“, sagt Staffelleiter Stefan Körner. Dort werden zusätzlich zu den Punkten die Anzahl der absolvierten Spiele und, falls nötig, auch die direkten Vergleiche berücksichtigt. Die Heeßeler hätten in beiden Varianten Vorteile gegenüber Schlusslicht Eintracht Hildesheim. Letzte Unsicherheit: „Ich muss meine qualifizierten Abschlusstabellen noch mit dem NBV abstimmen“, sagt Körner.

"Bei den Frauen sind die Oberligen ohnehin nie voll"

Dieses hat allerdings in der Bezirksoberliga der Frauen einen großen Einfluss. In der Abschlusstabelle vom 12. März ist der TKW Nienburg mit 28 Punkten aus 17 Partien die Nummer eins. Doch dahinter hat der TSV Bordenau 24 Zähler aus lediglich 13 Begegnungen geholt. Auch die beiden direkten Duelle haben die Bordenauerinnen klar gewonnen. „In der qualifizierten Abschlusstabelle wäre Bordenau die Nummer eins“, sagt Körner. Die Diskussion um Platz eins und zwei hält er aber für überflüssig. „Bei den Frauen sind die Oberligen ohnehin nie voll. Ich gehe zu 99,9 Prozent davon aus, dass Bordenau und Nienburg aufsteigen können, wenn sie es denn wollen“, sagt Körner.

Bordenaus Trainer Burkhard Grams würde durchaus wollen. „Wir wollen langfristig den Mädchenbereich groß aufstellen. U14, U12 und U10 haben wir schon. Eine Oberligamannschaft bei den Frauen wäre ein gutes Zugpferd. Aber die Welt würde auch nicht untergehen, wenn wir diesmal noch nicht aufsteigen“, sagt Grams.

Die Basketballerinnen des TSV Bordenau könnten wohl in die Oberliga aufsteigen - wenn sie denn wollen.
Die Basketballerinnen des TSV Bordenau könnten wohl in die Oberliga aufsteigen - wenn sie denn wollen. © Michael Plümer

In der Bezirksoberliga wird sein Team aber ebenso wie die Frauen des SC Langenhagen, des Lehrter SV sowie die Männer aus Grasdorf, Lu­the und Heeßel nicht mehr spielen. Denn diese Spielklasse bekommt einen neuen Namen, heißt zukünftig Landesliga und wird unter der Regie des NBV und nicht mehr des Bezirksverbandes ausgetragen.

„Wir wollen Synergien nutzen, vieles vereinheitlichen. Spielordnungen zum Beispiel. Die Zusammensetzungen der vier Bezirksoberligen werden sich aber kaum ändern. Da orientieren wir uns am Gummibandprinzip, wie es schon der Volleyballverband macht“, sagt NBV-Präsident Mayk Taherian.

Versprechen: keine neuen Formalien

Die Landesligateams werden so verteilt, dass die Fahrtstrecken minimiert werden. Eintracht Hildesheim, noch in der Bezirksoberliga Hannover angesiedelt, könnte auf diesem Weg der Göttinger Liga zugeordnet werden, die Nienburger würden eventuell der Bremer Liga zugeteilt werden. „Aber das wird man erst sehen, wenn wir die Meldungen zur Landesliga auch haben“, sagt Taherian.

Nur eines verspricht er. „Wir werden da nicht mit neuen Formalien um die Ecke kommen. Eine Halle, in der in der Bezirksoberliga gespielt werden durfte, geht nun auch in der Landesliga“, sagt der Präsident. Die Befürchtung gerade beim TSV Lu­the, aus ihrer „Minihalle“ der Grundschule nach Wunstorf umziehen zu müssen, hat sich damit in Luft aufgelöst. „Wir hatten schon überlegt, ob wir uns, wenn es so weit kommen sollte, lieber in die Bezirksliga zurückziehen sollten“, sagt Teamsprecher Sven Krüger. Das müssen die Luther nun nicht mehr – es gibt zurzeit tatsächlich auch positive Nachrichten.